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Christian Kreutzer
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Erst prangte das „Z“ auf russischen Armeefahrzeugen in der Ukraine – mittlerweile tragen es Putin-Anhänger überall zur Schau. Deutsche Politiker wollen es jetzt verbieten lassen.

Montagmorgen in Würzburg, Gethsemane-Kirche. Unbekannte haben links und rechts ein „Z“ an den Eingang gesprüht:

An insgesamt fünf Stellen wurde die Kirchenmauer der Gethsemanekirche in #Würzburg mit einem "Z" beschmiert. Das Zeichen gilt als Symbol der russischen Streitkräfte im #Ukraine-Krieg. Die Kirchengemeinde organisierte eine spontane Friedensandacht. 👇https://t.co/gpiVleKfO8

Solche Graffiti tauchen immer wieder in Deutschland auf, seit Russland in die Ukraine einmarschiert ist. Meist als Farbschmiererei, gelegentlich auch bei Demos auf Plakaten. In Deutschland könnte es bald verboten werden. Der Grund: Es ist das Symbol für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.

Wofür aber steht das „Z“ überhaupt?

Wofür das „Z“ steht, darüber zerbrachen sich anfangs selbst Militärexperten die Köpfe. „Z“? Nie zuvor gesehen, auch bei der russischen Armee nicht, wunderte sich beispielsweise der Russland-Experte Aric Toler vom Analyse-Magazin Bellingcat noch im Februar kurz vor dem Einmarsch.

Manche glaubten, es stehe für das Wort „Zapad“ („Westen“) und zeige die Marschrichtung der russischen Armee an. Mittlerweile prangt es in Russland an allen möglichen öffentlichen Orten, wie hier in Moskau:

In the middle of #Moscow #Russia the Z stands for "Victory". hard to believe #Putin is that full of himself. what a asshat. https://t.co/yX0iSSrfcC

Selbst im Sport taucht das „Z“ auf, um Konkurrenten zu dissen

Der junge russische Turner, Ivan Kuljak, glaubte Anfang März, es im Wettstreit mit ukrainischen Turnern zeigen zu müssen:

If you’re wondering whether Ukrainians were offended, they were https://t.co/OUhMTmmIqb https://t.co/UYUBvhEelL

Und als russische Polizisten etwa zur gleichen Zeit die Räume der mittlerweile verbotenen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ durchsuchten und verwüsteten, hinterließen sie Dutzende von „Zs“:

Итоги вчерашних обысков. В офисе Мемориала на Малом Каретном обыск длился 11 часов. За это время бойцы ОМОНа болгаркой выпилили из стены сейф (открыть не смогли). На Каретном ряду обыск шёл 14 часов: написали много букв Z и один раз написали МеморЕал (но потом исправили). https://t.co/4v466fPzeO

„Z“ wie „Za Pobedu“ - „Für den Sieg“

Doch auch hier scheint es lange vielen nicht so recht klar gewesen zu sein, wofür es steht. Dazu kommt: Der Buchstabe „Z“ ist ein lateinischer Buchstabe. Im russischen Alphabet kommt er gar nicht vor.

Mittlerweile hat die Moskauer Führung bekannt gegeben: Das „Z“ – auch wenn es gar nicht russisch ist – stehe für „Za Pobedu“ - „Für den Sieg“. Das scheint dann am Ende die Bedeutung zu sein.

„Z“: Ein einfaches Symbol – und jeder weiß, was gemeint ist

Warum dann nicht ein „З“, den kyrillischen Buchstaben für das Z? Dieses Zeichen stehe ebenso für die Zahl „3" und erinnere an eine eher schlechte russische Schulnote, glauben EU-Desinformstionsexperten, die sich mit russischer Propaganda befassen.

Sie vermuten, es gehe vor allem um ein einfaches, zackiges Symbol, das jeder Schüler nachzeichnen könnte. Mittlerweile scheint es fast ein Muss zu sein, dass man in Russland dieses Symbol zeigt. Selbst eine Gruppe Leukämie-kranker Kinder stellten sich kürzlich in Z-Form vor ihrem Krankenhaus auf.

„Z“ zeigt Befürwortung eines illegalen Angriffskrieges

Und jetzt soll es verboten werden: „Wird der Kontext zum Krieg hergestellt mit der Verwendung des weißen 'Z's, wie es auf den russischen Militärfahrzeugen zu sehen ist, dann bedeutet das natürlich die Befürwortung des Angriffskriegs“, sagt beispielsweise die Berliner Innensenatorin Iris Spranger. „Das wäre strafbar, da schreiten wir auch sofort ein.“

Am Wochenende sind schon Niedersachsen und Bayern vorgeprescht und haben ein strafrechtlich bewehrtes Verbot angekündigt. Andere wollen folgen.

Auch das öffentliche Billigen eines Verbrechens kann strafbar sein

Im Bundesinnenministerium heißt es: Der Buchstabe selbst sei zwar natürlich nicht verboten. Doch sei der russische Angriffskrieg eine Straftat. „Und wer diesen Angriffskrieg öffentlich billigt, kann sich daher selber auch strafbar machen“, so ein Sprecher. Die Sicherheitsbehörden des Bundes hätten das im Blick.

Grundlage für das geplante Vorgehen der Länder ist Paragraf 140 des Strafgesetzbuches, der das Billigen bestimmter Delikte unter Strafe stellt. Möglich sind bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. 

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Radionachrichten 16. August, 15:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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