Große Erleichterung und Aufatmen bei den Karlsruhern am Freitagabend: Die Geiselnahme in einer Apotheke ist vorbei, der mutmaßlicher Täter festgenommen. Am Samstag wissen wir diese neuen Details:

Erst gab es Vermutungen, der mutmaßliche Geiselnehmer in Karlsruhe habe nicht alleine gehandelt. Die Polizei Karlsruhe sagt jetzt: Der 20-Jährige handelte alleine, außerdem habe er bei der Tat eine Schreckschusswaffe bei sich gehabt. Er soll am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

SWR Aktuell Audio (Foto: SWR)

Karlsruher Geiselnehmer hatte Schreckschusswaffe

Dauer

Der mutmaßliche Geiselnehmer in Karlsruhe handelte nach Angaben der Polizei allein. Der 20-Jährige soll bei der Tat eine Schreckschusswaffe bei sich gehabt haben.

Nach fast fünf Stunden Verhandlung hatte die Polizei die Geiselnahme in Karlsruhe beendet und den Geiselnehmer überwältigt. Augenzeugen berichteten von zwei lauten Knallgeräuschen, Polizisten seien dann auf die Apotheke zugelaufen.

Um 21:10 Uhr wurde die Apotheke von einer #Spezialeinheit der Polizei betreten. Dabei wurde ein männlicher Tatverdächtiger #festgenommen. Das Gebäude wird derzeit durchsucht. Nach vorläufigen Erkenntnissen keine verletzten Personen.Eure #Polizei #Karlsruhe #KA1003

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Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Auch die Geiseln sollen körperlich unversehrt sein. Der 20-jährige mutmaßliche Geiselnehmer hat laut Polizei und Staatsanwaltschaft elf Menschen in seiner Gewalt gehabt. Der Deutsche sei der Polizei unter anderem wegen verschiedener Gewalt- und Eigentumsdelikte bekannt. 

OB Mentrup: „Karlsruhe ist erleichtert“

Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup dankte den Einsatzkräften und wünschte den befreiten Geiseln, dass sie das Erlebte möglichst schnell verarbeiten können. „Karlsruhe ist erleichtert, dass diese gefährliche Situation unblutig beendet wurde“, betonte der SPD-Politiker am Freitagabend.

Nach dem Amoklauf von Hamburg hatten viele befürchtet, in Karlsruhe könne sich gleich die nächste Gewalt-Katastrophe abspielen.

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Geiselnahme dauerte fast fünf Stunden

Die Geiselnahme hatte bereits gegen 16:30 Uhr begonnen. Die Polizei stand nach eigenen Angaben schon bald in Kontakt mit dem mutmaßlichen Geiselnehmer. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, hieß es immer wieder.

Gebiet in Karlsruhe weiträumig abgesperrt

Das betroffene Gebiet in der Nähe des Festplatzes war weiträumig abgesperrt worden. Die Polizei bat darum, den Bereich zu meiden. Wer wegen der Absperrmaßnahmen nicht nach Hause könne, habe die Möglichkeit, in die Nebeniusschule in der Nebeniusstraße 22 zu gehen, so die Polizei weiter.

Aufgrund einer mutmaßlichen Geisellage in einer Apotheke in der Ettlinger Str. sind aktuell verstärkt Einsatzkräfte im #Einsatz. Aufgrund der derzeit unklaren Gefährdungslage ist der Bereich aktuell weiträumig abgesperrt. Weitere Infos folgen.Eure #Polizei #Karlsruhe#KA1003 pic.twitter.com/gwLVU0OWIU

Veranstaltungen – beispielsweise von Martin Rütter – aufgrund der Geiselnahme abgesagt

Die Karlsruher Messe sagte wegen der Lage zwei Abendveranstaltungen kurzfristig ab. Ein Event mit Hundetrainer Martin Rütter sowie ein Meisterkonzert seien betroffen, sagte eine Sprecherin der Messe am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Martin Rütter rief seine Fans dazu auf, nicht zu einer mit ihm für den Abend geplanten, aber abgesagten Veranstaltung nahe des Einsatzortes zu kommen:

Unter unserem Post auf Facebook schreiben uns Menschen, dass sie auf dem Weg zu einer Veranstaltung direkt abgefangen und heimgeschickt wurden.

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