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Geschäfte, Restaurants und der Sport: Die Lockerungen in der Corona-Krise gehen weiter. Das ändert sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz:

Das gilt in Baden-Württemberg

Gastronomie

Restaurants dürfen unter strengen Auflagen zu Abstand und Hygiene ab Montag, den 18. Mai drinnen und draußen wieder den Betrieb aufnehmen - nicht aber zum Beispiel Bars, reine Schankwirtschaften oder Diskotheken. Die Regeln sind vielfältig und nicht ganz unkompliziert:

„Sie werden platziert“

In einigen Lokalen muss man vor dem Besuch reservieren. Um Kontakte nachverfolgen zu können, notieren Betreiber mit Einverständnis der Gäste den Name des Gastes, Datum und Uhrzeit des Besuchs und Kontaktdaten. Die Daten müssen nach vier Wochen gelöscht werden. Natürlich müssen die Gäste Abstand halten. Tische sollen im Abstand von mindestens 1,5 Metern angeordnet werden. Gäste dürfen nur auf zugewiesenen Plätzen sitzen. Gäste müssen vor Betreten der Gaststätte die Hände desinfizieren. Der Kontakt zum Personal muss sich auf ein notwendiges Mindestmaß beschränken. Soweit räumlich möglich, sollen die Beschäftigten einen Servierwagen nutzen. Bezahlt werden soll möglichst ohne Bargeld. Angestellte müssten einen Mund-Nasenschutz tragen.

Camping

Touristen und Dauercamper dürfen dann auch wieder auf Campingplätzen übernachten - im Caravan, im Reisemobil oder in festen Mietunterkünften. Es muss allerdings eine eigenständige Versorgung sichergestellt sein. Die Sanitärbereiche der Anlagen bleiben zunächst geschlossen.

Das gilt auch für Wohnmobilstellplätze. Auch Ferienwohnungen dürfen wieder genutzt werden. Hotels hingegen dürfen vorerst weiter keine Touristen empfangen. Auch Freizeiteinrichtungen im Freien dürfen wieder öffnen, Freizeitparks aber noch nicht.

Kitas und Schulen

Ab dem 18. Mai sollen zunächst die Grundschulen wieder in den Präsenzunterricht einsteigen. Begonnen werde laut Kultusministerium mit den Viertklässlern. Der Präsenzunterricht werde dann mit dem Lernen zu Hause kombiniert, so Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Begonnen werde mit den Viertklässlern. Der Unterricht soll sich dabei auf die Kernfächer konzentrieren. Außerdem wird die Klassengröße halbiert, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. "Wir gehen von zwei bis drei Unterrichtsstunden am Tag aus", so die Kultusministerin.

Auch die Abiturprüfungen für die rund 29.500 Schüler an allgemeinbildenden Gymnasien im Land beginnen am Montag, den 18. Mai. Etwa 29.500 Schüler der allgemeinbildenden Gymnasien beginnen bereits am 18. Am 20. Mai folgen dann die rund 17.900 Prüflinge der beruflichen Gymnasien.

Nach den Pfingstferien sollen dann alle Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht bekommen, der mit den Fernlernangeboten kombiniert werden soll.

Am 18. dürfen auch berufliche Bildungseinrichtungen wie etwa Berufsschulen den Betrieb wieder aufnehmen. Allerdings gelten ähnlich wie in allgemeinbildenden Schulen strenge Regeln zu Abstand und Hygiene, hinzu kommen besondere Vorgaben zum Beispiel für Ausbildungswerkstätten oder Wohnheime.

Kitas dürfen laut einem Beschluss der Corona-Lenkungsgruppe auch ab 18. Mai für maximal 50 Prozent der Kinder wieder öffnen. Kinder in der erweiterten Notbetreuung oder mit besonderem Förderbedarf haben Vorrang. Außerdem sollen Kinder, die vor der Schließung die Einrichtung besucht haben, zumindest tageweise wieder die Kita besuchen können, sofern dies räumlich und personell möglich ist.

