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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Judith Bühler
Ferdinand Vögele
Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)

Die spektakulären Aufnahmen der Naturgewalt dominierten vor einem Jahr die Nachrichten – die Folgen sind auf La Palma noch zu sehen. Viele Menschen dürfen noch immer nicht in ihre Häuser.

Glühende Lavaströme und riesige Rauchsäulen, die sogar auf Satellitenaufnahmen der Nasa zu sehen waren: Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma am 19. September 2021 sorgte für bildgewaltige Aufnahmen. Wochenlang stieß der Vulkan Asche, Rauch und Lava aus. Auf dem Weg zum Meer begruben die Lavaströme Hunderte Häuser. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Ein Jahr später ist die Zerstörung noch sichtbar.

Vulkan La Palma (Foto: Reinhard Spiegelhauer)
Der Vulkanausbruch auf La Palma hat seine Spuren hinterlassen. Reinhard Spiegelhauer Bild in Detailansicht öffnen
Noch immer steigt durch die Hitze Wasserdampf über La Palma auf. 1000 Bild in Detailansicht öffnen
Eine provisorische Straße verbindet den Norden mit dem Süden der Insel. Reinhard Spiegelhauer Bild in Detailansicht öffnen
Noch immer müssen Lavareste auf La Palma weggeräumt werden. 1000 Bild in Detailansicht öffnen

Die Insel leidet noch immer unter den enormen Folgen des Vulkanausbruchs. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf Twitter: „Wir arbeiten am Wiederaufbau der Insel. Wir stehen La Palma bei.“

La lava, la ceniza, la amenaza del volcán de Cumbre Vieja paralizó la vida de los palmeros y palmeras hace un año. Hoy seguimos junto a todos ellos. Desde la unidad, la cogobernanza y colaboración institucional, trabajamos en la reconstrucción de la isla. Estamos con La Palma. https://t.co/wGRipiB9dv

Vulkanausbruch auf La Palma: Menschen können nicht in ihre Häuser

Neben der Zerstörung sind austretende Gase ein großes Problem. Kohlendioxid drückt aus dem Gestein, deshalb dürfen Bewohner in vielen Teilen der Insel noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren – ein Jahr nach der Katastrophe. 7.000 Menschen mussten laut der Nachrichtenagentur dpa damals ihre Häuser verlassen, tausende dieser Gebäude wurden zerstört.

Nicht nur für die Anwohner ist das Gas ein Problem, sondern auch für die Wirtschaft auf der Insel. La Palma profitiert, wie die meisten der kanarischen Inseln, auch vom Tourismus. Ein Drittel der Gästebetten auf der Insel seien aktuell nicht nutzbar, so Inselpräsident Mariano Zapata. Mehr als 2.000 befinden sich demnach allein im Badeort Puerto Naos, einem für die Insel wichtigen Touristenziel. Rund 1.000 sind nördlich von Puerto Naos unter der Lava verschwunden. Geführte Touren rund um den Vulkankegel ziehen dafür viele Touristen an. Noch immer glüht die Insel:

Die Lava ist an vielen Stellen im Inneren noch viele hundert Grad heiß, die Kruste oft nur wenige Meter dick. Der erste Versuch, auf der Lava etwas zu bauen, war eine neue Straßenverbindung von Nord nach Süd, auf der provisorischen Straße darf man nicht halten, überall stehen Warnungen vor Wärmeinseln und gefährlichen Gasen.

Auch die Landwirte auf La Palma leiden immer noch unter der Katatstrophe, berichtet Spiegelhauer: Die Lava sei über mehr als zweihundert Hektar Bananenplantagen gewalzt. Bananen sind neben dem Tourismus zentral für die Wirtschaft auf der kleinen Kanareninsel.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Diverses Vulkanausbruch auf La Palme: Jahrestag und es brodelt immer noch

Dauer

500 Millionen Euro wurden nach Angaben von Behörden an staatlichen Hilfen und Versicherungsleistungen bereitgestellt. Die Betroffenen kritisieren jedoch Behördenwirrwarr und eine teilweise nur schleppende Auszahlung von Hilfen.

So sah der Vulkanausbruch auf La Palma vor einem Jahr aus

Mehrer Wochen spie der Vulkan in der Cumbre-Vieja-Kette auf der Kanareninsel La Palma aus – zum Teil mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen, die er als glühend rote Flüsse aus geschmolzenem Gestein in den Atlantik schickte.

Ein mit Asche bedeckter Stuhl in einer Sperrzone von Las Mancha. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Kike Rincón)
Ein mit Asche bedeckter Stuhl in einer Sperrzone von Las Mancha. picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Kike Rincón Bild in Detailansicht öffnen
Mit Asche bedeckte Autowracks in Las Manchas auf La Palma. picture alliance / abaca | Europa Press/ABACA Bild in Detailansicht öffnen
Auch ein Spielplatz in Las Manchas ist mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. picture alliance / abaca | Europa Press/ABACA Bild in Detailansicht öffnen
Der mit Asche bedeckte Friedhof von Las Manchas. picture alliance / abaca | Europa Press/ABACA Bild in Detailansicht öffnen
Asche bedeckt die Stühle auf der Terrasse eines Hauses, während der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma weiter ausbricht. Wissenschaftler schätzen, dass der Vulkan über 10.000 Millionen Kubikmeter Asche ausgestoßen hat. picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf ein mit Vulkanasche bedecktes Haus. Die Kanareninsel La Palma ist vom stärksten Erdbeben seit dem Vulkanausbruch vor knapp sieben Wochen erschüttert worden. picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti Bild in Detailansicht öffnen
Asche bedeckt die Gräber auf dem Friedhof von La Palma. picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti Bild in Detailansicht öffnen
Asche bedeckt eine der Straßen des Dorfes Puerto Naos. picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti Bild in Detailansicht öffnen

Zerstörerischer Lavastrom auf La Palma

Wie unaufhaltsam sich die Lava ihren Weg bahnt, zeigen die Bilder der größten öffentlichen Forschungseinrichtung Spaniens, Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC).

Avance destructivo de la colada norte del volcán de #LaPalma. Se ha detenido antes de llegar al mar y ahora todo el fujo de lava avanza hacia el polígono industrial del Callejón de la gata. Imágenes captadas por un equipo del @IPNA_CSIC https://t.co/y8raZBNxNS

Ein weiterer Twitter-User berichtet von Strahlen um den Vulkan herum:

El Volcán de La Palma continúa mostrándonos su poder. Anoche vimos como se formaban decenas de rayos a su alrededor. https://t.co/l52a2BYOSK

Vulkan sorgt für überwältigende Bilder

Auf Instagram zeigen Fotografen – trotz aller Tragik – die Schönheit des zerstörerischen Naturschauspiels:

Besonders beeindruckend sind Aufnahmen mit Langzeitbelichtung.

Nachts wird viel deutlicher, wie heiß es am Vulkan ist – dann sieht man die Lava kilometerweit rot glühen.

Besonders beeindruckend sind auch Aufnahmen, die mit einer Drohne entstehen.

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