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Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Das wünschen sich viele: raus aus dem Lockdown-Blues, rein in ein bisschen Osterurlaub. Doch viel wird nicht gehen: Etliche Ausflugsziele sind coronabedingt dicht. Wir sagen, welche Regeln wo gelten.

Ein bisschen rauskommen, ein bisschen weniger Lockdown, ein bisschen weniger Corona-Sorgen. Das wünschen sich wahrscheinlich viele über die Osterfeiertage. Die Bundesregierung und auch die Länderchefs und -chefinnen raten allerdings davon ab, sich leichtfertig zu verhalten. Ferienwohnungen, Hotels und viele Ausflugsziele sind nach wie vor geschlossen. Trotzdem werden sich wohl viele Tagesausflügler aufmachen. Bei einigen Touristenzielen könnte es deswegen richtig voll werden. Wir haben mit Städten und Gemeinden gesprochen und uns vor Ort umgeschaut.

Vor Ostern checken: Corona-Regeln für Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg soll die „Notbremsen“-Regelung konsequent umgesetzt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage hintereinander über 100 liegt. Auch Ausgangssperren sind wieder möglich. Gleichzeitig lockert die Landesregierung die Regeln für private Zusammenkünfte in Gebieten mit hohen Infektionszahlen: Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen (unter 14-Jährige wie immer nicht mitgerechnet) sind seit Montag erlaubt. Hier gibt es die Regeln im Überblick:

Spazieren am Bodenseeufer?

Der Bodensee ist groß – wir haben uns exemplarisch das Ufer von Sipplingen angeschaut. Bei schönem Wetter ist es dort immer ziemlich voll: Spazierengehen, Eis essen und in der Sonne liegen. Im vergangenen Sommer wurde das Bodensee-Ufer deshalb auch gesperrt, weil sich die Menschen nicht an den Mindestabstand und die Corona-Regeln gehalten haben. Wenn es nach dem Willen des Bürgermeisters von Sipplingen geht, sollte das am Osterwochenende auch geschehen. Doch der Landkreis sieht das anders…

Die Insel Mainau wird ebenfalls noch geschlossen bleiben. Auf der Homepage der Blumeninsel heißt es: „Aufgrund der Allgemeinverfügung des Landratsamtes Konstanz vom 23. März 2021 und der aktuellen Inzidenzwerte wird die Insel Mainau nicht wie geplant am 26. März 2021 öffnen. Ein Datum für den Start ins Mainau-Blumenjahr lässt sich noch nicht konkret benennen.“

SWR3-Reporter Josh Kochhann hat die Ausflugsziele im Südwesten gecheckt:

Andrang auf der Geierlay (Foto: SWR)

Nachrichten Ostern '21: Von „Maskenpflicht“ bis „ganz gesperrt“

Dauer

Wandern rund um die Schwarzwaldhochstraße

Der Seebacher Bürgermeister, Reinhard Schmälzle, appelliert an die Eigenverantwortung der Besucher: Die Regeln bezüglich Abstand und Masken seien bekannt. Jeder müsse deshalb seinen Beitrag leisten. Er rät von weitläufigen Ausflügen ab und verweist auf Ziele in der näheren Umgebung. Ob es einen Ansturm am Mummelsee wie in den Wintermonaten geben wird, kann Schmälzle noch nicht sagen. Da das Wetter laut Prognose an Ostern rund um die Hornisgrinde eher kühl sein soll, könnte es weniger Besucher geben, erklärt er. Am Mummelsee gibt es verschiedene To-Go-Angebote, die Grindehütte auf der Hornisgrinde ist allerdings bis 18.4. geschlossen – ebenso wie Übernachtungsangebote in der gesamten Urlaubsregion Schwarzwald.

Das Nationalparkzentrum auf dem Ruhestein, in dem es unter anderem eine Ausstellung, Informationsangebote und einen sogenannten Waldblick-Skywalk gibt, ist ebenfalls geschlossen. Schrittweise Öffnungen sind ab Mai geplant. Der Nationalpark selbst ist frei begehbar. Einige Gebiete sind allerdings wegen der Brunftzeit des Auerwilds gesperrt.

Großer Andrang am Feldberg erwartet

Laut Pressesprecher Herbert Kreuz von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH rechnet man rund um den Feldberg mit einem großen Andrang – wie auch schon in der vorherigen Wintersaison. Es könne nicht verhindert werden, dass Touristen und Ausflügler kommen, so Kreuz. Allerdings will man verstärkt Alternativen wie Wander- und Radwege in Grafenhausen, im Jostal und rund um Löffingen und Lenzkirch bewerben. Letztlich sei die Besucherlenkung Sache der Gemeinden, so Kreuz.

Schauinslandbahn bei Freiburg ist in Betrieb

Trotz stabiler Wetterlage wird die Schauinslandbahn momentan noch wenig genutzt. Die Seilbahn ist seit dem 20. März wieder im Einsatz, nachdem der Betrieb drei Monate lang eingestellt war. Laut Betriebsleiter Günter Voigt gibt es ein ausgeklügeltes Hygiene-Konzept. In den gut durchlüfteten Kabinen dürfen maximal sieben Personen aus zwei Haushalten Platz nehmen, erklärt Voigt.

