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Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine klinische Prüfung von Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Den Zuschlag hat das Mainzer Unternehmen Biontech erhalten. Wir klären, was das bedeutet und wie es jetzt weitergeht.

Weltweit gibt es ein Wettrennen um einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst werden kann. Nun darf das Mainzer Unternehmen Biontech eine erste deutsche Studie an möglichen Impfstoffen durchführen. Damit ist noch kein Impfstoff zugelassen, aber die nächsten Schritte werden eingeleitet. Die wichtigsten Fragen auf einen Blick.

Warum ist die Zulassung besonders?

Für die Forschung in Deutschland ist die Zulassung der Studie ein Meilenstein, denn bei der handelt es sich um die erste deutsche Studie für einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Zum Vergleich: Weltweit gibt es erst vier Studien von möglichen Corona-Imfstoffen, nämlich in China, den USA und in England.

Außerdem kam die Zulassung verhältnismäßig schnell – das hat der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des Mainzer Unternehmens Ugur Sahin gesagt. Vom Konzept bis zur Zulassung habe es drei Monate gedauert. Das zeigt auch, dass solche Prozesse in Deutschland schnell gehen können.

Warum gerade Biontech?

Biontech konnte bei der Entwicklung eines solchen Stoffes unter anderem auch deshalb so schnell sein, weil das Unternehmen auf diesem Gebiet bereits seit einiger Zeit forscht – für andere Grippe-Impfungen und vor allem für die Behandlung von Krebspatienten. Biontech arbeitet außerdem mit dem US-Konzern Pfizer und in China mit Fosun Pharma am Impfstoffprogramm BNT162.

Was ändert sich jetzt?

Sahin sagte am Mittwoch auch, in den letzten drei Monaten habe es bereits Tests mit möglichen Impfstoffen an Mäusen gegeben. Mit der Zulassung für das Mainzer Unternehmen am Mittwoch kann in Deutschland aber erstmals auch an Menschen getestet werden.

Wie geht es von hier aus weiter?

Ein Forschungszentrum führt jetzt die Tests durch, zunächst mit 200 gesunden Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Das kann bis zu sechs Monate dauern. In einem zweiten Teil sollen dann 500 Personen getestet werden, darunter auch sogenannte Corona-Risikopatienten – also Leute, die älter als 55 Jahre sind und oder die Vorerkrankungen haben. In diesem zweiten Teil könnte – wenn alles gut läuft – auch schon medizinisches Personal einbezogen und dementsprechend zumindest teilweise geimpft werden.

Warum muss so viel getestet werden?

Untersucht werden muss nicht nur die Wirksamkeit des Medikaments, sondern auch die Verträglichkeit. Da müssen die Experten folgende Fragen klären: Welche Nebenwirkungen gibt es? Welche Dosierung brauch man? Muss man einmal oder zweimal impfen?

Wann gibt es dann einen zugelassenen Impfstoff

Biontech hofft, schon Ende Juni erste Daten zu haben. Bis Herbst oder Ende des Jahres ist sogar das Ziel, Tausende Personen getestet zu haben. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und in China – da hat Biontech nämlich Kooperationen.

Dass schon in diesem Jahr ein erster Impfstoff für alle Menschen zugelassen und verfügbar ist, das hält das Paul-Ehrlich-Institut, das am Mittwoch die Genehmigung in Deutschland bekannt gegeben hat, für unwahrscheinlich. Bis massenhaft gegen das Virus geimpft werden kann, werden vermutlich noch mehrere Monate vergehen. Experten des Paul-Ehrlich-Instituts schätzen, dass es dazu frühestens 2021 kommen wird.

Wird der Impfstoff, wenn er in Deutschland getestet wird, dann auch schneller hier zugelassen?

Wenn ein Impfstoff erfolgreich ist – also zum Beispiel nach den Tests in Mainz – dann wird er deshalb nicht schneller hier zugelassen. Denn für Impfstoffe und deren Zulassungen gibt es Regelungen, die EU-weit gelten. Heißt: Sie werden dann EU-weit zugelassen.

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