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Leo Eder (Foto: SWR3)

Einen edlen Tropfen und feine Speisen kann man in Frankreich zur Zeit offiziell nur zu Hause genießen – wie ja auch bei uns. Inoffiziell soll es dort aber Luxus-Restaurants geben, die ihre Gäste trotz Pandemie empfangen.

Mal wieder entspannt im Restaurant mit Freunden gut essen und speisen – wer sehnt sich momentan nicht danach? In Deutschland ist das bei steigenden Inzidenzen und mäßigem Impftempo noch in Ferne.

In Frankreich eigentlich auch. Seit Ende Oktober sind dort die Restaurants wegen der Pandemie geschlossen. Die Corona-Lage hat sich in Frankreich zuletzt wieder einmal verschärft – mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 409 (Stand: 5. April).

Und dennoch sollen Luxus-Restaurants in Paris illegalerweise ihre Pforten geöffnet haben, um ihre Gäste kulinarisch zu verwöhnen, als gäbe es keine Pandemie. Angeblich sollen auch Politiker darunter gewesen sein.

Maske trägt hier niemand

Wem 490 Euro für ein Menü nicht zu viel sind, kann sich in Paris offenbar einen Restaurantbesuch „wie früher“ erkaufen. Legal ist das natürlich nicht.

Ein am Freitagabend ausgestrahlter Fernsehbericht des französischen Senders M6 zeigt mit versteckter Kamera: Wenn man den geheimen güldenen Gourmettempel erst einmal betreten hat, wirkt es, als wäre alles normal. Küsschen, Küsschen – niemand trägt Maske.

Caviar, champagne, menus de grands chefs et retrait du masque obligatoire...Nos journalistes ont pu pénétrer dans ces fêtes clandestines de haut standing qui se tiennent actuellement à Paris. 🎥@frvignolle Armelle Mehani et @CyrielleStadler en exclusivité pour le 📺#19h45 https://t.co/ClXpIWrVwZ

Wenn Sie hier einmal durch die Tür sind, gibt es kein Covid.

Ein unkenntlich gemachter Restaurant-Mitarbeiter

Offenbar ist dieses Etablissement kein Einzelfall: „Ich habe diese Woche in zwei oder drei Restaurants gegessen, die sogenannte illegale Restaurants sind, mit einer Reihe von Ministern“, sagt ein Mann, der als Organisator einer geheimen Party vorgestellt wird, in dem Bericht.

Sein Anwalt versuchte diese Aussage zu relativieren und teilte der französischen Nachrichtenagentur AFP mit, dass sein Mandant das scherzhaft gemeint habe. Er hätte einen „Sinn für das Absurde“.

Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt

Der TV-Bericht hat Konsequenzen: Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am Wochenende eine Untersuchung ein. „Ziel der Untersuchung ist es, zu überprüfen, ob Partys unter Missachtung der Gesundheitsvorschriften organisiert wurden, und zu ermitteln, wer die Organisatoren und Teilnehmer gewesen sein könnten“, hieß es.

Innenminister Gérald Darmanin forderte die Polizeipräfektur auf, „die Richtigkeit der berichteten Tatsachen zu überprüfen, um, falls sie sich bestätigen, die Organisatoren und Teilnehmer dieser heimlichen Abendessen strafrechtlich zu verfolgen“.

A la suite du reportage de M6, j’ai demandé au Préfet de police de Paris de vérifier l’exactitude des faits rapportés afin, s’ils sont vérifiés, de poursuivre les organisateurs et les participants de ces dîners clandestins.

Unter den Hashtags #OnVeutLesNoms (deutsch: „Wir wollen die Namen“) und #OnVeutDesNoms (deutsch: „Wir wollen Namen“) fordern auch Menschen in den sozialen Netzwerken Aufklärung der geheimen Dinnerpartys.

Frankreich verlängert Lockdown-Maßnahmen

Erst am Wochenende sind in Frankreich neue landesweite Beschränkungen in Kraft getreten. Es gilt eine Ausgangssperre von 19 bis 6 Uhr. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben bisher mehr als 96.000 an Covid-19 erkrankte Menschen. Besonders die Intensivstationen im Großraum Paris sind überfüllt.

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Leo Eder (Foto: SWR3)

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