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Der rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Umweltschutzorganisationen als „Krebs“ bezeichnet, den er am liebsten ausrotten würde. Eine Kampagne soll ihm die Gelder entziehen.

In einer Videobotschaft weisst Bolsonaro Umweltschutzorganisationen in ihre Grenzen: „Ihr wisst, dass die NGOs mir nichts zu sagen haben.“

Ich bin streng mit diesen Leuten, aber ich schaffe es nicht, diesen Krebs zu töten, den die meisten NGOs darstellen.

Jair Bolsonaro, brasilianischer Präsident

Kampagne soll Bolsonaro Gelder entziehen

Bolsonaro schimpfte während der Videoübertragung auf die „Bastarde“, die ihn beschuldigten, „den Amazonas in Brand zu stecken“. Der Zorn des Präsidenten wurde insbesondere durch die Kampagne Defundbolsonaro.org (etwa: Entzieht Bolsonaro die Gelder) geweckt, die eine Umweltgruppe diese Woche gestartet hatte. Unter dem Titel „Bolsonaro zündet den Amazonas an. Schon wieder. Auf welcher Seite stehst du?“ ruft die Kampagne potenzielle Investoren dazu auf, ihr Engagement in Brasilien von der Verpflichtung zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes abhängig zu machen.

Human Rights Watch kritisiert Bolsonaros Statement

Im Juni hatten bereits internationale Investmentfonds mit einem Gesamtvolumen von vier Billionen Dollar (3,38 Billionen Euro) von der brasilianischen Regierung einen Kurswechsel in der Umweltpolitik gefordert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte Bolsonaros Äußerungen am Freitag. Damit zeige der Präsident „seine totale Verachtung für Nichtregierungsorganisationen“. Die „Anti-Umweltpolitik“ des Staatschefs habe die Zerstörung des Regenwaldes beschleunigt, was ernste Folgen nicht nur für Umweltschützer, sondern für die Gesundheit tausender Menschen habe, die wegen der Waldbrände im Amazonasgebiet „giftige Luft einatmen“.

Regenwald: Bolsonaro verbietet Brandrodung in der Trockenzeit

Brasiliens Präsident hat eine Anweisung unterschrieben: Zwei Monate lang dürfen im Amazonas-Gebiet keine Feuer mehr gelegt werden, um Platz für Agrarflächen zu schaffen.

Jair Bolsonaro (Foto: picture alliance/Marcos Correa/Presidencia Planalto/dpa)
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro picture alliance/Marcos Correa/Presidencia Planalto/dpa

Der internationale Druck auf den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wächst. Kritiker werfen der brasilianischen Regierung vor, dass sie nicht energisch genug gegen die Waldbrände im Amazonas-Regenwald vorgeht. Umweltschützer geben dem Präsidenten die Schuld daran, dass die Brände in diesem Jahr so stark zugenommen haben.

Bolsonaro will keine internationale Hilfe

In den letzten Tagen gab es immer wieder Streit um die Hilfsangebote aus der ganzen Welt. Die Regierung Brasiliens betrachtet die Unterstützung als Verletzung der brasilianischen Eigenständigkeit. Erst in dieser Woche behauptete Bolsonaro, Deutschland und Frankreich hätten versucht, Brasiliens Souveränität zu „kaufen.“

Trotzdem sei Bolsonaro bereit, „bilaterale“ Hilfe anzunehmen. Chile etwa schickt vier Löschflugzeuge, Großbritannien hat zwölf Millionen Dollar zugesagt, Kanada elf Millionen Dollar.

Zoff zwischen Bolsonaro und Macron geht weiter

Im Dauerstreit zwischen dem brasilianischen Präsidenten und Frankreichs Präsident Macron legte Bolsonaro nochmal nach. Macron stelle sich als die „alleinige und einzige Person“ dar, die um die Umwelt besorgt sei.

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