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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Leo Eder
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Nach dem mutmaßlichen Amoklauf mit drei Toten in einem Kopenhagener Einkaufszentrum wird der mutmaßliche Schütze erst einmal eingewiesen.

Der mutmaßliche Amokläufer von Kopenhagen muss seine U-Haft-Zeit in der Psychiatrie verbringen. Eine Haftrichterin wies den 22-Jährigen für vorerst 24 Tage in eine geschlossene psychiatrische Abteilung ein, teilte die Polizei in Dänemarks Hauptstadt mit.

Den 22-årige mand, som er sigtet for skyderiet i Field’s i går, er netop blevet varetægtsfængslet i 24 dage af Københavns Byret. Retten har desuden nedlagt navneforbud for både den nu varetægtsfængslede og de 10 forurettede personer nævnt i sigtelsen #politidk #anklager

Dem 22-jährigen Dänen werden den Ermittlern zufolge vorsätzliche Tötung in drei Fällen und der Versuch der vorsätzlichen Tötung in sieben Fällen vorgeworfen.

Schüsse in Einkaufszentrum: Drei Tote, viele Verletzte

Am Sonntagabend gegen 17:35 Uhr gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen soll der mutmaßliche Attentäter an zwei Stellen in dem Einkaufszentrum Schüsse abgefeuert haben. Seine Opfer hat er wohl zufällig ausgewählt.

Bei dem Amoklauf waren zwei dänische Teenager und ein 47 Jahre alter Russe, der in Dänemark lebte, ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden schwer verletzt: eine 40-jährige und eine 19-jährige Dänin sowie ein 50 Jahre alter Mann und eine 16-Jährige aus Schweden. Drei der Verletzten waren am Montagmittag außer Lebensgefahr.

Drei weitere Menschen seien wegen möglicher Verletzungen durch Streifschüsse behandelt worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Bei der Flucht aus dem Einkaufszentrum hätten sich 20 Menschen leicht verletzt.

Der dänische Fernsehsender TV2 veröffentlichte ein Bild, das den mutmaßlichen Täter im Einkaufszentrum zeigen soll:

Vidne stod tæt på formodet gerningsmand: - Han sagde, at det ikke var ægte https://t.co/nqGDR4KMyD https://t.co/H9JippSHBS

Kopenhagen: Mutmaßlicher Amokläufer psychisch labil?

Etwa eine viertel Stunde nach den ersten Notrufen konnte die Polizei den mutmaßlichen Täter „relativ undramatisch“ festnehmen. Er hatte ein Gewehr und ein Messer bei sich. Außerdem habe er Zugang zu einer Pistole gehabt, sagte Polizeichef Thomassen. 

Wie es derzeit aussieht, sind die Waffen zulässig, aber er hatte keine Berechtigung dafür.“ Die Boulevardzeitung Ekstra Bladet berichtete, der Verdächtige sei Mitglied eines Schützenclubs in Kopenhagen.

Vor der Tat habe der Mann Kontakt mit der Psychiatrie gehabt, teilten die Ermittler mit. Das dänische Fernsehen berichtete, der 22-Jährige habe kurz vor der Tat versucht, eine Krisen-Hotline anzurufen.

Dänemarks Ministerpräsidentin: Selten so einen brutalen Kontrast erlebt

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte einen Tag nach der Tat, sie habe selten so viele fröhliche Menschen gesehen wie am Wochenende, als die Dänen den Start der Tour de France im eigenen Land und beim Musikfestival in Roskilde feierten. „Im Bruchteil einer Sekunde stoppten das Fest und die Freude, und das Schlimmste, was passieren konnte, hat uns getroffen.

Ich glaube, dass wir selten so einen brutalen Kontrast erlebt haben wie gestern.

Udtalelse fra statsminister Mette Frederiksen. https://t.co/n7B0Oz2jGx

Das Einkaufszentrum Field’s in Kopenhagen soll noch mindestens eine Woche lang geschlossen bleiben. Vor dem Zentrum legten im Laufe des Montags viele Menschen Blumen nieder. Die Beamten seien weiter massiv vor Ort, twitterte die Polizei.

Harry Styles sagt Konzert in Kopenhagen ab

Am Sonntagabend hätte eigentlich Popstar Harry Styles in Kopenhagen auftreten sollen. Die Konzertlocation, die Royal Arena, liegt in der Nähe des Tatorts. Styles schrieb auf Snapchat, er und sein Team beteten für alle Betroffenen. Er sei schockiert. Das Konzert wurde schließlich abgesagt. In der Nacht meldete sich Styles über Twitter:

I’m heartbroken along with the people of Copenhagen. I adore this city. The people are so warm and full of love. I’m devastated for the victims, their families, and everyone hurting. I’m sorry we couldn’t be together. Please look after each other. H

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Radionachrichten 20. August, 4:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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