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Ein Mainzer Fan kündigt seine Mitgliedschaft, weil seiner Meinung nach zu viele ausländische Spieler auf dem Platz stehen. Der Verein antwortet mit einen bemerkenswerten Appell für Vielfalt und Toleranz.

Der Fußball-Bundesligist Mainz 05 hat auf seiner Homepage Teile des Kündigungsschreibens eines ehemaligen Vereinsmitglieds öffentlich gemacht. Auch wenn die Person, deren Namen der Verein nicht nennt, nach eigenen Angaben „auf keinen Fall rassistisch veranlagt“ sei, wird genau das im weiteren Schreiben deutlich.

So werde deutschen Talenten angeblich keine Chance mehr gegeben, wenn „seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen“. Spieler wie Noveski, Bungert, Rose, Babatz, Weiland oder Bell hätten demnach für Werte und Mentalität gestanden, sie seien „Kerle, die mit Herzblut dabei waren“, heißt es in dem Kündigungsschreiben, das Mainz 05 auszugsweise veröffentlicht hat.

Mainz 05 antwortet öffentlich

Darunter folgt die Reaktion des Vereins. Er grenzt sich konsequent von seinem ehemaligen Mitglied ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Kündigungen bedauere der Bundesligist diese Kündigung nicht. In der Antwort wird deutlich gemacht, wo Rassismus beginnt, nämlich wenn man Menschen allein anhand ihrer Hautfarbe oder anderer gruppenbezogener Merkmale unterscheidet: „Rassismus beginnt da, wo rassistische Gedanken geäußert werden, nicht nur, wenn sich jemand selbst als Rassist bezeichnet – was in den seltensten Fällen vorkommt.“

Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt.

Mainz 05

Offenheit, Respekt und Mitmenschlichkeit – für Mainz 05 selbstverständlich

Weiter heißt es in dem Antwortschreiben, dass Mainz 05 „die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten“ fördert. Der Verein sieht sich als weltoffen, parteipolitisch und konfessionell neutral. Er stehe allen Menschen offen, ob mit oder ohne Behinderung, und unabhängig von Alter, Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität. Das stehe so auch in der Vereinssatzung.

Diese Werte verteidige der Verein und gebe sie aktiv an nachfolgende Generationen von Fans und Mitgliedern weiter, erklärt der Bundesligist.

Mainzer Profis setzen Zeichen gegen Rassismus

Dass der ehemalige Fan die Hautfarbe der Spieler als Ursache für eine sportlich schlechte Phase nenne, sei „besonders perfide“. Der Verein verweist außerdem auf die vielen symbolischen und solidarischen Aktivitäten nach dem Tod von George Floyd in den USA. Dazu stellte der Bundesligist auch ein Foto online, wie die Profis Moussa Niakhaté und Kunde Malong nach dem Sieg in Frankfurt am Spielfeldrand knien und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Wir unterstützen die Botschaft unserer Torschützen! #blacklivesmatter ✌🏿✌🏾✌🏽✌🏼✌🏻Gepostet von 1. FSV Mainz 05 am Samstag, 6. Juni 2020

Mainz 05 stellt abschließend fest: Der Zeitpunkt der Kündigung mit einer solchen Begründung zeige, dass die „ablehnende Wertebasis“ bei dem Ex-Mitglied „tief verankert scheint“. Anders als bei ihm gelte für den Verein „uneingeschränkt: ,Black Lives Matter'.“

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