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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)
Mia von Hirsch

Mit seiner Entscheidung sorgt er für Schlagzeilen: Der Gründer der Outdoor-Marke Patagonia hat das Unternehmen für den Umweltschutz gespendet.

Yvon Chouinard war schon als Kind am liebsten draußen in der Natur. Er wuchs in Kalifornien auf und ging dort angeln, surfen oder klettern. Als junger Mann ärgerte er sich beim Klettern im Yosemite-Nationalpark einmal so, dass er eine Entscheidung traf:

Ich sah mir alle Werkzeuge zum Klettern an. Die waren grob, haben nicht gut funktioniert und waren billig gemacht. Ich dachte: Das kann ich besser! So fing alles an.

Im Jahr 1957 baute er sich also eine Werkstatt. Im ehemaligen Hühnerstall im Garten seiner Eltern brachte er sich selbst das Schmieden bei. So konnte er erste Werkzeuge fürs Klettern herstellen. Die waren erst einmal nur für ihn selbst und seine Freunde.

Yvon Chouinard: Der Patagonia-Gründer

1970 fing er dann an, sich auch mit Kleidung zu beschäftigen. Er stellte fest, dass sich das strapazierfähige Material von Rugby-Trikots sehr gut als Outdoor-Stoff eignet. Damit war seine nächste Idee geboren. Drei Jahre später gründete Chouinard die Firma Patagonia.

Die ungefähr im Jahr 1974 entstandene von Patagonia zur Vefügung gestellte Aufnahme zeigt Yvon Chouinard, Patagonia-Gründer, mit Ausrüstung zum Klettern (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Patagonia)
Yvon Chouinard beim Klettern – das Foto wurde Anfang der 1970er Jahre gemacht. picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Patagonia

Chouinard wollte eigentlich kein Geschäftsmann sein

Im Laufe der Zeit wurde Nachhaltigkeit ein immer wichtigerer Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Nachdem einige Verkäuferinnen und Verkäufer in den Läden Kopfschmerzen von einer Kunstharzbeschichtung auf der Kleidung bekamen, fällte Chouinard eine Entscheidung: Er stelle die Produktion komplett um.

Seitdem werden nur noch Bio-Baumwolle und so wenig Chemie wie möglich verwendet. Später legte der Firmen-Gründer fest, dass ein Prozent des Jahresgewinns an den Umweltschutz geht. Und: Chouinard macht Werbung damit, seine Produkte nicht zu kaufen, wenn man sie nicht wirklich braucht.

Du musst dich auch weigern, etwas zu kaufen. Wenn du es nicht brauchst, dann kauf es auch nicht!

Chouinard sagte einmal in einem Interview, dass er niemals ein Geschäftsmann sein wollte. Und das merkte man bis zuletzt: Er hatte kein Handy, keinen Computer und kein Büro. Trotzdem schaffte er es, Patagonia zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen. Es soll derzeit etwa drei Milliarden US-Dollar wert sein.

Firma verschenkt – so will Chouinard die Erde retten

Jetzt hat der 83-Jährige eine Entscheidung getroffen, die für viel Aufsehen sorgt. Er gibt seine Firma ab. Patagonia geht an eine Nicht-Regierungsorganisation und an eine Art Stiftung. So muss das Unternehmen künftig einen gemeinnützigen Zweck erfüllen und alle Profite für den Umweltschutz einsetzen.

So können geschätzt etwa 100 Millionen US-Dollar pro Jahr für den Kampf gegen den Klimawandel und andere Umweltprojekte eingesetzt werden. Chouinard hofft auch, dass er mit seiner Entscheidung ein Vorbild für andere sein kann. Der New York Times sagte er: „Hoffentlich wird dies eine neue Form des Kapitalismus beeinflussen, die nicht mit ein paar Reichen und einem Haufen armer Leute endet.“

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