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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Viele in ihrer Republikanischen Partei hassen sie. Im Januar fliegt sie aus dem Kongress. Und doch könnte das erst der Anfang sein: Liz Cheney will weiter gegen Trump kämpfen.

Jubel bei Trump-Anhängern: Liz Cheney, Tochter von Ex-Vizepräsident Dick Cheney, selbst ultrakonservativ, wird im Januar ihren Sitz im US-Repräsentantenhaus verlieren. Eine satte Mehrheit von Republikanern stimmte bei den Vorwahlen im US-Staat Wyoming für Harriet Hageman. Die wird von Trump unterstützt.

Cheney: „Wir sind stärker und entschlossener“

Cheney scheint das fast egal zu sein. Seit rund eineinhalb Jahren kämpft sie gegen Trump. Sie ist eine von nur zwei Republikanern im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Kapitol-Erstürmung durch radikale Trump-Anhänger.

Noch vor wenigen Tagen hat sie sich auf ihrem privaten Twitter-Account an Wähler und Politiker gewandt: „Millionen Amerikaner im ganzen Land – Republikaner, Demokraten, Unabhängige – stehen gemeinsam für die Freiheit. Wir sind stärker, entschlossener und haben mehr Hingabe als die, die versuchen, unsere Republik zu zerstören.“

Millions of Americans across our nation – Republicans, Democrats, Independents – stand united in the cause of freedom. We are stronger, more dedicated, and more determined than those trying to destroy our Republic. This is our great task and we will prevail. https://t.co/yjh7XU9lgR

Cheney nach der Niederlage: „Werde alles tun, um Trump zu verhindern“

Und eine von rund einem Dutzend bekannter Republikaner, die ihre „Grand Old Party“ vor dem Rechtspopulisten retten wollen. Der 2020 abgewählte Ex-Präsident hat wiederholt eine mögliche erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 ins Spiel gebracht.

Doch für Cheney ist das Spiel nicht vorbei: Die 56-jährige Cheney – selbst Vertreterin des traditionell-konservativen Republikaner-Flügels – versprach noch am Wahlabend, sie werde alles unternehmen, um eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus zu verhindern.

„Trump darf nie wieder in die Nähe des Oval Office“

Sie habe seit der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 gesagt, dass Trump „nie wieder in die Nähe des Oval Office“ gelangen dürfe.

Cheney kämpft seit der Wahl vehement gegen Trumps offensichtliche Lüge von der „gestohlenen Wahl“. „Diese Wahl wurde nicht gestohlen“, hat sie wieder und wieder öffentlich festgestellt. Das nehmen ihr die Trump-Anhänger übel. Trump natürlich auch, der keine Gelegenheit auslässt, Cheney als karrieresüchtige Lügnerin hinzustellen.

Und doch: Wer weiß, ob die mutige Politikerin am Ende nicht einen Sog erzeugt. Viele schätzen Mut, Überzeugung und Durchhaltevermögen. Den Abend ihrer Niederlage nutzte Cheney für eindringliche Warnungen – von Resignation keine Spur: „Deshalb bitte ich Sie heute Abend, sich mir anzuschließen. (...) Lassen Sie uns entscheiden, dass wir zusammenstehen werden.“

Wie viele andere haben sie die Ereignisse am 6. Januar 2021 zutiefst geschockt. Dieses Video hat sie auf ihrer Twitter-Seite angeheftet und darüber geschrieben: „Dies ist kein 'legitimer politischer Diskurs'.“

This was January 6th. This is not “legitimate political discourse.” https://t.co/lKgbVyVcJr

In den USA werden seit Monaten Vorwahlen für die Kongress-Zwischenwahlen im November abgehalten. Bei den Republikanern gelten die Vorwahlen auch als Gradmesser dafür, wie groß Trumps Einfluss auf die Konservativen noch ist.

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Die AFP (Agence France-Presse) ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, Reuters, AP und SID.

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