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Mafia-Boss Giovanni Brusca ist für schreckliche Verbrechen verantwortlich – jetzt ist er wegen guter Führung nach 25 Jahren Haft vorzeitig auf freiem Fuß. In Italien herrscht Empörung und Entsetzen. Keiner hat die brutalen Morde von Brusca vergessen.

Der 64-Jährige soll an Hunderten Morden beteiligt gewesen sein, darunter an der grausamen Ermordung eines 12-jährigen Jungen, dessen Leiche in Säure aufgelöst wurde. 1993 hatte er den 12-jährigen Giuseppe Di Matteo entführt, den Sohn eines abtrünnigen Mafioso. Nach zwei Jahren Geiselhaft unter schrecklichen Bedingungen war das Kind schließlich erwürgt und seine Leiche in Säure aufgelöst worden.

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Wegen guter Führung: Brusca konnte das Gefängnis verlassen

Wegen guter Führung war das Mitglied der sizilianischen Mafia Cosa Nostra am Montag aus einem Gefängnis in Rom nach 25 Jahren frühzeitig entlassen worden. Brusca steht jedoch weiter unter Bewachung. In den kommenden vier Jahren gilt für ihn die sogenannte Freiheit unter Aufsicht, so das Magazin L'Espresso.

Brusca zündete die 500-Kilo-Bombe, die Mafia-Richter Falcone tötete

Der 64 Jahre alte Mafioso hatte nach seiner Festnahme im Mai 1996 gestanden, am 23. Mai 1992 in Capaci bei Palermo persönlich den Knopf für die Fernzündung einer 500-Kilo-Bombe unter dem Auto des Ermittlungsrichters gedrückt zu haben. Bei der Explosion kamen der Mafia-Richter Giovanni Falcone, dessen Ehefrau Francesca Morvillo sowie drei Leibwächter ums Leben. Falcone hatte sich viele Jahre gegen die Mafia engagiert.

In diesem Auto starb 1992 in Sizilien der Richter Giovanni Falcone, dessen Ehefrau und drei Leibwächter bei einem Bombenattentat der Mafia (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | -)
In diesem Auto starb 1992 in Sizilien der Richter Giovanni Falcone, dessen Ehefrau und drei Leibwächter bei einem Bombenattentat der Mafia picture alliance / dpa | -

Die Schwester von Falcone sagte der Zeitung La Repubblica zur vorzeitigen Freilassung von Brusca:

Menschlich gesehen ist das eine Nachricht, die schmerzt. Aber so ist das Gesetz. Eine Rechtsprechung, die mein Bruder so gewollt hatte und die respektiert werden muss.

Italien reagiert mit Unverständnis, Entsetzen und Empörung

Rom-Korrespondent Jörg Seisselberg berichtete in der SWR3 Nachmittagsshow mit Volker Janitz, dass die Italiener es Brusca nicht glauben, dass er keine weiteren Straftaten begehen werde. Zu brutal waren seine Verbrechen.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten „Sie nehmen es ihm nicht ab, dass er sich gebessert hat“

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