Musikschulen durften mit Einschränkungen schon ab 11. Mai wieder loslegen.

Alten- und Pflegeheime

Patienten und Bewohner von Pflegeheimen dürfen vom 18. Mai an wieder Besuch bekommen, müssen sich aber an einige Regeln halten: Pro Patient und Tag ist im Krankenhaus nur ein Besucher erlaubt. Wer jemanden besuchen möchte, muss sich vorher anmelden, eine Schutzmaske tragen, Abstand halten und seine Kontaktdaten hinterlassen, damit er oder sie bei Bedarf erreicht werden kann. Wer in einer Pflegeeinrichtung lebt, darf pro Tag einmal Besuch von maximal zwei Personen bekommen. In besonderen Fällen sind Ausnahmen möglich – beispielsweise, wenn ein Mensch im Sterben liegt. Ansonsten gelten die gleichen Beschränkungen wie in Krankenhäusern. Besucher, bei denen eine aktive COVID-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten.

Massagen und Kosmetik

Sonnenstudios, Massage-, Kosmetik- und Nagelstudios sollen ebenfalls am 11. Mai wieder öffnen dürfen. Im Freizeitbereich können Spielbanken ohne gastronomische Angebote wieder den Betrieb aufnehmen. Auch Tattoostudios dürfen wieder öffnen.

Veranstaltungen

Ab dem 1. Juni sollen sogenannte "Kleine künstlerische Veranstaltungsformate" von unter 100 Personen möglich werden. Dazu müssen die Räumlichkeiten entsprechend groß sein, damit die Abstandsvorgaben erfüllt werden können. Dies gilt nicht nur für Besucher, sondern auch für die Künstler.

Außerdem müssen von allen Besuchern persönliche Daten erfasst werden, um mögliche Infektionsketten zurückverfolgen zu können.

Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Taufen mit bis zu 100 Menschen könnten laut Vorschlag zu einem Stufenkonzept vom 1. Juni an wieder erlaubt werden. Zeitgleich sollen auch öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wie Vereinsversammlungen oder Theateraufführungen in dieser Größenordnung zulässig sein. Öffentliche Veranstaltungen wie Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, bei denen nicht zu kontrollieren ist, wer sie besucht, sollen allerdings bis zum 31. August verboten bleiben.

Freizeit-Sport

Sport in der Gruppe ist draußen und ohne Körperkontakt ist ab 18.5. wieder erlaubt. Freiluft-Sportanlagen wie Golf- oder Tennisplätze, aber auch Reitanlagen und Hundeschulen dürfen dann wieder öffnen. Gleiches gilt für Fahrschulen, Sportboothäfen und den Luftsport.

Grenzen

An der Grenze zu Frankreich sind schon am Samstag die Kontrollen gelockert worden - viel wird sich zunächst aber nicht ändern. Zur Arbeit, für den Schulbesuch oder wegen eines wichtigen familiären Grunds ist der Übertritt erlaubt. Zum Einkaufen dürfen die Franzosen nicht einfach nach Deutschland fahren. Deutsche müssen weiterhin einen französischen Passierschein mit ihrem Einreisegrund ausfüllen. Erleichterung wird mit den nur noch stichprobenartig durchgeführten Grenzkontrollen für die Berufspendler am Montag erwartet. Seit Einführung der Kontrollen hatten sich zu den Stoßzeiten lange Staus an den Grenzübergängen gebildet.

Das gilt jetzt in Rheinland-Pfalz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am 13. Mai neue Regeln verkündet:

Dauer

Neu: Das gilt ab 27. Mai

Fitnessstudios und Freibäder

Ab dem 27. Mai können unter anderem Fitnessstudios und Freibäder unter ganz bestimmten hygienischen Auflagen öffnen. Das hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Mittwoch, 13. Mai, angekündigt. Dies gilt auch für andere Sportarten in Innenanlagen wie zum Beispiel Tanzschulen. (Hallenbäder und Saunen folgen am 10. Juni).

