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Christian Kreutzer (Foto: SWR3)
Patrick Seibert (Foto: SWR3)

Schock im nordhessischen Volkmarsen: Ein Auto ist in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Über 60 Menschen sollen verletzt sein, einige davon schwer. Der Fahrer des Wagens wurden festgenommen – aber auch ein weiterer Mann.

Die Ermittlungen in Volkmarsen laufen langsam – wohl vor allem, weil der verletzte Täter nach wie vor nicht vernehmungsfähig ist. Bei dem Rosenmontagszug in der Nähe von Kassel war am Montagnachmittag ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Der Fahrer wurde festgenommen. Die Gemeinde Volkmarsen kam am Dienstagabend zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen.

Mittlerweile ist bekannt: Der Fahrer war nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag.

Ermittler: über 60 Verletzte - darunter 18 Kinder

Die Ermittler sprechen mittlerweile von über 60 Verletzten, darunter 18 Kinder. Sie seien zwischen zwei und 85 Jahre alt. Mehrere Menschen sollen schwerstverletzt sein, einige konnten das Krankenhaus inzwischen aber auch schon wieder verlassen.

Der Wagen war am frühen Montagnachmittag in den Rosenmontagszug gerast: „Die Leute sind wie Papier durch die Luft geflogen“; „es war schrecklich anzusehen“; „auf einmal stand das Auto mitten in den Menschen“ – das sind die Zitate von Augenzeugen, die der HR zitiert. 

Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt übernahm die Ermittlungen. Ein Sprecher sagte, Der Fahrer sei ein 29-jähriger Mann aus Volkmarsen. Man ermittele gegen ihn wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Festgenommene sei selbst verletzt und könne deswegen nicht vernommen werden. Aber auch wann er vernommen werden könne, sei unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittle „in alle Richtungen“.

Wer ist der zweite Festgenommene?

Am Abend meldete die Polizei, dass sie einen weiteren Mann festgenommen habe. Er soll hinter dem Auto des 29-Jährigen gefilmt haben, wie er das Auto in die Menschenmenge gelenkt hat.

Unklar ist laut dpa, die sich auf Sicherheitskreise beruft, ob der zweite Festgenommene ein Schaulustiger und Zeuge ist oder ob er in das Vorhaben eingeweiht war. Festgenommen wurde er aber zunächst wegen des Gaffervideos.

Derweil warnt die Polizei weiter davor, auch noch Fake News zu dem schrecklichen Vorfall zu verbreiten:

#Volkmarsen Derzeit kursieren Fotos, die die angebliche Festnahme des Täters zeigen sollen. Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter. Teilen Sie keine Falschnachrichten! https://t.co/9G1fNdQHhj

Eine von Rechten gezielt verbreitete Falschmeldung behauptet derweil, es habe ein islamistischer Anschlag stattgefunden. Sie stammt von einer angeblich jüdischen Nachrichtenseite. (Wie man Fake News erkennt, erfährst du hier.)

Absicht oder nicht? - Das ist bisher bekannt

Die Hintergründe waren auch am Mittwochmorgen unklar. Ein Sprecher der Polizei hatte gesagt: „Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.“

Beim Rosenmontagsumzug in #Volkmarsen ist ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Nach ersten Informationen wurden mehr als zehn Menschen verletzt - auch Kinder. Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert: https://t.co/r3Ubk0UETf

Fastnachtsumzüge in Hessen abgesagt

Nach dem Vorfall in Volkmarsen wurden vorsichtshalber alle Fastnachtsumzüge in Hessen abgebrochen. Das teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit. Das Polizeipräsidium Frankfurt bezeichnete die Absage der laufenden Umzüge als Vorsichtsmaßnahme.

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