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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Wer glaubt, sich mit veganem Wurst-Aufschnitt etwas Gesundes zu gönnen, liegt nach den neuesten Ökotest-Testergebnissen ziemlich daneben. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Immer mehr Menschen verzichten auf tierische Produkte und glauben, dass sie sich und ihrer Umwelt mit veganen Alternativen etwas Gutes tun. Ökotest hat sich veganen Wurst-Aufschnitt vorgeknöpft – und ist zu unappetitlichen Ergebnissen gekommen.

Insgesamt hat Ökotest 19 verschiedene Produkte getestet – unter anderem vegane Salami, Lyoner, Schinkenwurst oder Mortadella. Bei 13 Produkten ist als Ergebnis entweder mangelhaft oder ungenügend herausgekommen. Nur sechs der getesteten Produkte sind okay.

Das große Problem beim fleischlosen Aufschnitt: In vielen der getesteten Sorten sind Mineralölrückstände gefunden worden. Die können zum Teil Krebs verursachen. In fünf getesteten Aufschnitten war die Konzentration an Mineralölbestandteilen „stark erhöht“.

Wie kommen die Mineralölbestandteile in die vegane Wurst?

Die Mineralölbestandteile können zum Beispiel von der Verpackung auf den Aufschnitt übergehen. Beim Befüllen der Kunststoffdärme mit der Wurstmasse wird oft ein Gleitmittel benutzt – auch darüber können die Mineralölbestandteile in die Wurst kommen. Das ist übrigens auch bei tierischer Wurst der Fall.

Nicht nur die Mineralölrückstände in der Wurst sind ein Punkt, den Ökotest bemängelt. Auch die in der veganen Wurst verwendeten Verdickungsmittel sind zum Teil bedenklich. In zwölf der 19 getesteten Sorten ist Carrageen enthalten – das steht im Verdacht, Entzündungen im Darm auszulösen.

Was hat Ökotest bei der veganen Wurst noch bemängelt?

Was Ökotest bei den Tests ebenfalls bemängelt hat: Viele der Aufschnitte enthalten Aromastoffe und zum Teil zu viel Salz. Dementsprechend ist das Urteil nicht gerade gut ausgefallen.

Der Testsieger hat ein „gut“ bekommen: Vemondo Veganer Aufschnitt nach Schinkenwurst-Art von Lidl. Dann gab es dreimal „befriedigend“, zweimal „ausreichend“ und neunmal „mangelhaft“.

Welcher vegane Wurst-Aufschnitt ist durchgefallen?

Vier Sorten sind sogar mit der schlechtesten Benotung „ungenügend“ aus dem Test gegangen: Der Mein Veggie Tag Veganer Bio Aufschnitt von Aldi Nord, weil er erhöhte Mineralölbestandteile und auch krebserregenden Stoffe enthält und sehr salzig ist.

Weil die Mineralölbestandteile stark erhöht waren und zudem Aromazusätze und Carrageen enthalten sind, sind drei weitere Aufschnitte durchgefallen: My Veggie Veganer Aufschnitt nach Art Lyoner von Edeka, Hobelz Veganer Aufschnitt Pfeffer von Well Well und Beste Wahl Veganer Aufschnitt, Typ Salami von Rewe.

Fazit der Ökotest-Tester: Gesund ist anders

Das Ergebnis der Tests ist eindeutig: Die fleischlosen Aufschnitte sehen zwar schön aus und beruhigen das Gewissen, weil keine Tiere dafür leiden mussten. Wenn man genau hinschaut, wird die Sache aber schnell unappetitlich – und zum Teil auch gesundheitsgefährdend.

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