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Corona hat den Alltag verändert: Video-Anrufe – beruflich oder privat – sind nicht mehr wegzudenken. Das hat Auswirkungen auf die Schönheitsbranche. Doch ein Experte gibt Tipps, wie man eine OP umgehen kann.

„Vor der Pandemie hat kaum jemand sein eigenes Gesicht so oft gesehen wie jetzt“, erklärt Prof. Dr. Dr. Werner Mang im SWR. Der Grund: Video-Konferenzen.

Mehr Videotelefonate, mehr Schönheits-OPs

„Früher hat man einmal morgens in den Spiegel geschaut - das war's“, so Mang, der bei vielen Promis als Schönheitschirurg beliebt ist. Jetzt werde bei der Arbeit und auch privat viel mehr Videotelefonie genutzt, um den Kontakt auch während der Corona-Pandemie besser halten zu können. Dabei falle den Patienten dann eben einiges auf: „Patienten berichten, dass sie beim Facetimen mit der Oma ausschauen wie der Tod.“

Die Welt wird immer verrückter!

Früher seien Brustimplantate und Fettabsaugen die Nr. 1 der Schönheits-OPs in Deutschland gewesen. Doch mit Corona habe es eine Wende gegeben, so Mang. „Die Pandemie hat das etwas umgekehrt. Momentan will jeder das Doppelkinn weg haben“, erklärt der Ärzt. Der Renner seien außerdem Korrekturen von Schlupflidern und Tränensäcken.

Werner Mang: Mehr Schönheits-OPs wegen Corna (Foto: imago images, imago images / Future Image)

Nachrichten Werner Mang: „Die Pandemie hat schon ulkige Auswirkungen“

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Corona-Zeit wird Zeit für Schönheits-OPs

Schon im Sommer hatte sich gezeigt, dass es mehr Anfragen für Schönheitsoeprationen gibt. Die Vereinigung der deutschen ästhetisch-plastischen Chirurgen (VDÄPC) verzeichnet im Juli eine hohe Nachfrage – Tendenz steigend.

Als Gründe für die OPs nannten die Experten damals nicht nur den Wunsch nach Optimierung. Wer viel zu Hause sitze und sich wenig bewege, lege häufig an Gewicht zu, hieß es. Und: Den Angaben nach haben auch einige, die schon länger eine OP planten, die Zeit im Homeoffice und die Maskenpflicht genutzt, um mögliche Schwellungen im Gesicht nach einer OP zu verdecken.

Psychologen: Angst und Depressionen verstärken Wunsch nach OP

Hinter dem Anstieg der Schönheitsoperationen steckt aber offenbar auch ein großer psychologischer Aspekt. Durch die verschiedenen Quarantäne-Situationen würden Emotionen wie Angst oder auch Depressionen verstärkt, so Experten. So können auch Selbstzweifel und die Wahrnehmung einer negativen Ausstrahlung steigen – und so den Wunsch nach Veränderung hervorrufen.

Und auch wenn man sich selbst jeden Tag im Spiegel anschaue, sei es etwas ganz anderes sich in einem Video zu sehen: Der Mensch sei es normalerweise nicht gewohnt, sich selbst beim Sprechen und Emotionen zeigen zuzuschauen, erklären Psychologen. Und es gebe noch einen weiteren Aspekt. Denn Webcams verzerren das Gesicht – machen es häufig runder, auch die Nase scheint breiter.

Video-Call ohne OP: Tipps vom Schönheitschirurgen

Doch Dr. Mang hat auch ein paar Tipps, wie man sich auch ohne OP beim Video-Anruf gut fühlen kann. „Nie frontal zur Kamera schauen, sondern leicht schräg“, erklärt er. Am besten sei ein 30-Grad-Winkel. Und weiter: „Immer das Kinn nach oben und keine schlaffe Haltung — dann kann man sich den Schönheitschirurg auch ersparen.“

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 21. Mai, 5:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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