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1,99 Euro oder 99 Cent: Preise, wie wir sie bisher kennen, wird es ab jetzt wohl nicht mehr geben. Grund dafür ist die Mehrwertsteuersenkung, die wegen der Coronakrise ab Juli gilt – und das Versprechen vieler Märkte, die Senkung an die Kunden weiterzugeben. Alles nur Marketing?

Ab dem ersten Juli wird die Mehrwertsteuer gesenkt – so hat es die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket wegen der Coronakrise beschlossen.

Preise sollen in vielen Märkten abgerundet werden

Und die Supermärkte? Die haben schon vor Wochen mehrheitlich angekündigt, diese Vergünstigung an ihre Kunden weitergeben zu wollen. Und weil 97 Cent nicht so sexy klingt, sind einige Märkte wie Lidl und Kaufland nun vorgeprescht: Sie wollen ihre Preise auf Null- und Fünf-Cent-Beträge abrunden. Aus 99 Cent wurden dann 95 Cent werden.

Billiger einkaufen So profitierst du am besten von der niedrigeren Mehrwertsteuer

Ab 1. Juli wird die Mehrwertsteuer bis Ende des Jahres von 19 auf 16 Prozent gesenkt – beim ermäßigten Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Die Kauflaune soll steigen, die Konjunktur in Schwung gebracht werden. Wo kann man richtig sparen?  mehr...

Preise abrunden: alles nur Marketing?

Lutz Heyser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion glaubt, dass die Supermärkte mit der angekündigten Preissenkung besonders eins machen: Werbung. Solche Anpassungen geben gute Schlagzeilen – besser und wirksamer als jede Anzeige, sagt er in SWR3. Und das nutze am Ende vor allem dem eigenen Image, so Heyser.

Aber klar ist natürlich auch: Zu verschenken haben gerade die Discounter nichts, die ja jeden Cent zweimal umdrehen. Heyser glaubt deshalb, dass die Discounter die Preissenkungen an anderer Stelle wieder reinholen – etwa indem sie Druck auf ihre Lieferanten machen, die Milch, Butter oder auch Tiefkühlpizza noch ein bisschen billiger herzustellen.

Eine weitere Möglichkeit sei, Preise anderswo zu erhöhen – zum Beispiel beim Obst oder Gemüse. Wer sich der „Wir senken unsere Preise“-Kampagne anschließt, könnte anderen Supermärkten außerdem Kunden abwerben, was sich finanziell wiederrum auszahlen könnte.

Wie stehen die Supermärkte in der Corona-Zeit da?

Und selbst wenn dieses Kalkül nicht aufgehen sollte, wäre das wohl kein großes Drama für die Supermärkte. Heyser sagt dazu: „Dieses Weitergeben der Preissenkungen kann sich der Lebensmitteleinzelhandel im Moment sehr gut leisten.“ Denn die Supermärkte hatten die ganze Zeit lang geöffnet – auch während des Corona-Shutdowns.

Gerade in dieser Zeit haben viele Menschen in Deutschland besonders viel eingekauft – unter anderem auch gehamstert. Das lag natürlich auch daran, weil Kantinen und Restaurants zu hatten und man nun zu Hause kochen musste.  

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