Triberger Wasserfälle: noch alles unklar

Noch ist nicht klar, ob die Triberger Wasserfälle über Ostern geöffnet haben. Bislang sind sie laut Triberg.de bis zum Hauptfall geöffnet. Das könnte sich aber noch ändern: Am Ostersonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Schwarzwaldbaar bei 88,0.

Burg Hohenzollern bleibt geschlossen

Die Burg Hohenzollern bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Auf der Webseite sprechen die Betreiber von einer voraussichtlichen Öffnung zum 1. Mai 2021.

Bad Wildbad: Baumwipfelpfad und andere Ziele bleiben geschlossen

Bad Wildbad zählt zu den Gebieten, in denen auch die britische Mutation des Coronavirus aufgetreten ist. Um einem möglichen Besucherandrang entgegenzuwirken, stellt die Sommerbergbahn von Mittwoch bis einschließlich Ostermontag ihren Betrieb ein. Wer den Sommerberg besuchen will, soll die gut ausgeschilderten Aufstiegswege nutzen, so die Stadt. Die Attraktionen Baumwipfelpfad, die Hängebrücke Wildline sowie der Bike-Park seien coronabedingt nach wie vor geschlossen. Man bitte Gäste, weniger frequentierte Wanderwege zu nutzen und auch im Freien Mindestabstände einzuhalten. Die Touristik werde dazu online Tipps veröffentlichen.

Aussichtsturm Baumwipfelpfad (Foto: SWR)

Schloss Heidelberg teilweise geöffnet

Der Schlosshof und der Fasskeller sind laut der Webseite vom Schloss Heidelberg von 10 - 17 Uhr geöffnet. Ebenso ist der Schlossgarten tagsüber frei zugänglich. Die Schlossinnenräume sind allerdings zu. Ebenfalls außer Betrieb ist die Bergbahn. Explizit wird auf die Distanzregeln und die Maskenpflicht an Engstellen hingewiesen. Kontaktdaten werden beim Besuch an der Kasse aufgenommen. Das Formular kann man allerdings hier schon im Vorfeld herunterladen.

Modellstadt Tübingen an Ostern: keine Tagestickets mehr an Auswärtige

Seit zwei Wochen läuft in Tübingen ein Modell, wie Lockerungen trotz anhaltender Coronavirus-Pandemie möglich sind. Für alle, die genug vom Lockdown haben, schien die Stadt vorübergehend ein neues Mekka der Freiheit zu sein. Lange Schlangen an den Teststationen und eine recht volle Innenstadt waren die Folge. Kritik gab es auch an Partys und zu viel Alkohol in den Abendstunden.

Um nicht überrannt zu werden, hatte die Stadt die Anzahl der Besuchertickets für alle, die nicht aus dem Kreis Tübingen kommen, schon am vergangenen Wochenende begrenzt. Von Gründonnerstag bis Ostermontag gibt es allerdings keine Tagestickets mehr für Auswärtige. Die Modellstadt bleibt also für Touristen weitgehend „geschlossen“.

Corona-Modellprojekt Gilt für Ostern: Tagestickets in Tübingen nicht für Leute von außerhalb

Geöffnete Cafés und Biergärten, Shopping fast wie vor Corona-Zeiten – jetzt hat Tübingens OB Palmer wegen der vielen Gäste von außerhalb und steigender Corona-Zahlen doch reagiert.  mehr...

Nächtliche Ausgangssperren in Mannheim

In Mannheim gibt es seit dem 26.3. wieder nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens. Die Stadt reagiert damit auf die hohen Sieben-Tage-Inzidenzen, die aktuell über 170 liegen (Stand: 4.4.2021).

Stuttgart: Museen und Wilhelma geschlossen

Die Landeshauptstadt Stuttgart zieht nach mehreren Tagen überschrittener Infektionswerte die Notbremse: Seit einigen Tagen gelten weitere Einschnitte für die mehr als 600.000 Bewohner, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ende März lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Stuttgart drei Tage in Folge über dem Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Museen und die Wilhelma mussten deshalb wieder schließen. Der zoologisch-botanische Garten war erst am 10. März wieder geöffnet worden.

So ist die Lage in Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) hat an die Menschen appelliert, sich über Ostern nicht leichtfertig zu verhalten. Trotz der Rücknahme der geplanten Osterruhe sollen die Corona-Regeln weiterhin beachtet werden. Konkret bedeute das, dass die Notbremse in Kommunen gezogen werde, deren Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage lang über 100 liege. Dies werde man sehr streng handhaben und mit Allgemeinverfügungen der Städte umsetzen. Der Bewegungsradius könnte somit auf 15 Kilometer um den Wohnort eingeschränkt werden und auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen sind möglich. Die Regeln im Überblick:

Geierlay-Brücke ist gesperrt

Die Geierlay-Brücke bei Mörsdorf ist gesperrt. Die zuständige Landesaufsichtsbehörde hatte die Brücke als Freizeiteinrichtung eingestuft und angeordnet, sie wegen der Pandemiebekämpfungsverordnung zu schließen.

