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Die USA erlauben den Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei Covid-19-Erkrankten in Krankenhäusern. Das Mittel wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt.

Kann das Medikament Remdesivir die Dauer einer Covid-19-Erkrankung verkürzen? Zu diesem Ergebnis kam eine neue internationale Studie. Darin wurde das Mittel, das eigentlich gegen das Ebolavirus entwickelt wurde, gegen das Coronavirus getestet.

Remdesivir wurde allerdings nie zugelassen. Es zeigte keine ausreichende Wirkung gegen das Ebolavirus. Jetzt hat die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Mittel eine Ausnahmegenemigung gegeben.

Trump: Es soll jetzt alles schnell gehen

Damit können Krankenhäuser Remdesivir bei Patientinnen und Patienten mit Covid-19 einsetzen. US-Präsident Donald Trump hatte die Entscheidung am Freitag verkündet:

Das ist eine vielversprechende Situation. Wir haben mit der Arzneimittelbehörde, dem Institut für Infektionskrankheiten und Gilead zusammengearbeitet, als Speerspitze dieser Kooperation von Behörden und privatem Sektor; damit alles sehr schnell geht.

Schneller gesund mit Remdesivir?

In der Studie mit 1.063 Patienten sind Covid-19-Patientinnen und -Patienten mit Remdesivir schneller gesund geworden als mit einem Placebo: Im Schnitt konnten sie nach elf Tagen aus der Klinik entlassen werden, bei der Vergleichsgruppe dauerte es 15 Tage.

Todesfälle gab es in beiden Gruppen: Mit Remdesivir lag die Todesrate bei 8 Prozent, mit Placebo etwas höher bei 11,6 Prozent. Das klingt nach einem positiven Trend, ist aber statistisch nicht relevant.

Chinesische Studie kam zu anderem Remdesivir-Ergebnis

Eine aktuelle chinesische Studie im Fachblatt Lancet sieht dagegen gar keinen Nutzen von Remdesivir in der Behandlung von Covid 19. Allerdings war diese Studie mit nur 237 Patienten sehr viel kleiner und musste wegen Mangel an Teilnehmenden abgebrochen werden.

Die Herstellerfirma Gilead hat schon im Januar die Produktion des Wirkstoffs hochgefahren und will im Falle einer Zulassung bis Ende des Jahres eine Million Behandlungen weltweit ermöglichen.

Gilead will 1,5 Millionen Dosen spenden

Schon jetzt will Gilead 1,5 Millionen Dosen des Medikaments spenden. „Wir wollen sichergehen, dass die Patienten das Medikament ohne Probleme erhalten. Wir werden deshalb etwa 1.5 Millionen Dosen Remdesivir spenden“, sagte der Chef des Unternehmens, Daniel O'Day.

Offenbar prüft seit Sonntag auch die EU, ob das Medikament Remdesivir zur Behandlung von Corona-Infektionen zugelassen wird. Eine Entscheidung darüber könne in einigen Tagen fallen, sagte eine Sprecherin der schwedischen Arzneimittelbehörde.

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Radionachrichten 28. Juli, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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