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Die Brücke soll schon lange marode gewesen sein. Als am späten Montagabend ein Zug darüber fuhr, brach sie ein. Mindestens 24 Menschen starben.

Das Unglück erinnert an den katastrophalen Brückeneinsturz von Genua: In Mexiko Stadt ist am Montagabend eine Brücke zusammengebrochen. Eine U-Bahn stürzte in die Tiefe, mehrere Autos wurden unter den Trümmern begraben.

Gut einen Tag nach dem Unglück wird das ganze Ausmaß der Katastrophe klar: Mindestens 24 Menschen sind ums Leben gekommen, 79 wurden zum Teil schwer verletzt.

Brückenpfeiler haben schon seit Jahren Risse

Es sieht so aus, als ob ein Stützpfeiler der Brücke nachgegeben hat – und das letztendlich zum Einsturz der Brücke geführt hat. Anwohner hatten schon seit vier Jahren Angst vor einem Unglück. Ein Erdbeben mit der Stärke 7,1 hatte im September 2017 Risse an mehreren Pfeilern verursacht.

Obwohl die Linie 12 die neueste U-Bahn in Mexiko-Stadt ist, gab es seit der Einweihung vor neun Jahren immer wieder Probleme. Gut ein Jahr nach der Einweihung musste die Strecke für eineinhalb Jahre stillgelegt werden. Es gab Probleme an Brücken und Kurven, außerdem waren die Schienen abgenutzt.

Finanzierung der Brücke sorgte für Skandal

Auch die Finanzierung war alles andere als sauber: Ein Teil der Gelder, die von der mexikanischen Regierung zur Verfügung gestellt wurden, waren nicht gerechtfertigt. Mehr als 60 Beamte wurden später wegen Unregelmäßigkeiten sanktioniert.

Zur Bauzeit war der heutige Außenminister Marcelo Ebrard Bürgermeister von Mexiko-Stadt. Als die Ermittler auch ihn ins Visier nahmen, setzte er sich für drei Jahre nach Paris ab. Nach dem Unfall vom Montag sagte Ebrard aber, er stehe den Ermittlungsbehörden zur Verfügung.

Bürgermeisterin will Brückeneinsturz aufklären

Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum hatte die Untersuchung zu dem „bedauerlichen und schwerwiegenden Vorfall“ angekündigt. Unter anderem will sie ein internationales Gutachterbüro mit einer statischen Untersuchung der Brücke beauftragen.

Passagiere schildern Moment des Zusammenbruchs

Während die Politiker und Verantwortlichen große Reden schwingen, berichten die Menschen, die in der U-Bahn in die Tiefe gestürzt sind, wie sie den Moment erlebt haben. „Wir haben alle geschrien und sind dann in die Tiefe gestürzt“, zitierte die Zeitung Reforma die Überlebende Itzel Yolitzin García. „Es war schrecklich.

Die 26-jährige Mariana erzählte in einem von der Zeitung Univeral veröffentlichten Video: „Wir hörten nur ein lautes Donnern und das Licht ging aus. Wir sind alle übereinander gestürzt. Viele Menschen haben um Hilfe gerufen.

Hier eines der Videos von dem Unglück, die auf Twitter kursieren:

at least 13 dead and 70 injured after a metro train cars collapsed from overpass in mexico city #MetroCDMX #CDMX https://t.co/EvjTUt2BVx

Ich habe auf mein Handy geschaut, als der Zug gebremst hat. Es hat sich so angefühlt, als würde man mich wegziehen. Ich bin auf die Leute gefallen und die Leute sind auf mich gefallen“, sagte der 21 Jahre alte Alejandro Porcayo im Fernsehsender Televisa. „Danach habe ich mich aus der halboffenen Tür gelehnt und bin rausgesprungen.

Rettungskräfte holten die Menschen erst mit einer Leiter aus den abgestürzten Waggons. Später am Dienstag wurden die beiden Zugteile von einem Kran aus den Gleisen gehoben und abtransportiert.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 27. November, 21:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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