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Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

In mehreren niederländischen Städten hat es erneut Ausschreitungen gegeben. Mehrere Menschen wurden verletzt. Was steckt hinter den Krawallen?

Aus zehn Städten – darunter Amsterdam, Den Haag und Rotterdam – wurden in der Nacht von Montag auf Dienstag schwere Ausschreitungen gemeldet. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 180 Menschen festgenommen. Sie hatten zuvor Brände gelegt, Steine geworfen und Geschäfte geplündert.

„Schamlose Diebe“, sagte Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb am Dienstag. Die Polizei spricht von den schlimmsten Krawallen seit 40 Jahren.

Fotograf mit Ziegelstein verletzt

In der Hauptstadt Amsterdam wurde nach Angaben von Augenzeugen ein Polizeiwagen angegriffen. Die Polizei setzte unter anderem Wasserwerfer und Tränengas ein.

Ausschreitungen gab es auch in Amersfoort, Den Bosch, Den Haag, Geleen und Haarlem. In Geleen schleuderten Randalierer Feuerwerkskörper, wie die örtliche Polizei mitteilte. Bilder in den Onlinenetzwerken zeigten, wie einige Randalierer einen Laden in Den Bosch plünderten. In Haarlem wurde solchen Aufnahmen zufolge ein Pressefotograf von wütenden Demonstranten mit einem Ziegelstein am Kopf verletzt.

Ein Mann ist beim Aufräumen durch das beschädigte Glas in einem Fast-Food-Restaurant zu sehen, das bei Protesten gegen eine landesweite Ausgangssperre eingeschlagen wurde. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Aufräumarbeiten nach den Krawallen in Rotterdam. Picture Alliance

In Brabant und Den Bosch versuchten Randalierer nach Medienberichten zudem, in Krankenhäuser einzudringen. Die Polizei riegelte die Zugänge weiträumig ab, Krankenwagen mussten in andere Kliniken ausweichen. 

Niederländische Polizei ruft zur Mithilfe auf

Insgesamt wurden den Angaben nach in der Nacht mindestens zehn Polizisten und zwei Fotografen verletzt. Die Polizei forderte inzwischen über Twitter Bürger auf, eventuelle Videoaufnahmen von den Ereignissen einzusenden, um die Ermittlungen zu erleichtern.

Krawalle in den Niederlanden: Auslöser waren Ausgangssperren

Erste Krawalle hatte es bereits am Wochenende gegeben. Hintergrund waren zunächst die verschärften Corona-Maßnahmen. Mittlerweile ist die Motivation der überwiegend jugendlichen Randalierer aber nicht mehr klar. Polizei und Bürgermeister der betroffenen Städte gehen davon aus, dass sich verschiedene Gruppen an den Krawallen beteiligen – darunter Corona-Leugner und Fußball-Hooligans und Neonazis.

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Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

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