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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Die Vulkanasche ist auf La Palma allgegenwärtig. Doch nicht nur am Boden, auch in der Luft breitet sie sich aus – und führt zu einem beeindruckenden Natur-Schauspiel.

NASA-Forscher des Earth Observatory staunten in der zurückliegenden Woche ziemlich: Der Vulkan Cumbre Vieja paffte Ringe wie ein Zigarrenraucher. Sie bilden sich in einer Höhe von rund 5,3 Kilometern. Hier das seltsame Phänomen in einer Aufnahme der NASA:

Der Vulkan auf #LaPalma kommt nicht zur Ruhe. Zwischenzeitlich hat sich über der Insel ein seltenes Phänomen ereignet: Der Vulkan rauchte Ringe. https://t.co/VCwNNrVgW9

Verrückter Anblick mehrere Kilometer über dem Vulkan-Schlot von La Palma

Laut Experten des Izaña Atmospheric Research Center auf Teneriffa ist eine Inversionsschicht in der Atmosphäre der Grund für die Ascheringe. Einfach ausgedrückt: Oben ist es ausnahmsweise wärmer als unten – Asche und Rauch können dabei nicht weiter aufsteigen. Wie das (im Zeitraffer) von unten aussieht, seht ihr hier:

This time-lapse from @cielodecanarias shows the interaction of the #VolcanLaPalma eruptive plume with the Temp inversion at the top of the Saharan Air Layer that forces it to move horizontally at 5300m asl. The volcano emits pulses of different intensity which causes these waves! https://t.co/L2MblhV7Ab

Dass dabei Ringe entstehen und keine geschlossene Decke, liegt laut den Wissenschaftlern daran, dass der Vulkan seine Asche stoßweise ausstößt und nicht gleichmäßig.

Ein Gutes hat der Vulkanausbruch für La Palma

Seit rund drei Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja Asche und Lava aus. Sie lassen die Insel immerhin um ein bislang 30 Hektar großes Lavafeld wachsen. Andererseits hat die Lava bislang über 350 Hektar bewohntes Gebiet zugedeckt und zwingt viele Bewohner, wegen Asche und giftiger Gase zu Hause zu bleiben.

Was dort in den vergangenen zwei Wochen geboten war, könnt ihr hier nachlesen:

Magma fließt immer noch so hoch wie ein dreistöckiges Gebäude

Derweil kommt der Vulkan nicht zur Ruhe: Am Sonntag flossen riesige Blöcke flüssiger Lava einen Hügel hinunter. Nach Angaben des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau war die Magma dabei so hoch wie ein dreigeschossiges Gebäude. Behörden registrierten allein am Sonntag 21 kleinere Erdstöße, bis zu einer Stärke von 3,8.

Knapp 1.200 Gebäude wurden bereits zerstört, etwa 6.000 Menschen mussten ihre Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen. Die auch bei deutschen Touristen beliebte Insel hat rund 83.000 Einwohner.

Nach Angaben des Instituts für Vulkanologie der Kanarischen Inseln hatte der Lavastrom am Sonntag eine Temperatur von bis zu 1.240 Grad Celsius. In der Ortschaft Todoque seien dadurch die letzten noch stehenden Gebäude zerstört worden.

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Radionachrichten 14. August, 3:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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