Theater, Kleinkunstbühnen, Konzertsäle und Kinos können ebenfalls ab Ende Mai unter bestimmten Auflagen wieder öffnen. Allerdings muss es laut Dreyer in einigen Bereichen noch Absprachen auf Bundesebene geben. So seien Chorauftritte noch ungeklärt.

Auch ab dem 27. Mai sind Flohmärkte unter freiem Himmel wieder gestattet, Flohmärkte in Hallen ab dem 10. Juni. Freizeitparks und Innenbereiche von Zoos dürfen ebenfalls ab dem 10. Juni wieder für Besucher öffnen. Auch Messen können wieder stattfinden.

Diskos bleiben zu, private Feiern nur mit Abstand

Geschlossen bleiben allerdings weiterhin die Diskotheken, da das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen weiterhin zu hoch ist.

Private Feiern will die Landesregierung explizit nicht regeln. „Wir finden es nicht angemessen und möglich, dass die Polizei in private Feiern geht“, so die Ministerpräsidentin. Die Regelungen für den öffentlichen Raum solle man auch im privaten Bereich verfolgen. 

Veranstaltungen und Feste

Der nächste wichtige Termin ist der 27. Mai. Ab dann sollen mit besonderen Regeln Konzerthäuser, Theater, Kinos und Freibäder wieder öffnen dürfen. Und auch zum Beispiel alle, die diesen Sommer heiraten wollen, können weiter planen:

Außenveranstaltungen mit maximal 100 Menschen werden ab dem 27. Mai wieder möglich. Vom 10. Juni an wird die Personenbegrenzung auf 250 angehoben. Ab 10. Juni sind auch Innenveranstaltungen mit maximal 75 Personen wieder erlaubt, ab dem 24. Juni dürfen es dann drinnen bis zu 150 Menschen sein.

Veranstalter wie Hochzeitslocations müssen aber ein sogenanntes Schutzkonzept vorlegen, mit dem sie sicherstellen, dass sich eine mögliche Infektion nicht ausbreitet. Zum Beispiel indem sie enge Bereiche absperren, Tische mit Abstand aufstellen und festhalten wer bei dem Event dabei war.

Weiterhin untersagt sind währenddessen Volks- oder Weinfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern oder auch größere Konzerte.

Kontaktbeschränkungen

Angehörige von zwei Haushalten – also zum Beispiel zwei Familien – sollen sich ab Mittwoch, den 13. Mai, wieder treffen dürfen. Dies sei sehr lebensnah, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). So könnten zwei Paare auch mal wieder zusammen essen gehen und die Kinder sich solange miteinander beschäftigen.

Einkaufen

Seit dem 4. Mai dürfen in Rheinland-Pfalz wieder alle Geschäfte unabhängig von der Verkaufsfläche öffnen.

Kitas

Eine Rückkehr zum gewohnten Kita-Alltag ist nicht absehbar, aber es gibt eine Perspektive. Angehende Schulkinder sollen bis Anfang Juni vorrangig in die Kita zurück, alle anderen sind ebenfalls willkommen - sofern Platz ist. 

Schulen

Die Schulen wurden zum 25. Mai für die dritten, fünften und sechsten Klassen geöffnet. Am 8. Juni folgen die übrigen: die Klassen eins, zwei, sieben, acht und neun. Mitte Juni sollen alle Schüler wieder in der Schule sein und nach einem rollierenden System unterrichtet werden – am 6. Juli beginnen die Sommerferien. Bereits zum 18. Mai sei für weitere Klassen der Berufsbildenden Schulen eine Rückkehr zum Präsenzunterricht vorgesehen.

Musik- und Volkshochschulen

Unterricht an Musikschulen ist inzwischen wieder für maximal drei Personen inklusive Lehrkraft erlaubt – ausgenommen ist  Gesangsunterricht. Volkshochschulen und Weiterbildungsträger können ab dem 13. Mai wieder aufmachen, müssen aber Regeln wie die Schulen befolgen.

