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Cornelia Stenull (Foto: SWR3)

In einem Vorort der US-Stadt Minneapolis versucht die Polizei, erneute Unruhen unter Kontrolle zu bringen. Grund für die Proteste ist ein Vorfall vom Wochenende: Eine Polizistin hatte einen Schwarzen erschossen – aus Versehen, wie es heißt.

Trotz einer Ausgangssperre für die US-Stadt Minneapolis hat es in der Nacht zum Dienstag wieder Proteste gegeben. Videoaufnahmen zeigen abgeschossene Feuerwerkskörper, Blendgranaten und Rauchschwaden. Die Polizei setzte Reizgas ein.

US-Präsident Joe Biden rief dazu auf, friedlich zur protestieren. Für Gewalt gebe es keine Rechtfertigung. Der Hergang müsse erst noch geklärt werden. Auslöser für die Unruhen sind die tödlichen Schüsse einer Polizistin auf einen jungen Schwarzen.

Polizei erklärt: Daunte Wright wurde aus Versehen erschossen

Daunte Wright, ein 20 Jahre alter Afroamerikaner, war am Wochenende bei einer Verkehrskontrolle in Brooklyn Center, nördlich von Minneapolis, erschossen worden – aus Versehen, wie die Polizei jetzt erklärte. Eine Polizeibeamtin habe ihren Elektroschocker gegen Wright einsetzen wollen, dabei irrtümlich zur Waffe gegriffen und einen Schuss abgefeuert.

Auf einer Pressekonferenz zeigte die Polizei Aufnahmen von Bodycams. Darauf ist zu hören, wie die Polizistin mehrfach „Taser, Taser“ ruft, dann aber ihre Dienstwaffe abfeuert. Die Polizei sprach von einem „tragischen Tod“ durch eine „versehentliche Schussabgabe“.

Polizei-Chef und verantwortliche Polizistin treten zurück

Inzwischen hat die Polizei erste Konsequenzen gezogen. Der Bürgermeister der Stadt Brooklyn Center, Mike Elliott, erklärte am Dienstag, dass der örtliche Polizeichef und die verantwortliche Polizistin zurückgetreten seien.

Bürgerrechtler Johnson: Ein weiterer schwarzer Mann ist durch Polizistenhand gestorben

Der Präsident der Bürgerrechtsorganisation NAACP, Derrick Johnson, erklärte: „Ob es sich um Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit handelt oder um einen unverhohlenen modernen Lynchmord, das Ergebnis ist das gleiche. Ein weiterer schwarzer Mann ist durch Polizistenhand gestorben.“

“Whether it be carelessness and negligence, or a blatant modern-day lynching, the result is the same. Another Black man has died at the hands of police.” @DerrickNAACP #PoliceReformNow https://t.co/rmWorO0bdm

Die tödliche Vorfall ereignete sich nur wenige Kilometer entfernt von dem Gerichtsgebäude, in dem gerade der Prozess gegen den Polizisten läuft, der vor einem Jahr George Floyd getötet hat. Floyds Tod hatte monatelange Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität ausgelöst – auch in Deutschland gab es deswegen viele Demonstrationen.

Minneapolis

Rassistische Polizeigewalt in den USA Beginn des George-Floyd-Prozesses: Ex-Polizist sagt, er sei unschuldig

Zehn Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hat in Minneapolis der Prozess gegen den mutmaßlich verantwortlichen, weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin begonnen. Ihm drohen bis zu 40 Jahren Haft.  mehr...

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Cornelia Stenull (Foto: SWR3)

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