STAND
AUTOR/IN

Ein Erzieher aus Heilbronn, der wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, ist nochmal angeklagt worden. Er soll sich an noch mehr Kindern vergangen haben.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn wirft dem Mann vor, dass er sich zwischen 2010 und 2014 mehrfach an zwei weiteren minderjährigen Jungen vergangen haben soll. Das hat der 32 Jahre alte Ex-Kitaleiter auch zugegeben.

Jahrelang Jungen missbraucht

Landgericht Heilbronn (Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Der Angeklagte im Kitaleiterprozess steht in Heilbronn vor Gericht. picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

Ende September letztes Jahr war der Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldiggesprochen worden. Der angeklagte Ex-Kindergartenleiter hatte im Prozess gestanden, über Jahre hinweg einen Jungen missbraucht zu haben. Zudem soll er die Taten gefilmt haben und kinderpornografisches Material besessen haben. Dafür muss er fünf Jahre ins Gefängnis.

Außerdem hatten die Behörden im Lauf des Verfahrens den Verdacht, dass der 32-Jährige weitere Kinder missbraucht haben könnte. Dieser Verdacht hat sich bestätigt. Jetzt droht dem Mann ein neues Urteil mit einer langen Gesamtfreiheitsstrafe.

Kein Berufsverbot

Im ersten Prozess vergangenen Sommer wären ohne das Geständnis des Ex-Kindergartenleiters nur vier Taten aufgeklärt worden, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung, deshalb sei die Strafe nicht höher ausgefallen. Die Anklageschrift umfasste insgesamt 19 Taten vom Missbrauch bis zum Besitz von Kinderpornos.

Der Erzieher bekam ausdrücklich kein Berufsverbot, da es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass er Kinder aus seinem Kindergarten belästigt hat. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an, damit ist es rechtskräftig.

Im Schlaf missbraucht

Für den Jungen war die Vernehmung durch die Polizei ein Schock. Meist hatte er von den Taten nichts mitbekommen – er wurde missbraucht, während er schlief. Laut Anklage soll sich der Ex-Leiter von 2012 bis Anfang 2018, meist in seiner Wohnung, an dem damals sechs Jahre alten Kind vergangen haben. Der Angeklagte habe dem Opfer Schmerzensgeld und Schadenersatz angeboten.

Nicht Teil der Verhandlungen war die Frage, warum die evangelische Kirchengemeinde den angeklagten Erzieher noch monatelang weiterarbeiten ließ, nachdem sie von den Vorwürfen erfuhr. Schon Anfang 2016 war der Erzieher beim Tauschen von Kinderpornos erwischt worden. Die Polizei beschlagnahmte tausende Fotos und Videos.

STAND
AUTOR/IN

Meistgelesen

  1. Ab Dienstag wird's richtig heiß Tropennächte und Sahara-Hitze: Jetzt gibt der Sommer Vollgas

    Nach dem feuchten und kühlen Frühling kommt – fast pünktlich zum Sommeranfang – die erste Hitzewelle. Die bringt uns ab Mitte der Woche bis zu 35 Grad.  mehr...

  2. Es wird heiß! Der Sommer 2021 dreht auf – und bringt die Tropennächte zurück

    Endlich wieder die ganze Nacht im Bett rumwälzen und nicht schlafen können, weil es so heiß ist?! Dieser (Alb-)Traum kann bald wieder Wirklichkeit werden, denn die Tropennächte sind zurück!  mehr...

  3. Oppenweiler

    Sie wollte offenbar eine Abkürzung nehmen Oppenweiler: 14-Jährige wird von Zug erfasst und stirbt

    Vermutlich wollten sich die zwei 11 und 14 Jahre alten Mädchen etwas Weg ersparen. Sie seien nacheinander über die Gleise in der Nähe des Bahnhofs in Oppenweiler gerannt, so die Polizei. Ein Regionalexpress erfasste die ältere der beiden.  mehr...

  4. Sri Lanka

    Plastik und Chemikalien an Bord Nach Brand: Containerschiff sinkt vor Sri Lanka

    Salpetersäure, Plastik, Schweröl – alles Dinge, die im Meer nichts zu suchen haben. Alles auch an Bord eines beschädigten Containerschiffs. Die Folgen für die Umwelt sind jetzt schon massiv.  mehr...

  5. Bodenseekreis

    Jungs oder Mädchen? Affenberg Salem meldet vier neue Berberaffen-Babys

    Vier kleine Berberäffchen wurden in den letzten drei Wochen in dem Affenpark am Bodensee geboren – und das sind noch nicht alle. Nur bei einem von ihnen ist bislang das Geschlecht bekannt.  mehr...

  6. Chatdienst macht noch einen Rückzieher Neue Whatsapp-Datenschutz-Regeln: Beim Ablehnen passiert erst mal nichts

    Vor einigen Wochen war die Aufregung groß, als es hieß: Whatsapp ändert die Nutzungsbedingungen. Nachdem viele Nutzer zu Konkurrenten gewechselt sind, wurde die Frist auf den 15. Mai verlängert, und nun macht der Chatdienst einen erneuten Rückzieher. Was passiert, wenn ich nicht zustimme?  mehr...