Hotels

Ab 18. Mai sind die Hotels in Rheinland-Pfalz wieder offen. Der Betrieb ist nur unter Auflagen erlaubt. Hallenbad und Sauna sind erstmal tabu. 

Gaststätten

Restaurants, Cafés und Gaststätten konnten bereits ab 13. Mai öffnen – drinnen und draußen von 6 bis 22 Uhr, aber nur unter Einhaltung der Hygieneschutz- und Abstandsregeln. Eine Bewirtung ist nur an Tischen erlaubt. Gäste müssen vorausbuchen und eine Kontaktnachverfolgung ermöglichen. Los gehen kann es dann auch wieder für die Fahrgastschifffahrt. Sie werde gleichgesetzt mit den Gastronomen, sagte Dreyer.

Gottesdienste

Gottesdienste und andere religiösen Versammlungen sind seit dem 3. Mai wieder möglich, wenn auch unter Bedingungen: So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

Tourismus

Campingplätze können ihren Betrieb wieder aufnehmen - aber nur, wenn Camper dort über eigene sanitäre Einrichtungen verfügen. Dauercamper dürfen bereits ab dem 13. Mai wieder auf ihre Plätze.

Museen und Zoos

Zoos und Botanische Gärten in Rheinland-Pfalz durften ihre Außenbereiche seit dem 20. April wieder öffnen. Die Museen dürfen ab Montag wieder aufmachen. Allerdings müssen sie bestimmte Hygienebedingungen gewährleisten und auf das Einhalten der Abstandsregelungen achten.

Breitensport

Er soll wieder im Freien ausgeübt werden dürfen. Allerdings müssten die Abstandsregeln eingehalten werden, und es dürfe kein Wettkampf oder wettkampfähnliche Situation entstehen, so die Landesregierung. Ein Termin und Einzelheiten müssen noch festgelegt werden. Schwimmbäder oder andere Indoor-Sporteinrichtungen bleiben bis auf weiteres dicht. Bestimmte Individual- und Paarsportarten wie Tennis oder Golf sind schon seit 20. April wieder erlaubt.

Spielplätze

Kommunen dürfen Spielplätze seit 3. Mai wieder freigeben, allerdings stehen die Eltern in der Pflicht, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:25 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Friseure, Kosmetik- und Nagelstudios

„Körpernahe Dienstleistungen“ können auch am nächsten Mittwoch (13. Mai) wieder öffnen - nach Terminvereinbarung und unter Einhaltung von Hygienestandards. Friseure empfangen bereits seit dem 4. Mai wieder Kunden.

Großveranstaltungen

Volks-, Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen mit vielen Teilnehmenden bleiben bis mindestens 31. August verboten. Auf eine Teilnehmerzahl für eine Großveranstaltung hat sich Rheinland-Pfalz nicht festgelegt. Zahlen seien nicht besonders überzeugend, sagte Dreyer. Eine Open-Air-Veranstaltung mit 100 Zuschauern, die jeweils anderthalb Meter voneinander entfernt sitzen, sei unbedenklicher als 50 Zuschauer, die eng aufeinander sitzen oder 500 Teilnehmer, „von denen jeder steht und tut, was er will“. Die Regierung werde eine Kategorisierung auf den Weg bringen.

Alten- und Pflegeheime

Hier wurde das Besuchsverbot aufgehoben. Seit dem 7. Mai ist ein Gast für maximal eine Stunde pro Tag und Bewohner erlaubt. Die neue Verordnung gilt zunächst bis 21. Mai.

Fahrschulen

Auch sie können laut Landesregierung für alle Führerscheinklassen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Ein genaues Datum steht aber noch nicht fest.

Kinos

Kinos sind seit Ende März geschlossen. Autokinos sind aber erlaubt.

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