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AUTOR/IN
Christian Spöcker
Christian Spöcker (Foto: SWR3, privat)
Ferdinand Vögele
Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)
INTERVIEW
Constantin Zöller

In Bad Kreuznach haben am Sonntag viele wegen eines Stromausfalls die 112 gewählt und die Leitung blockiert. Ein Katastrophenschützer erklärt, warum man genau das nicht machen sollte und wie es besser geht.

Es ist 20:20 Uhr als in einem Stadtteil von Bad Kreuznach und 13 Umlandgemeinden die Lichter ausgehen. Stromausfall. Eigentlich keine große Sache, aber viele Menschen scheinen so beunruhigt zu sein, dass sie den Notruf anrufen, um zu fragen, was los ist.

Ein Unding für Jörg Dindorf vom Brand- und Katastrophenschutz Bad Kreuznach, mit dem SWR3 am Tag darauf spricht. Denn das Problem ist, dass die betroffenen Anwohner mit ihren Anrufen den Notruf völlig überlastet hatten. Die Mitarbeiter in der Leitstelle hätten die richtigen Notrufe kaum noch abarbeiten können – „weil jeder mitgeteilt hat, dass sein Fernseher aus und es in der Straße dunkel ist“, hat er SWR3-Moderator Constantin Zöller berichtet (29.8., 10:15 Uhr).

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Jörg Dindorf vom Katastrophenschutz Bad Kreuznach im Interview

Dauer

Dindorf sprach von gegenüber der dpa von einer „Vollkasko-Mentalität“ vieler Bürger und appellierte daran, in so einer Situation „ein bisschen abzuwarten“ und vielleicht eine Kerze anzuzünden.

Bei Stromausfall besser erst mal in die Warn-Apps schauen

Der Katastrophenschutz habe die Menschen über den Stromaufall über die Warnapps Katwarn und Nina die Menschen rasch informiert und alle seine Gerätehäuser besetzt. Im Zweifel lohnt es sich also am besten dort zu schauen, sagt Dindorf.

Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen? In diesen Fällen solltest du den Notruf wählen

Immer wieder hört man skurrile Geschichten, in denen die Polizei gerufen wurde. Damit dir das nicht passiert, sagen wir dir, wann du den Notruf 110 und 112 wählen solltest.  mehr...

Stromausfall in Bad-Kreuznach wegen kaputtem Kabel

Die Kreisverwaltung zeigte sich ebenfalls wenig begeistert: „Wenn viele Bürger dort anrufen, um sich nach Ursache und Dauer des Stromausfalls zu erkundigen, sind die Notrufleitungen überlastet, und echte Notfälle können erst mit Verzögerung bearbeitet werden“, heißt es in einer Mitteilung.

Dass rund 15.000 Menschen rund zwei Stunden lang keinen Strom hatten, lag nach Angaben des Netzbetreibers vom Montag übrigens an einem kaputten Erdkabel. Beim Großteil der Betroffenen sei der Strom bereits eine Stunde später wieder da gewesen, heißt es von Netzbetreiber Westnetz.

Wer im Kreis Bad Kreuznach wegen des Stromausfalls den Notruf gewählt hat, müsse jetzt aber keine Strafe fürchten, sagt Dindorf – denn die Anrufe seien ja in guter Absicht geschehen. Dennoch rät er dringend, dass sich Menschen vor dem Wählen des Notrufs überlegen, ob das wirklich sein muss.

Kurios: Notruf wegen Party-Pool

Dinndorf berichtet von einem kuriosen Fall bei dem der Notruf für eine Nichtigkeit angerufen wurde:

Wenn der Pool noch nicht gefüllt ist und die Party bevorsteht, muss ich dann wirklich die 112 anrufen und die Feuerwehr bitten, dass sie ihn auffüllt?

Das sei in einem anderen Landkreis tatsächlich so passiert, hat Dindorf nach eigenen Angaben erfahren.

112 und 110 sind keine Info-Hotlines

Er rät grundsätzlich, den Notruf nur in echten Notfallsituationen zu wählen, nämlich dann, „wenn es wirklich um Leib und Leben geht und unmittelbar Hilfe geleistet werden muss“.

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