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Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)

Neuseelands Premierministerin Ardern hat einen Oppositionspolitiker in einer Parlamentsdebatte als „arroganten Arsch“ bezeichnet, allerdings dachte sie, dass das Mikrofon schon abgeschaltet sei...

Vergangene Woche nannte Ardern den Vorsitzenden der rechtsliberalen ACT-Partei, David Seymour, während einer Parlamentsdebatte einen „arrogant prick“ – in Deutsche übersetzt, „arroganter Arsch“ oder „arroganter Pimmel“.

„Arsch“-Kommentar nicht für die Öffentlichkeit gedacht

Eigentlich war ihr Kommentar nicht für die Öffentlichkeit gedacht, aber ihr Mikrofon war noch an und so konnte die ganze Kammer die Beleidigung hören. Sie wurde auch im offiziellen, schriftlichen Protokoll der Debatte festgehalten.

Ardern entschuldigte sich daraufhin bei Seymour, der sich „schockiert und verwundert“ über die Wortwahl zeigte, aber dann kam den beiden eine Idee.

„Arsch“-Kommentar – Versteigerung für den guten Zweck

Beide Politiker unterzeichneten ein offizielles Parlamentsprotokoll mit der Bemerkung Arderns und ließen es für einen guten Zweck versteigern. Unter dem Motto „Ardern und Seymour tun sich für Ärsche allerorten zusammen“, richteten sie die Online-Versteigerung aus. Am Donnerstag endete die Auktion mit einem Höchstgebot von mehr als 100.000 neuseeländischen Dollar (rund 59.000 Euro).

Kann nicht sagen, dass ich das erwartet habe“, schrieb Ardern auf Facebook. „Aus einem Fauxpas mit dem alten Mikro im Parlament sind 100.000 Dollar für die Prostatakrebs-Stiftung geworden. Vielen Dank an David, dafür, dass er so ein guter Sportsmann ist und an jeden, der ein Gebot abgegeben hat.“

Can’t say I expected this…..a faux pas with the old mic in parliament has turned into $100,100 for the Prostate Cancer...Posted by Jacinda Ardern on Wednesday, December 21, 2022

Auch Seymour zeigte sich auf Twitter überrascht, dass so schnell so viel Geld zusammengekommen sei.

Well that escalated quickly. The auction is open until 22 Dec, so please keep bidding for a great cause - The Prostate Cancer Foundation. https://t.co/6QJ0bV73Zc https://t.co/arMV4UYnWD

Peter Dickens, der Chef der Prostatakrebs-Stiftung, dankte den beiden für ihre „stilvolle“ Reaktion. Nach einem harten Jahr, in dem Spendensammlungen durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt gewesen seien, gebe das Geld seiner Einrichtung einen immensen Schub. „Es ist mehr als wir uns je hätten vorstellen können“, sagte er.

Wahlkampf 2023 in Neuseeland

Nach fünf Jahren an der Regierungsspitze geht es für Ardern 2023 in den Wahlkampf. Ihre sozialdemokratische Labour-Partei holte noch vor zwei Jahren einen gewaltigen Sieg. Aber in jüngsten Umfragen liegt sie hinter den konversativen Rivalen.

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