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Kein guter Start in den Tag: Müslis haben häufig Probleme mit den Inhaltsstoffen. Besonders stark betroffen sind Früchtemüslis, die teils einen ganzen Pestizidcocktail enthalten.

Einige Früchtemüslis wiesen sogar Spritzgifte auf, die in der EU mittlerweile verboten sind. Das geht aus einer neuen Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ (Heft 1/2022) hervor. Neben den Pestiziden stellen auch die enthaltenen Mineralölbestandteile und der hohe Zuckergehalt ein Problem dar.

„Öko-Test“: Schlechte Noten für Seitenbacher

Die beiden konventionellen Früchtemüslis von Seitenbacher erhielten mit „ungenügend“ die schlechteste Note. Das Seitenbacher Müsli glutenfrei erreichte im Test sogar den Negativrekord: Ganze 31 verschiedene Pestizide stecken in der Müslimischung. In Seitenbachers Verwöhner Mischung sieht es mit 27 Pestiziden nur unwesentlich besser aus.

Krebserregende Spritzmittel

Acht besonders bedenkliche Pestizide konnten in einigen Früchtemüslis nachgewiesen werden. Wirft man einen Blick auf deren Eigenschaften, so wird deutlich, warum die Spritzgifte in der EU nicht mehr erlaubt sind.

Die Chemikalien können das Ergbut verändern, Krebs erregen und sind zudem eine Gefährdung für Bienen, Insekten und Vögel. Dadurch entstehen bei der Produktion auch Risiken für die Umwelt und die Arbeiter, die mit den Giften in Kontakt kommen.

Auch das umstrittene Spritzgift Glyphosat konnte in fünf Früchtemüslis nachgewiesen werden. In der EU ist Glyphosat noch nicht verboten, auch wenn der massenhafte Einsatz eine Gefährdung für die Artenvielfalt bedeutet.

Mineralölbestandteile und zu viel Zucker

Damit hören die schlechten Nachrichten noch nicht auf. In einigen Produkten konnten ebenfalls Verunreinigungen mit den Mineralölbestandteilen MOSH und MOAH nachgewiesen werden – diese könnten durch die Verpackungen oder Schmieröl an den Maschinen in den Müslis landen.

MOSH bezeichnet gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe, die sich im menschlichen Körper mit noch unklaren Folgen anreichern, und tauchte in elf Früchtemüslis auf. Die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe MOAH können sogar krebserregend sein.

SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 29. Januar, 4:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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