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Bereits am 24. Juni ist ein zwölfstöckiges Gebäude in Surfside bei Miami teilweise eingestürzt. Einsatzkräfte haben inzwischen mehr als 95 Tote gefunden. Das Haus soll bald komplett abgerissen werden.

Die Sucharbeiten nach dem Einsturz des Apartmentgebäudes in Florida nähern sich dem Ende: Die Zahl der Todesopfer stieg am Dienstag auf 95. Nur noch vier Menschen sind womöglich nicht geborgen worden, wie die Bürgermeisterin von Miami-Dade County, Daniella Levine Cava, in einer Pressekonferenz mitteilte. Warum das zwölfstöckige Apartmentgebäude Ende Juni einstürzte, ist noch unklar. Ermittler hätten Gebäudestücke untersucht, um herauszufinden, was passiert sei, sagte der Bürgermeister von Surfside, Charles Burkett.

Suche mit Hunden, Spezialkameras und Horchgeräten

Seit dem Einsturz suchten Rettungstrupps nach dem Teileinsturz des zwölfstöckigen Hauses in Surfside bei Miami im US-Bundesstaat Florida nach Vermissten. Dabei fahren sie alles auf, was sie haben: Spürhunde, Spezialkameras und Horchgeräte.

Die Trümmer des eingestürzten Hauses in Surfside (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/AP | Lynne Sladky)
Rettungskräfte suchen nach dem Hauseinsturz in Surfside bei Miami weiter nach Verschütteten. picture alliance/dpa/AP | Lynne Sladky

Jedes Mal, wenn wir ein Geräusch hören, konzentrieren wir uns auf diesen Bereich“, sagte die stellvertretende Feuerwehrchefin Raide Jadallah in einer Pressekonferenz. „Es könnte nur Stahl sein, der sich verdreht, es könnte Schutt sein, der herabfällt.“ Die Rettungskräfte setzten schweres Gerät ein, um den Trümmerhaufen abtragen.

Zwischenzeitlich hatte ein Feuer in den Trümmern die Suchaktion erheblich erschwert. Der Ursprung des Brandes war schwer zu lokalisieren, entsprechend dauerte es, das Feuer zu isolieren und zu löschen.

Haus bei Miami teileingestürzt: Suche rund um die Uhr

Die Rettungstrupps suchten seit dem Unglück rund um die Uhr nach Verletzten. Floridas Gouverneur DeSantis hatte den Notstand ausgerufen, um zusätzliche Mittel und Material freizugeben. US-Präsident Joe Biden bestätigte diesen. Damit konnten auch Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden. Auch die Katastrophenschutzbehörde FEMA ist eingeschaltet.

Einen Hoffnungsschimmer gab es schon: Am Morgen nach dem Einsturz haben Fernsehsender Aufnahmen gezeigt, wie Feuerwehrleute unter Beton-Trümmern einen Jungen herausziehen. Er lebt, Wunden sieht man keine. Der Sender ABC nennt es in seinem Twitter-Video eine „Miracle Rescue“, eine wundersame Rettung:

MIRACLE RESCUE: Firefighters pull boy from rubble alive after multi-story building partially collapses near Miami Beach. A huge search and rescue effort is ongoing. https://t.co/eOl265Wngw https://t.co/A62e5ka58v

Hochhaus in Surfside zusammengebrochen: Immer noch viele Fragen offen

Die Ursache des Unglücks ist noch nicht klar. Ein Twitter-User hat sich das Gebäude auf Google Street View angesehen und schockierende Bilder gepostet.

Überall an den Balkons sind riesige Betonbrocken herausgebrochen, das Gebäude sieht eher aus wie eine Ruine als ein Wohnhaus. Ob das aber letztendlich tatsächlich die Ursache für das Unglück ist, müssen Gutachter klären.

Found just a few of these bad ones on Google maps from Miami building collapse! #miamibuildingcollapse #unacceptable https://t.co/xyu8n9iQBi

Vor dem Unglück wurden außerdem Dacharbeiten vorgenommen, berichten örtliche Medien. Doch glauben Behördenvertreter nicht, dass diese für den Einsturz verantwortlich sein könnten.

Am Wochenende wurde ein von einer externen Firma verfasster Inspektionsbericht aus dem Jahr 2018 öffentlich, in dem Experten mehrere Mängel, darunter auch größere strukturelle Mängel am Beton des Gebäudes, aufgelistet hatten.

Eingestürztes Hochhaus in Miami hatte mehr als 100 Wohnungen

Das eingestürzte Gebäude war ein Wohnhaus mit Meerblick nahe dem Strand, auch als Champlain Towers bekannt. Es wurde in den 1980er Jahren gebaut und hat mehr als 100 Wohnungen, schreibt der Miami Herald.

SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 21. Mai, 23:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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