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Hunderte Millionen FFP2-Schutzmasken hat der Bund im vergangenen Jahr an die Länder geliefert. Angeblich geprüft und getestet. Doch einige Bundesländer kommen jetzt zu einem ganz anderen Ergebnis.

Schon wieder minderwertige Masken? Eine Recherche des Norddeutschen Rundfunks hat ergeben, dass mehrere Bundesländer Millionen Corona-Schutzmasken an den Bund zurückgeschickt haben, weil diese Mängel aufwiesen. Eigentlich sollten sie dies nicht tun, denn das Bundesgesundheitsministerium hatte diese zuvor geprüft und getestet. Das sagt es zumindest. Doch einige Länder haben sich nicht darauf verlassen und eigene Prüfungen vorgenommen. Die Ergebnisse waren nicht immer gut.

Rheinland-Pfalz, Schlesweig Holstein und Hessen haben die Masken erneut geprüft

So hat beispielsweise Schleswig Holstein gleich rund vier Millionen Masken an den Bund zurückgeschickt. Die nötigen Normen sollen nicht erfüllt gewesen sein. In Rheinland-Pfalz fielen zwei Drittel der vom Bund gelieferten Masken-Modelle durch und wurden als nicht verkehrsfähig eingestuft. Und auch Hessen hat verschiedene Mängel festgestellt, teils bei der Verarbeitung oder der Filterleistung der Masken.

Auch in Baden-Württemberg gab es Probleme mit den Masken vom Bund

Wie das ZDF berichtet, hat auch Baden-Württemberg zu Beginn des Jahres die KN95- und FFP2-Masken „aus Bundes- und Landesbeschaffung“ von der DEKRA nochmals überprüfen lassen. 13 von insgesamt 27 Chargen wurden beanstandet. Zehn davon hatte der Bund organisiert. Im Klartext: Knapp die Hälfte der Masken waren mangelhaft. Die Durchlässigkeit war „deutlich oberhalb der Normwerte“.

Die meisten Länder haben sich auf den Bund verlassen

Die meisten anderen Länder haben sich jedoch auf die Prüfungen des Bundes verlassen, aber Masken gesperrt oder vernichtet, wenn Warnmeldungen eintrafen. Allerdings sind offenbar auch Masken ausgegeben worden, bevor die Qualitätsmängel auffielen – unter anderem an Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Wie viele genau, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Bundesgesundheitsministerium steht wieder in der Kritik

Auf Anfrage des NDR zu den Reklamationen der Länder, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit, alle beschafften Masken seien qualitätsgeprüft worden, um ihre Eignung sicherzustellen. Das Ministerium und Gesundheitsminister Jens Spahn stehen momentan oft in der Kritik. Der Bundesrechnungshof hat der Behörde überhöhte Erstattungspreise bei der Massenverteilung von Corona-Schutzmasken durch Apotheken im Winter vorgeworfen.

Bundesrechnungshof Kritik an Spahns Geldverschwendung

Apotheker hätten von der Maskenabgabe übermäßig profitiert, teuer finanzierte Intensivbetten seien nicht auffindbar. Das sind zwei der Kritikpunkte des Bundesrechnungshofs an Gesu…  mehr...

Außerdem untersuchten die Rechnungsprüfer die Förderung des Aufbaus neuer Intensivbetten. Dafür flossen innerhalb eines Jahres bis Anfang März rund 686 Millionen Euro. Das Gesundheitsministerium könne die tatsächliche Zahl aufgestellter und zusätzlich angeschaffter Betten aber gar nicht nennen, so die Kritik.

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