STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Die Sommerferien am Strand können kommen: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für den größten Teil Europas ab Mitte Juni aufgehoben. Für das Lieblingsurlaubsland der Deutschen gilt das aber nicht.

Für 29 Länder in Europa wird die Reisewarnung zum 15. Juni aufgehoben. Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nach einer Kabinettssitzung. Nur in Norwegen und Spanien gelten die Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie weiter.

Maas geht aber davon aus, dass die Einreisesperre nach Spanien am 21. Juni aufgehoben wird. Sollte das der Fall sein, werde auch die Reisewarnung für das Urlaubsland Nummer eins sofort aufgehoben. Die weltweite Reisewarnung für Touristen gilt seit dem 17. März für 200 Länder.

Bundesregierung hebt Reisewarnung zum Teil auf (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)
Außenminister Heiko Maas (SPD) picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Für Urlauber ändert sich die rechtliche Situation

Was bedeutet das Aufheben der Reisewarnung jetzt für Urlauber? Die rechtliche Situation ändert sich, sagt Petra Thiele aus der SWR Umweltredaktion. Aus den Reisewarnungen werden jetzt Reisehinweise: „Bei einem Reisehinweis können Kunden in der Regel nicht kostenfrei stornieren: Manche Verbraucherschützer meinen aber, es müsste jetzt trotzdem möglich sein, weil eine Pandemie ein 'außergewöhnlicher, unvermeidbarer Umstand ist'“.

Das Virus beeinträchtige die Erholungsreisen in den nächsten Monaten immer noch so stark, dass es Kunden derzeit nicht zumutbar sei, sie anzutreten. Egal, ob es eine Reisewarnung oder nur Reisehinweise gebe. „Das müsste dann aber der Kunde einer Pauschalreise im Einzelfall vor Gericht klären.“

Einige Reiseveranstalter sind kulant

Manche Reiseveranstalter haben im Zuge der Corona-Pandemie ihre Stornierungsbedingungen geändert und erweitert. Ein Reiserücktritt ist dadurch auch kurzfristig und ohne Reisewarnung möglich. „Dies ist aber eine reine Kulanz des Veranstalters“, so Thiele.

Reisewarnungen in der Regel nur im Krisenfall

Normalerweise wurden solche Warnungen bisher nur bei einer Gefahr für Leib und Leben zum Beispiel in Kriegsgebieten ausgesprochen. Diesmal galt die Warnung wegen der Gefahren der Corona-Pandemie. Die Reisewarnung wird jetzt durch individuelle Reisehinweise ersetzt. Darin wird dann über die jeweiligen Risiken im Land informiert.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die EU-Staaten, Großbritannien und die drei Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, die Schweiz und Liechtenstein.

Für diese Länder ist die Reisewarnung aufgehoben worden
BelgienItalienPortugal
BulgarienKroatienRumänien
DänemarkLettlandSchweden
EstlandLiechtensteinSchweiz
FinnlandLitauenSlowakei
FrankreichLuxemburgSlowenien
GriechenlandMaltaTschechische Republik
GroßbritannienNiederlandeUngarn
IrlandÖsterreichZypern
IslandPolen

Reisewarnung kann jederzeit wieder aktiviert werden

Wenn die es in einer Region aber wieder stark steigende Fälle von Corona-Neuinfektionen gibt, könne die Reisewarnung für die entsprechenden Länder sofort wieder aktiviert werden, heißt es in dem Regierungspapier. Dabei gilt – wie auch in Deutschland – der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Sollte dieser Wert überschritten werden, werde die Bundesregierungen „Schutzmaßnahmen“ ergreifen: „Dazu können beispielsweise länder- oder regionsspezifische Reisewarnungen gehören“, heißt es in dem Papier. Das gilt auch dann, wenn einzelne Länder den Infektionsschutz für Touristen nicht ausreichend sicherstellen.

Eine Rückholaktion wird es nicht mehr geben

Eine Rückholaktion wie für die 240.000 deutsche Touristen nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie soll es nicht mehr geben. „Eine Abholung deutscher Staatsangehöriger durch die Bundesregierung während einer möglicherweise im Ausland verhängten Quarantäne bleibt ausgeschlossen“, hat die Regierung beschlossen.

Wie es mit den Reisewarnungen in Länder außerhalb der EU weitergehen soll, ist noch nicht klar.

STAND
AUTOR/IN
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. Stuttgart

    SWR3 Tatort-Check: „Das ist unser Haus" Tatort aus Stuttgart: Wie konnte es soweit kommen?

    Außergewöhnlich: Selten zuvor hat der Stuttgarter Tatort den Zuschauern mit so viel schwarzem Humor den Spiegel vorgehalten, dass das Lachen im Hals stecken bleibt. Wie konnte es so weit kommen?  mehr...

  2. Die besten Messenger-Dienste „Whatsapp-Alternative Telegram auf keinen Fall verwenden.“

    Wer kein Whatsapp verwenden möchte, landet schnell bei Telegram. Nicht zuletzt der Wendler und die Corona-Kritiker nutzen den Messenger gerne – und haben praktisch keinen Datenschutz mehr.  mehr...

  3. Rheinland-Pfalz

    Worms hat 15km-Regel Jetzt berechnen: So weit sind 15 Kilometer von deinem Wohnort entfernt

    Als erste Stadt in Rheinland-Pfalz hat Worms den Bewegungsradius auf 15 Kilometer eingeschränkt. Hier kannst du berechnen, wie weit du dich von deinem Wohnort entfernen darfst – wenn auch bei dir diese Regel gelten sollte.  mehr...

  4. News-Ticker zum Coronavirus Länder wollen härter gegen Quarantäne-Verweigerer vorgehen

    Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen gibt es zurzeit strengere Regeln und Beschränkungen in Deutschland. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Ticker.  mehr...

  5. Konkurrenz verzeichnet Millionen Neuzugänge Nach Kritik: Whatsapp verschiebt Datenschutz-Update

    Kritik von allen Seiten und abwandernde Nutzerinnen und Nutzer: Whatsapp verschiebt sein für Anfang Februar geplantes Update der Datenschutzregeln.  mehr...

  6. Breisgau-Hochschwarzwald

    Schneemassen in den Bergen Lawinenabgang am Feldberg – verschüttete Person wohlauf

    Am Feldberg im Hochschwarzwald ist eine Lawine abgegangen. Ein Mensch ist verschüttet worden. Der Skifahrer konnte sich aber selbst aus dem Schnee befreien.  mehr...