Laut Polizei blieb es dort bisher ruhig. Auf der Hängeseilbrücke Geierlay gab es erst am vergangenen Wochenende einen großen Besucherandrang. Dabei hielten einige Besucher die Abstände nicht ein oder trugen keine Maske.

Loreley: Besucherzentrum geschlossen

Der Kultur- und Landschaftspark rund um das Loreley-Plateau ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet, barrierefrei und der Eintritt kostenlos.

Das Loreley-Besucherzentrum und das Bistro „Am mythischen Fels“ allerdings sind laut eigener Mitteilung vom Gründonnerstag bis auf Weiteres geschlossen. Dort heißt es: „Die Mitarbeiter der Tourist Information sind täglich von 10:00-17:00 Uhr telefonisch und per Mail erreichbar. Das Bistro bietet an den Wochenenden, bei gutem Wetter, einen ToGo-Verkauf an.“

Laut dem Besucherzentrum ist das Loreley-Plateau bei sonnigem Wetter gut besucht. Deshalb weist es nochmals ausdrücklich auf die empfohlenen Mindestabstände von zwei Metern zu anderen Besuchern hin.

Mainzer Innenstadt und Rheinufer: zahlreiche Einschränkungen

In Mainz sind seit Gründonnerstag, 0 Uhr, nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten: Sie gelten von 21 Uhr bis 5 Uhr. Die Polizei soll die Einhaltung verstärkt kontrollieren. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) hält die Lage für außerordentlich ernst: Das Risiko, sich anzustecken, sei wegen der britischen Virusvariante deutlich höher geworden.

Auch Außengastronomie und Museen würden laut Ebling ab Donnerstag wieder geschlossen sein. Der Einzelhandel darf nur für Einzeltermine öffnen. Für Ostergottesdienste soll allerdings eine Ausnahme gemacht werden. Somit ist natürlich auch das Mainzer Rheinufer ab Donnerstag nur noch bis 21 Uhr begehbar. Tagsüber gilt dort Maskenpflicht:

Fahrgastschiffe auf Saar und Mosel haben „Fahrverbot“

Pünktlich am Osterwochenende sollten an Saar und Mosel eigentlich die Fahrgastschiffe mit ihren Touren starten. Doch der traditionelle Saisonauftakt für die Personenschifffahrt fällt erneut ins Wasser: Fahrgastschiffe dürfen laut aktueller Corona-Verordnung der rheinland-pfälzischen Landesregierung nicht fahren.

Dahner Felsenland: Maske auf und los – aber nicht zu viele, sonst...

Für die Wanderwege gelten keine verschärften Regeln. Es gilt aber die Allgemeinverordnung des Kreises Südwestpfalz: Besucher müssen Maske tragen, es gelten die Kontaktbeschränkungen und es gilt eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr – da sind dann natürlich auch keine Ausflüge erlaubt. Die Verantwortlichen sagen, sie wollten die Lage im Blick behalten und notfalls gegensteuern, falls der Ansturm zu groß wird.

Rheinschleife und Fünfseenblick bei Boppard unter Auflagen geöffnet

Hier gelten über Ostern keine verschärften Regeln speziell für den Aussichtspunkt oder den Aussichtsturm. Sie werden auch nicht gesperrt. Es gelten aber die Regeln der Allgemeinverfügung des Rhein-Hunsrück-Kreises und das bedeutet: Maskenpflicht, Kontaktbeschränkung auf maximal eine Person eines weiteren Haushalts, Gruppen von höchstens fünf Personen und Abstand. Allerdings liegt der Kreis aktuell mit 100,4 knapp über der 100er-Inzidenz-Marke (Stand 4.4.2021). Das bedeutet: Mit neuen Entscheidungen in den kommenden Tagen muss man rechnen.

Über die Feiertage könnte es auf den Straßen voll werden

Nach dem Ferienbeginn in zwölf Bundesländern hat der ADAC in einer ersten Bilanz zum Reiseverkehrsaufkommen deutlich weniger Verkehr als in den Vorjahren festgestellt. Dennoch rechnet der Club mit mehr Verkehr über die Ferien. Vor allem an den jeweiligen Naherholungsgebieten. Ausflügler sollten sich deswegen vorher über die Verkehrslage informieren. Denn der ADAC geht davon aus, dass die Polizei bei Überfüllung Parkplätze schließt und Besucher abweist.

Eine Anzeigetafel mit der Aufschrift "Corona - Ostern bitte nicht reisen" steht auf der Autobahn 5 am Heidelberger Autobahnkreuz.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach (Archiv))
picture alliance/dpa | Uwe Anspach (Archiv)

Hier findet ihr aktuelle Infos aus dem SWR3 Verkehrszentrum:

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