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In Nördlingen sorgte am Freitag eine falsche Todesanzeige für einen 13-Jährigen für Entsetzen. Der Fall reiht sich in eine größere Geschichte von Cyber-Mobbing an einer Realschule ein. Ein Mitschüler soll dafür verantwortlich sein.

In der Anzeige wird der Tod eines 13-jährigen Schülers der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen betrauert – der jedoch gar nicht tot ist.

Der Text war in der gedruckten Ausgabe der Augsburger Allgemeinen erschienen. Auch im E-Paper war die Traueranzeige zu lesen, hier hat der Verlag die Meldung jedoch schnell wieder löschen können.

Falsche Todesanzeige in der Augsburger Allgemeinen über einen 13-Jährigen aus #Nördlingen. Polizei bestätigt Zusammenhang zu Cyber-Mobbing-Fall an Maria-Stern-Realschule in Nördlingen. Fünf SchülerInnen betroffen. Details folgen. ⁦@BR24⁩ ⁦@BR_Schwaben⁩ https://t.co/67uyxRGfxU

Cyber-Mobbing an der Maria-Stern-Realschule

Die Polizei hat bereits einen Tatverdächtigen ausfindig gemacht: einen 14-Jährigen, der dieselbe Schule wie das Opfer besucht. Ihm wird vorgeworfen, nicht nur für die jüngste Todesanzeige verantwortlich zu sein, sondern auch für weitere Fälle von Cyber-Mobbing, die sich in den letzten Monaten an der Schule ereignet haben.

Unter anderem wurden mit E-Mail-Adressen der Schule falsche Bestellungen getätigt sowie Drohungen und Pornos an andere Schüler versendet. Wie der BR berichtete, herrschte Hilflosigkeit und Angst unter den Nördlinger Schülern und Lehrern.

Hausdurchsuchung bei tatverdächtigem Jugendlichen

Bereits am Freitag wurde die Wohnung des 14-Jährigen durchsucht. Michael Lechner von der Kriminalpolizei Dillingen sagte dem BR, man habe diverse Handys und Computer sichergestellt, die jetzt ausgewertet werden.

Der Beschuldigte selbst streitet bisher alle Vorwürfe ab. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, droht dem Jugendlichen eine Anklage wegen Beleidigung, Betrug und sexuellem Missbrauch von Kindern mittels pornographischen Materials.

Zeitungsverlag stellt Strafanzeige

Mittlerweile hat auch die Augsburger Allgemeine Strafanzeige gestellt. Sie sieht sich selbst ebenfalls als Geschädigte. Die Anzeige wurde offenbar über die Website des Verlags geschaltet, der Täter hatte dabei eine falsche Bankverbindung angegeben.

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Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Zeitungsverleger ist die Zeitung für die falsche Todesanzeige nur eingeschränkt verantwortlich, da es sich bei den Anzeigen ja nicht um eigene, sondern um fremde Inhalte handele. Solange eine Todesanzeige nicht auffällig anders aussieht als normal, muss die Zeitung nicht genauer prüfen, ob der Inhalt tatsächlich stimmt.

Der stellvertretende Verlagsleiter der Augsburger Allgemeinen teilte mit, man wolle dennoch überlegen, wie man solche Fälle in Zukunft besser verhindern könne.

Schutz für Jugendliche im Netz

Für einen sicheren Umgang mit dem Internet empfiehlt die Polizei Eltern, auf Handys und Computern von Kindern und Jugendlichen Sicherheitsprogramme und Filter einzubauen. Hilfreiche Informationen zu dem Thema gibt es unter anderem bei klicksafe.de.

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