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Wochenlang hat die Ständige Impfkommission sich mit ihrer Empfehlung Zeit gelassen. Jetzt hat sie genug Daten ausgewertet und sagt: 12- bis 17-Jährige sollen sich impfen lassen.

Alle Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren können sich gegen Corona impfen lassen – das empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko). Man habe die neuesten wissenschaftlichen Daten beobachtet und sei zu der Einschätzung gekommen, „das nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte das Gremium am Montag mit.

Der offizielle und ausführliche Empfehlungstext ist allerdings noch nicht veröffentlicht worden. Der müsse noch mit den Ländern und Experten abgestimmt werden – es seien noch Detail-Änderungen möglich. An der grundsätzlichen Empfehlung ändert das aber nichts.

Biontech/Pfizer und Moderna für Teenager

Für die Impfung der 12- bis 17-Jährigen sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna in der EU zugelassen – also zwei mRNA-Impfstoffe. Für Kinder unter zwölf Jahren ist bislang kein Impfstoff verfügbar.

Europa

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Stiko will keine Ausgrenzung von ungeimpften Kindern

Diese Empfehlung zielt in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor Covid-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab“, heißt es von der Stiko.

Aber auch für Kinder und Jugendliche gelte, dass die Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko durchgeführt werden soll. Man spreche sich „ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird“. Das heißt: Die Stiko will verhindern, dass ungeimpfte Kinder mit mehr Regeln belegt werden.

Stiko: Können die Risiken jetzt besser bewerten

Die Stiko sagt, dass sie die Risiken für Kinder und Jugendliche mittlerweile besser bewerten könne, als noch vor einigen Wochen. Man habe unter anderem Daten von nahezu zehn Millionen geimpfter Kinder und Jugendlicher im amerikanischen Impfprogramm ausgewertet.

Der Hauptgrund, warum, die Stiko so lange mit der Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige gewartet hat, seien fehlende Daten zu möglichen Herzmuskelentzündungen bei Geimpften gewesen. Am Montag sprach die Stiko dann aber von meist unkomplizierten Verläufen.

Stiko stand wegen Impfung von Kindern und Jugendlichen unter Druck

Mehrere Politiker hatten die Impfkommission in den vergangenen Wochen dazu aufgefordert, ihre vorsichtige Haltung zu den Impfungen für Teenager zu überdenken. Bislang gab es die Impfempfehlung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten – oder mit Menschen mit besonderem Corona-Risiko im Umfeld.

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