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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Die Klima-Aktivistin droht in einer Instagram-Story mit einem Anschlag in Afrika. AfD-Frau Beatrix von Storch findet das gar nicht witzig.

Luisa Neubauers „Scherz“, sie wolle eine Pipeline sprengen, hat jetzt juristische Konsequenzen. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat Neubauer angezeigt. Das hat die Politikerin in einem Twitter-Video erklärt. Von Storch warnte vor „Klimaterrorismus“.

Ich habe Luisa #Neubauer angezeigt. Wegen der Androhung von Sprengstoffanschlägen. Die #Klimasekte radikalisiert sich. Es droht: #Klimaterrorismus und eine #grüneRAF. Staatsanwaltschaft und BfV sind jetzt dran! https://t.co/oHVqvXPtaH

Luisa Neubauer sorgt mit Instagram-Story für Zündstoff

Was hat es mit dem Neubauer-Scherz auf sich? Während Greta Thunberg das internationale Gesicht der Klimastreiks von Fridays for Future ist, hat sich in Deutschland vor allem Luisa Neubauer als Kämpferin für den Klimaschutz einen Namen gemacht.

Vor Kurzem hat die 26-Jährige mit einer Instagram-Story provoziert, in der sie androht, eine Öl-Pipeline in die Luft zu jagen. Auf Englisch witzelt sie darüber, die East African Crude Oil Pipeline (EACOP) zu sprengen. Dazu postete sie das Cover des Buches How to Blow Up a Pipeline des schwedischen Umweltaktivisten Andreas Malm.

Wo ist der #Verfassungsschutz? #luisaneubauer #LUISA #Gruenen https://t.co/lyHzBsbjcC

Geht Klimaschützerin Luisa Neubauer unter die Terroristen?

Meint Luisa Neubauer das tatsächlich ernst und geht jetzt unter die radikalen Umweltschützer? Natürlich nicht. Auf Twitter löst sie die vermeintliche Terrordrohung auf: Die Pipeline existiert noch gar nicht. Neubauer tritt dafür ein, dass die Leitung auch gar nicht gebaut wird.

Ihre provokante Aussage hat sie dafür genutzt, auf den Bau der EACOP aufmerksam zu machen – und freut sich über die Resonanz auf ihren Spreng-Post: „Endlich spricht man über die EACOP-Pipeline, ein 1443 km langes Klimakiller-Projekt in Afrika.

ENDLICH spricht man über die EACOP-Pipeline, ein 1443 km langes Klimakiller-Projekt in Afrika. Schön, dass Zeitungen nun berichten, dass wir dagegen arbeiten. Und wer 10 Sek. googelt stellt fest: Die Pipeline steht noch gar nicht. Wir wollen, dass die Baupläne abgeblasen werden.

„Pipeline sprengen“: Neubauer lenkt Aufmerksamkeit auf „Klimakiller“

Die EACOP ist eine geplante Pipeline, die Rohöl von einem Feld in Uganda bis an die Küste von Tansania befördern soll. Der französische Mineralölkonzern Total will sie bauen und betreiben. Sollte sie tatsächlich entstehen, wäre sie mit knapp 1.500 Kilometern Länge die längste, beheizte Pipeline der Welt.

Die Pipeline ist umstritten. Denn das Ölfeld, auf dem sie beginnen soll, liegt zum Teil in einem der größten und ältesten Nationalparks in Uganda. Hier leben unter anderem Afrikanische Elefanten, Antilopen oder Affen – auch viele bedrohte Tierarten. Sie alle wären durch den Bau und den Betrieb der Pipeline gefährdet.

Außerdem ist der Bau der Pipeline vielen Klimaschützern ein Dorn im Auge, weil es die Luft extrem verschmutzen würde. Naubauer sagte der Bild, mit dem EACOP-Projekt würde fast eine halbe Gigatonne CO2 produziert. Fast alle deutschen Versicherer und Banken seien mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen – bis auf die Deutsche Bank, kritisierte Neubauer.

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