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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)
Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)

„Es ist, als ob man Zigarettenqualm atmet“: Die schweren Brände in Kanada lassen New York im Nebel verschwinden – und jetzt auch Washington. Es gilt in beiden Städten die Warnung: Nur wer unbedingt muss, soll noch rausgehen.

Washington versinkt im Smog: Spiel- und Sportplätze werden geschlossen, Schüler müssen ihre Pausen in den Klassenräumen verbringen, die Müllabfuhr stellte für Freitag die Leerungen ein. Der beißende Brandgeruch ist eine enorme Belastung für Menschen und auch Tiere. Der Zoo wurde geschlossen, aus Sorge „um die Sicherheit unserer Tiere, unserer Mitarbeiter und unserer Besucher“, so die Zooleitung. Es herrscht „Code Purple“ in Washington, die zweithöchste Alarmstufe, was die Feinstaubbelastung betrifft.

Dazu die immer wieder gleiche Warnung an die Bewohner: Nur wer unbedingt muss, soll vor die Tür. Und auch das nur kurz und mit Maske.

Die Waldbrände sind hunderte Meilen entfernt, in Kanada. Und sie sorgen dafür, dass die Luft sich hier so anfühlt, als ob man Zigarettenqualm atmet. Das ist natürlich furchtbar. Und nicht normal. Aber ich hoffe auch, dass es ein Weckruf ist.

Der Aufenthalt im Freien ist mit Gesundheitsgefahren verbunden, die Luft war teilweise schlechter als in für ihre Luftverschmutzung berüchtigten Städten in China oder Indien. US-Präsident Joe Biden sprach von einem „krassen“ Hinweis auf die Folgen des Klimawandels und kündigte an, noch mehr Löschtrupps aus den USA nach Kanada zu schicken.

Washington

„Hallo, ich bin gefährlich und hänge im Baum 'rum“ Junger Schwarzbär läuft durch Washington und wird zum Medienstar

Es ist ein ruhiges Wohnviertel in Washington D.C. In den Bäumen sitzen Vögel und Eichhörnchen. Und dann: Sitzt da auch noch ein Bär.

Entspannung, aber keine Entwarnung in New York

Am Donnerstag entspannte sich die Situation in New York leicht. Trotzdem warnte Gouverneurin Kathy Hochul, es sei noch nicht vorbei, und sie lasse eine Million Masken bereitstellen.

Bilder und Videos aus New York City zeigen eine apokalyptische Stimmung:

Check out this almost unbelievable time-lapse of wildfire smoke consuming the World Trade Center and the New York City skyline.Those vulnerable to poor air quality, including seniors and young children, should limit time outdoors if possible.More: https://t.co/ChRuWv7X6E pic.twitter.com/mtKtLun8lN

#BREAKING: New footage from the George Washington Bridge (connecting New Jersey and New York City) of the toxic smoke now enveloping the northeast, as dozens of wildfires burn uncontrolled across Canada. #BreakingNews pic.twitter.com/7HjdJwMaEG

Die Sonne am Himmel von #NewYork. Foto gerade eben und nicht bearbeitet. Ganz ehrlich, da wird einem mulmig. pic.twitter.com/95HRxFjdtr

New York im Dunst: Massive Luftverschmutzung

New Yorks Bürgermeister Eric Adams rief die Bevölkerung dazu auf, Aktivitäten im Freien „so weit wie möglich“ einzuschränken. Sportveranstaltungen wurden abgesagt, viele Flüge hatten erhebliche Verspätungen.

As long as the wildfires in Canada remain large, uncontained, and active, they will likely continue to generate smoke. So in the next week or two at the very least, a lot will be determined by the wind direction and where that causes the smoke to spread. pic.twitter.com/YNRjaNTVaI

New Yorker Schulen bleiben geschlossen

Schulen in der Stadt New York blieben am Freitag geschlossen. Sie stellten auf Fernunterricht um. In Philadelphia setzte die Stadt die Straßenreinigung und die Müllabfuhr aus. Auch andere Arbeiten draußen wurden abgesagt.

"Mars oder Manhattan?"Waldbrände in Kanada haben Teile der US-Ostküste in dichten Rauch gehüllt. Folgen: Schlechteste Luftqualität seit Jahrzehnten, Baseball-Spiele verschoben, Flugverkehr eingeschränkt, erhöhte Gesundheitswarnstufen für mehr als 100 Millionen Menschen. pic.twitter.com/MklsyqXjOT

Ein Mann trägt eine FFP2-Maske, während er eine Kreuzung von Manhattan überquert. Waldbrände in Kanada hüllen den Nordosten der USA in Dunst und verfärben den Himmel. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/AP | Yuki Iwamura)
Ein Mann trägt eine FFP2-Maske, während er eine Kreuzung von Manhattan überquert. Waldbrände in Kanada hüllen den Nordosten der USA in Dunst und verfärben den Himmel.

Waldbrände in Kanada: Seit Wochen lodern die Flammen

Die seit Wochen lodernden Brände in Kanada gelten als Hauptursache für die Luftverschmutzung. Schon seit Mai zieht Rauch von etlichen Waldbränden in Kanada gen Süden in die USA. Doch durch eine massive Häufung von Feuern in der ostkanadischen Provinz Québec hat sich die Lage noch einmal verschärft.

Kanada: Waldbrände könnten ganzen Sommer andauern

In diesem Jahr hat es in Kanada besonders früh angefangen zu brennen, weil der Boden ungewöhnlich trocken ist. Laut Behördenvertretern dürften es die schlimmsten Brände Kanadas werden, die es jemals gab. „Uns steht ein Kampf bevor, der nach unserer Einschätzung den ganzen Sommer andauern wird“, sagte der Sicherheitsminister der Provinz Québec, François Bonnardel.

Canada is on track for its worst-ever year of wildfire destruction as warm and dry conditions are forecast to persist through to the end of the summer after an unprecedented start to the fire season, officials said https://t.co/QU7KK6fv9U pic.twitter.com/aqQDioY6EY

Hilfe für Kanada kommt unter anderem aus den USA. Mehr als 950 Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte aus den USA, Australien, Neuseeland und Südafrika traten in Kanada ein, um den Kampf gegen die Flammen zu unterstützen.

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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