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Eine Plage von gefräßigen Schwammspinner-Raupen zerstört ganze Waldgebiete in Bayern und Ostdeutschland. Wegen der anhaltenden Wärme konnten sich die kleinen Tiere explosionsartig vermehren. Im Video sind Haufen der Raupen an Häuserwänden zu sehen.

Zuerst waren Bilder der Schwammspinner-Raupen aus Gera in Thüringen und Gunzenhausen in Bayern aufgetaucht. Ein Video des BR zeigt, wie die Raupen ganze Wände bedecken und was die Gemeinde Gunzenhausen unternimmt, um weitere Bäume vor dem Kahlfraß zu schützen.

Schwammspinner in GunzenhausenDer Schwammspinner treibt sein Unwesen in Gunzenhausen. Jetzt geht die Stadt gegen ihn vor – unter anderem mit einer langen Plane. |hlPosted by BR Franken on Monday, June 17, 2019

Plage breitet sich weiter aus

Nun wurden die Raupen auch im Raum Leipzig gefunden und bahnen sich auch dort ihre Schneise der Verwüstung: Rund 20 Hektar Wald sind betroffen, wie die Forstbehörde des Landkreises Leipzig mitteilte. Man könne die Tiere sogar fressen hören, sagte Bernd Becker, Leiter der Behörde. Weitere 20 Hektar Wald westlich von Leipzig seien betroffen, sagte Renke Cordes vom Staatsbetriebs Sachsenforst.

Raupen des Schwammspinners auf einer Wand (Foto: picture alliance/Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa)
Raupen des Schwammspinners auf einer Wand picture alliance/Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Ungefährliche Irritationen auf der Haut

Laut Becker kann die explosionsartige Vermehrung der Raupen auch für Menschen unangenehm werden: Die Tierchen sind sehr zutraulich und krabbeln sogar an Beinen hoch. Dabei kann es zu Hautirritationen kommen, insgesamt seien die Tiere aber ungefährlich, so Cordes. Rund um Leipzig würden sich die Raupen in den kommenden Tagen verpuppen, die geschlüpften Falter sollen dann im Juli ausfliegen.

Keine Chemo-Keule gegen Schwammspinner

Laut Becker hat die lange anhaltende Wärme dazu geführt, dass die Schwammspinner-Raupen sich so explosionsartig vermehren konnten. Letzte Hoffnung für die abgefressenen Bäume sei der sogenannte Johannistrieb: Ende Juni treiben die Bäume ein zweites Mal Blätter aus. Vorerst sollen außerdem keine Chemikalien gegen die Plage eingesetzt werden, weil dadurch auch Nützlinge gefährdet würden. Allerdings könnten im kommenden Frühjahr biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, um die Population der Schwammspinner-Raupen einzudämmen, so Becker.

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