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Die Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks Philippsburg sind Geschichte. Aber auch ohne AKW soll es weiter Strom aus Philippsburg geben.

Wer in der Rheinebene irgendwo zwischen Karlsruhe und Bensheim aufgewachsen ist, kannte sie seit Langem: die zwei riesigen weißen Kühltürme mitten im Grünen nahe Philippsburg. Sie waren über 150 Meter hoch und prägten seit 40 Jahren das Landschaftsbild.

Am frühen Donnerstagmorgen wurden die Türme gesprengt und sind jetzt nur noch 65.000 Tonnen Bauschutt. Ein spektakulärer Anblick:

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Sprengtermin der Kühltürme war streng geheim

Wann genau die Sprengung stattfinden sollte, hatte der Betreiberkonzern EnBW geheim gehalten, um Menschenaufläufe zu verhindern. Seit Anfang der 1980er Jahre hatten die Türme neben dem Philippsburger AKW auf der idyllischen Rheinschanzinsel nahe der 12.000-Einwohner-Stadt gestanden.

Kurz vor der Sprengung hatte SWR-Reporter Daniel Günther noch mit Anwohnern über deren Gefühle beim Abschied von den Türmen gesprochen. Manchen kamen gar die Tränen:

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Nach Fukushima kam das Aus für das AKW Philippsburg

Seit 1979 (Block 1) beziehungsweise 1984 (Block 2) war das Atomkraftwerk in Betrieb. Nach Jahren des ruhigen Betriebs hatte es Anfang des neuen Jahrtausends immer wieder Zwischenfälle im Atomkraftwerk gegeben.

Nach der Katastrophe von Fukushima in Japan kam dann 2011 die Atomwende in Deutschland und damit auch das Aus für Philippsburg. Für SWR-Umweltredakteurin Alice Thiel-Sonnen ist die Sprengung der Kühltürme deshalb auch ein Zeichen für die Energiewende.

Am AKW Philippsburg wurden Kühltürme gesprengt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Maurer/EnBW/dpa)
Auf dieser Fläche standen die Kühltürme. Jetzt soll dort ein Umspannwerk entstehen. picture alliance/Daniel Maurer/EnBW/dpa

Neues Umspannwerk in Philippsburg verteilt Strom

In Philippsburg soll eine der geplanten großen Stromautobahnen durch Deutschland enden. Diese sollen Windstrom aus dem Norden von Deutschland in den Süden transportieren.

Weil bei einem Transport über so lange Strecken normalerweise aber viel Energie verloren geht, setzt man dabei auf Gleichstrom – aus unseren Steckdosen kommt allerdings Wechselstrom. In Philippsburg wird ein Konverter entstehen, der diese Stromspannung dann passend umwandelt.

Das neue Umspannwerk soll auf der Fläche der beiden Kühltürme entstehen. Der Schutt der alten Türme soll dabei möglichst wiederverwertet und zur Aufschüttung des Geländes verwendet werden.

Videos der Sprengung aus SWR3Land

Viele Menschen in SWR3Land haben die Sprengung am AKW Philippsburg mitverfolgt – hier einige Videos der Hörer:

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