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23 Jahre lang gab Ian Brackenbury Channell den offiziellen Stadtmagier von Christchurch – mit Gehalt und allem Drum und Dran. Damit ist jetzt Schluss.

Er sieht aus wie eine Mischung aus Gandalf und Dumbledore: Ja, Christchurch, die größte Stadt auf Neuseelands Südinsel, hatte bis vor einer Woche einen offiziellen Magier – angestellt bei der Stadt seit sage und schreibe 23 Jahren.

23 Jahre lang galt der „Magier“ als gut fürs Image von Christchurch

Das Jahresgehalt von Ian Brackenbury Channell: umgerechnet fast 10.000 Euro. Nicht wirklich viel, aber fürs „Zaubern“... Natürlich sollte Channell nicht wirklich zaubern. Doch der heute 88-Jährige war als Original berühmt geworden. Gut fürs Image der Touristenmetropole, entschied damals das Rathaus und stellte ihn ein. Doch jetzt: Abrakadabra und Puff – Job weg, Geld weg.

The New Zealand city of Christchurch has cast its official wizard from the payroll after 23 years of service. Ian Brackenbury Channell, 88, was paid $11,280 a year to provide "acts of wizardry" and promote the city. https://t.co/MTYnTwxb8S

Der Grund: blöde Sprüche über Frauen. So soll Channell unter anderem gesagt haben: „Schlagt keine Frauen, die kriegen viel zu schnell blaue Flecken.“ Man wolle jetzt doch etwas moderner und diversifizierter werden, ließ die Stadtverwaltung verlauten.

Uni-Dozent und Spinner: Volksreden in Christchurch

Seine Geschichte ist schon ein bisschen magisch: Schon 1982 wurde der gebürtige Londoner von der Vereinigung neuseeländischer Kunstmuseums-Direktoren zum „lebenden Kunstwerk“ ernannt. Zuvor hatte er in Großbritannien Soziologie und Psychologie studiert und war schon in den 70ern nach Christchurch gekommen. Dort unterrichtete er sogar an der Universität Soziologie.

Irgendwann sah man ihn dann ständig im Zauberermantel in der Innenstadt stehen – auf einer Leiter, von wo aus er zum Volk sprach. Die Leute mochten ihn und die Stadt stellte ihn schließlich ein. 2009 war er sogar zum Geburtstag der britischen Königin eingeladen.

Magischer Fluch gegen die Stadtverwaltung von Christchurch ist in Arbeit

Jetzt sind für Channell die anderen schuld. Die Rathaus-Oberen nennt er „eine Bande fantasieloser Bürokraten“. Und überhaupt: In Christchurch spüre man die „Vibrations“ auch nicht mehr so richtig.

Trotzdem will er privat weiterzaubern. Angeblich bereitet er gerade einen Fluch gegen die Stadtverwaltung vor.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 29. November, 0:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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