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Weil Ritter Sport weiter nach Russland liefern will, wird im Netz zum Boykott gegen den Schoko-Hersteller aufgerufen. Als Reaktion will er seinen Russland-Gewinn jetzt spenden.

„Quadratisch. Praktisch. Blut.“ – das hat gesessen. Mit diesem Tweet hat der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk einen Shitstorm und eine Boykott-Bewegung gegen Ritter Sport losgetreten.

Quadratisch. Praktisch. Blut. Trotz der 🇷🇺Aggression gegen die Ukraine bleibt Ritter Sport in Russland. Viel Glück noch https://t.co/7Lx9cfKWcI

Der Grund: Der Schokoladenhersteller will nicht aufhören, seine Tafeln nach Russland zu liefern.

Unser Statement: https://t.co/ppWCBldjta

Verkaufsstopp in Russland hätte Folgen für Ritter Sport und viele Mitarbeiter

Das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, teilte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage mit. Zwar verurteile man „die grausame Aggression der russischen Armee (...) auf schärfste“. Ein Stopp der Lieferungen hätte aber zur Folge, dass die Produktion drastisch heruntergefahren müsste, „und damit auch ernsthafte Auswirkungen auf uns als unabhängiges mittelständisches Familienunternehmen“. Letztlich wären auch die Kakaobauern davon betroffen.

Waldenbuch

Botschafter Melnyk: "Quadratisch. Praktisch. Blut" Ukraine-Krieg: Ritter Sport will nach Kritik Gewinn aus Russland spenden

Ukraines Botschafter Melnyk hatte den Waldenbucher Schoko-Hersteller wegen Russland-Geschäften scharf kritisiert. Jetzt hat die Firma angekündigt, Einnahmen spenden zu wollen.  mehr...

Ritter Sport will Russland-Gewinne spenden

In seiner Stellungnahme, die Ritter Sport über die Social-Media-Kanäle verbreitete, erklärte der Schokoladenhersteller, dass ihm Verantwortungsbewusstsein wichtiger sei, als Gewinn und er daher jeglichen Gewinn aus dem Russland-Geschäft an Hilfsorganisationen spenden wolle.

Daher spenden wir jeglichen Gewinn aus dem laufenden Russland-Geschäft an humanitäre Hilfsorganisationen.

Geteilte Meinung im Netz

In den sozialen Netzwerken löste der Aufruf zum Boykott gegen Ritter Sport unterschiedliche Reaktionen aus. Während die einen es völlig unverständlich finden, dass der Schoko-Hersteller weiter mit Russland handelt, übten andere Kritik an Botschafter Melnyk.

@RITTER_SPORT_DE Schande! Man macht keine Geschäfte mit russischen Kriegsverbrechern. https://t.co/CiqQwpqqwK

@MelnykAndrij Im Ernst? solche Äußerungen sind Ihrer Meinung nach diplomatisch? Ritter sport ist eine Schokolade und keine Waffe oder ähnliches

Unter der Hashtag #BoykottRitterSport rufen auf Twitter einige User auch direkt zum Boykott auf.

#boycottrittersport KAUFEN SIE KEINEN RITTER SPORT Sie weigern sich, das Geschäft in Russland zu stoppen = PROFIT (50 Millionen im Jahr) über den Tod ukrainischer Kinder, Frauen, Männer und die totale Zerstörung der Ukraine https://t.co/dEmBtKJmTe

#rittersport #boycottrittersport Ach übrigens!! Mondelez verkauft auch weiterhin Schoki nach Russland. So was nun? Noch ein Boykott? Die Stellen Oreo und Milka her. Leute!! Ihr seid echt so peinlich.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 21. Mai, 23:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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