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Spätestens nach seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ ist Rezo einer der bekanntesten YouTuber Deutschlands. Nun hat er ein neues „Zerstörungsvideo“ hochgeladen. Dieses Mal im Visier: die Boulevardpresse und Verschwörungstheorien.

Warum misstrauen viele Menschen in Deutschland den Medien? Diese Frage stellt sich Rezo fast eine Stunde lang in seinem neuen Video. Und: Das Interesse an seiner Antwort ist wohl groß – das Video hat mittlerweile schon über eine Million Aufrufe und steht auf Platz eins der YouTube-Trends.

Rezos Argumente im Überblick

Zu Anfang seines Videos stellt der YouTuber die These auf, dass das Misstrauen einiger Menschen gegenüber der Presse im Allgemeinen nicht nur davon kommt, dass Verschwörungstheoretiker krude Theorien über die Medienlandschaft und die Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung aufstellen. Rezo sagt, er glaube, dass auch Misstände innerhalb der Presseszene dafür verantwortlich sind.

Punkt 1: „Verschwörungstheorien sind gefährlich“

Im ersten Teil des neuen Videos spricht der YouTuber über Verschwörungstheorien – Stichwort: Flacherdler, Mondlandung. Aber er geht auch darauf ein, wie gefährlich solche Verschwörungstheorien im Zweifel werden können. Als Beispiel dafür führt Rezo die Corona-Pandemie an. Er sagt dazu:

Gerade in den letzten Wochen haben Verschwörungstheorien bewirkt, dass sich Menschen bewusst gegen wissenschaftliche Erkenntnisse stellen und damit gesundheitliche Risiken für sich selbst und unbeteiligte Dritte erzeugen.

Schließlich geht Rezo darauf ein, wie Menschen Verschwörungstheorien erkennen können. Er sagt: „Verschwörungstheorien sind gar keine Theorien, denn Theorien müssen falsifizierbar sein.“ Heißt: Theorien müssen belegt und damit als richtig oder falsch zu identifizieren sein. Diese Eingrenzung gilt als wichtiges Mittel, um eine Theorie schlagkräftig zu machen und sie jederzeit überprüfen zu können.

Verschwörungstheoretiker agierten dagegen mit dem Stellen von Fragen und reagierten auf Gegenargumente mit weiteren Verschwörungstheorien, so Rezo.

Punkt 2: „Boulevardpresse zu anerkannt“

Wenn Leute ihre Reichweite benutzen und Bullshit behaupten und einfach als Wahrheit darstellen, dann verurteilen wir das gar nicht konsequent.

Mit diesem Satz beginnt Rezo seinen zweiten Punkt: die Kritik an Boulevardmedien und ihrer Bereitschaft dazu, Unwahrheiten über Menschen im Rampenlicht zu verbreiten. Im Anschluss nennt der YouTuber zahlreiche Beispiele für Bildbearbeitungen auf Magazinen, die sich in der Vergangenheit als Fake herausgestellt haben – bis hin zu komplett erfundenen „Exklusiv-Interviews“.

Darüber hinaus wirft er Boulevard-Magazinen vor, dazu beizutragen, dass Menschen Medien grundsätzlich erst mal misstrauen – weil sie wissen, dass in solchen Magazinen nicht alles immer der Wahrheit entspricht. Darunter leide die Glaubwürdigkeit von Berichterstattung grundsätzlich, so Rezo.

Punkt 3: „Unethisches Verhalten auch bei etablierten Zeitungen“

Aber nicht nur mit den typischen Boulevardmedien rechnet Rezo in seinem Video ab – er kritisiert auch unethisches Verhalten etablierter Zeitungen. Als Beispiele führt er Fälle an, in denen Zeitungen den Opferschutz gemäß des Pressekodexes ignoriert und Bilder und volle Namen von Betroffenen verbreitet haben. Im Pressekodex steht: „Die Berichterstattung darf nicht zulasten von Opfern und Angehörigen gehen.“

Außerdem kritisiert der YouTuber, dass immer wieder Privatwohnhäuser bekannter Leute gefilmt werden oder ungewollte Nacktheit bei Veranstaltungen zum Thema gemacht würde, Stichwort: Nippelblitzer.

Kommentar: Warum Rezos Pressekritik wichtig ist

Punkt 4: „Seriöse Medien müssen sich mehr distanzieren“

In seinem Video wirft Rezo nicht alle Medien in einen Topf – er lobt sogar den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und einzelne Journalisten bekannter Zeitungen. Dennoch appelliert der YouTuber im Verlauf seines Videos an die seriösen Medien, sich nicht auf die Berichterstattung der „Assi-Zeitungen“ – wie er sie nennt – zu berufen. Damit gebe man Lesern das Gefühl, dass auch diese Angebote seriös seien.

Um herauszustellen, welche Medien in den letzten Monaten wie oft Fehlerhaftes berichtet haben, startet Rezo einen Selbsttest: Laut eigener Aussage evaluierte der YouTuber dafür über 1.000 Berichte zu seiner eigenen Person. Ergebnis: Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Berliner Zeitung, die Welt und die Bild-Zeitung hatten viele Falschmeldungen zu dem YouTuber publiziert, wohingegen die Tagesschau die wenigsten Fehler aufwies. Indes betonte Rezo, jeder könne mal Fehler machen – auch er mache Fehler.

Punkt 5: „Unsauberer Journalismus muss aufhören“

Rezo macht nicht nur zum Thema, über was Medien so berichten, sondern auch wie. So kritisiert er zum Beispiel Clickbait-Taktiken in Überschriften und rhetorische Fragen, die – an bestimmten Stellen der Berichterstattung – das Bewusstsein der Leser lenken könnten.

Kritik gibt es außerdem für unsaubere Quellenangaben und Verallgemeinerungen. Wer von „der Bevölkerung“ im Allgemeinen spreche, der müsse auch eine Quelle angeben.

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