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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

In London ist heute das Strafmaß in einem Mordprozess verkündet worden. Ein 19-Jähriger hat zwei Frauen getötet. Aufsehenerregend ist vor allem das Motiv des Mörders.

Dass Danyal schuldig ist, hat das Gericht schon entschieden. Jetzt ist auch das Strafmaß für den Mord an zwei Schwestern bekannt: lebenslänglich. Für mindestens 35 Jahre muss der Täter ins Gefängnis. Das berichtet die Bild. Für das Gericht ist klar, dass die Schwestern Nicole und Bibaa Zufallsopfer waren.

Vor allem das Motiv des 19-Jährigen hat in Großbritannien für Aufsehen gesorgt. Das Gericht ist sich sicher, dass Danyal einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Das belegt der „Vertrag“, den der Mörder mit seinem Blut unterschrieben hat. Die Polizei fand das Dokument bei der Durchsuchung seiner Wohnung.

Mörder hatte einen Vertrag mit dem Teufel

In dem Vertrag verspricht Danyal, dass er dem mysteriösen Dämonen „König Lucifuge Rofocale“ alle sechs Monate sechs Frauen opfern werde – also zu morden. Das wolle er so lange tun, wie er morden könne. Im Gegenzug wollte er den Mega-Millionen-Super-Jackpot knacken und 321 Millionen Pfund gewinnen. Umgerechnet sind das etwa 380 Millionen Euro.

Mit dem Mord an den Schwestern Nicole und Bibaa hatte Danyal begonnen, seine „Schuld“ einzulösen. Danyals Verteidiger machten in dem Prozess keine psychischen oder gesundheitlichen Probleme geltend. Demnach ist der 19-Jährige voll schuldfähig.

Viele Menschen in England bewundern die Mutter von Nicole und Bibaa, Mina Smallman dafür, wie stark sie sei. Smallman hatte der Polizei in einem Fernsehinterview Rassismus vorgeworfen. Die Art und Weise, wie der Fall von der Polizei behandelt wurde, lasse keinen anderen Schluss zu: „Die Zeit für Entschuldigungen ist vorbei“, sagte Mina Smallman weiter.

My heart goes out to Mina Smallman. I have no idea how she can keep her composure in these circumstances, losing two beautiful daughters. What a brilliant woman. #BibaaHenry #NicoleSmallman #SayHerName https://t.co/g9pAdM2naW

Doppelmörder schon seit Jahren auffällig

Ganz unbekannt ist Danyal den Behörden in London nicht. 2017 und 2018 macht er bei einem Deradikalisierungs-Programm mit. Das musste er machen, nachdem er dabei erwischt wurde, wie er an einer Schule rechtsradikale Propaganda geteilt hatte.

Nach den Morden an den Schwestern wurde auf seinem Handy rechtes Material gefunden. Und durch seinen Suchverlauf und diverse Dokumente wurde klar, dass sich Danyal auch für Satanismus interessierte.

Geburtstagsfeier findet tödliches Ende

Die Schwestern hatten am Anfang Juni 2020 den 46. Geburtstag der älteren Bibaa im Fryent Country Park in London gefeiert. Als die Gäste weg waren, blieben die 26 Jahre alte Nicole und ihre ältere Schwester noch da, zündeten Lichter an und tanzten.

Die Polizei fand dutzende Selfies auf den Handys der Schwestern. Auf denen war zu sehen, wie ausgelassen die beiden nach der Feier waren. Auf dem letzten Bild ist zu sehen, wie die Schwestern überrascht zur Seite schauen – möglicherweis haben sie da ihren Mörder gesehen. Die Leichen der Schwestern wurden erst einen Tag später gefunden, Nicoles Freund hatte sich auf die Suche nach den Frauen gemacht.

Ermittlungen gegen zwei Polizisten

Gegen zwei Polizisten wird in dem Fall noch ermittelt. Die beiden waren abbestellt, den Tatort zu bewachen. Dabei machten sie Fotos von den toten Frauen und teilten sie in Chatgruppen.

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Radionachrichten 9. August, 21:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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