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Viele Menschen meinen es gut und wollen die Tiere nur füttern. Dass sie die Ziegen damit umbringen, ist den meisten nicht klar.

Es sind Bilder, die unendlich traurig machen. Eine Frau kniet neben einer Ziege und streichelt dem Tier liebevoll über den Kopf und den Hals. „Die krampft jetzt schon, die ist im Todeskampf. Deshalb ist auch der Kopf so verdreht“, sagt Manuela Lingenfelser in einem Video auf Facebook.

Gerade ist unsere liebe Ziege "Ziegen T Mama" (der Name ist ein Insider) in unserem Beisein gestorben. Wir haben fast 2...Posted by Landschaftspflege Lingenfelser on Thursday, August 5, 2021

Der Ziege könne man nicht mehr helfen, sagt die Tierarzthelferin. Zwei Wochen lang habe man „unter Anleitung und in Begleitung unserer Tierärztin um sie gekämpft“, schreibt ihr Mann Dirk Lingenfelser auf Facebook. Vergebens: „Gerade ist unsere liebe Ziege „Ziegen T Mama“ in unserem Beisein gestorben.

Falsch gefüttert: Schon 23 tote Ziegen

Die Ziege im Video ist nicht das einzige Tier, das die Lingenfelsers in der Vergangenheit verloren haben. 23 Ziegen sind schon verendet – darunter 18 kleine Ziegenbabys. Die Todesursache ist immer dieselbe: Die Tiere werden von Passanten mutmaßlich falsch gefüttert.

Es gebe Spaziergänger, die zum Teil verschimmeltes Brot über den Weidezaun werfen, Grünschnitt von giftigen oder nicht giftigen Pflanzen, faules Obst und Gemüse. „Dies muss sofort aufhören!“, schreiben die Lingenfelsers auf Facebook.

Update: eine Ziege stirbt nun gerade,ganz toll. Es ist einfach nur noch zum Heulen. Unser Verdacht bestätigt sich immer...Posted by Landschaftspflege Lingenfelser on Wednesday, August 4, 2021

Familie wirft Fütternden keine böse Absicht vor

Weidetiere wie Ziegen, Schafe, Rinder, Pferde, Esel oder Alpakas dürften ohne Absprache und Erlaubnis des Besitzers nicht gefüttert werden. Schilder am Stall wiesen darauf hin, dass man nicht füttern soll, schreibt Dirk Lingenfelser.

Böse Absicht wirft die Familie den Menschen aber nicht vor. „Ich glaube, viele machen sich keine Gedanken, weil sie die Tragweite nicht erkennen“, sagt Manuela Lingenfelser. An einem alten Standort hätten sie das Problem durch viele Gespräche in den Griff bekommen. Seit die mehr als 70 Ziegen auf neuem Gelände weiden, hätten die Todesfälle wieder zugenommen, sagt sie.

Knallhart-Ansage der Lingenfelsers: Jede Fütterung wird angezeigt

Um weitere Todesfälle zu verhindern, greifen wie Lingenfelsers jetzt durch: „Wir werden die Grundstücke nun mit Kameras ausstatten und in Zukunft kommt jede Fütterung sofort zur Anzeige“, heißt es auf der Facebook-Seite der Familie.

Nach so einer Anzeige wird auf jeden Fall Paragraf 18 des Tierschutzgesetzes geprüft“, sagt Norbert Schätzle von der Polizei Mannheim. Dabei werde geschaut, ob die vorgeworfene Tat vorsätzlich oder fahrlässig war.

Vorsatz würde bedeuten: Jemand füttert ein Tier, obwohl er weiß, dass das Tier das nicht überleben wird. Fahrlässig wäre es, wenn man ein Tier füttert, ohne die Folgen davon zu kennen. So oder so: „Bei einer Verurteilung können mehrere Tausend Euro Strafe drin sein“, sagt der Polizeisprecher.

Eine Ziege kämpft um ihr Überleben

Eine Spenderin habe sich schon gemeldet, die die Videoüberwachung mitfinanzieren will. Für die Ziege „Schecki-weiß“ kommt das aber leider zu spät. Sie sehe zwar noch munter aus, sei aber zu schwach um sich auf den Beinen zu halten, schreibt Dirk Lingenfelser auf Facebook.

Leider liegt sie sich etwas wund, weshalb sie mehrmals täglich umgelagert werden muss. Zudem bekommt sie ein- bis zweimal täglich Physiotherapie von meiner Frau, damit ihre Muskeln nicht verkümmern“, schreibt Dirk weiter. Für seine Frau ist die Lage klar: „Sie ist eine Intensivpatientin.“ Manuela Lingenfelser hofft, dass sie das Tier nicht einschläfern lassen muss.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 24. Mai, 5:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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