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Die sogenannte Reproduktionszahl R ist eine der wichtigsten Kennzahlen in der Corona-Pandemie. Auf ihr liegt momentan auch der Fokus in den Berichten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Die Reproduktionszahl kann auch als Ansteckungsrate bezeichnet werden. Sie gibt an, wie viele Personen ein mit dem Virus Infizierter durchschnittlich ansteckt. Bevor die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung ergriffen wurden, lag beim Coronavirus SARS-CoV-2 diese Rate laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland bei etwa 3. Eine kranke Person steckte also drei gesunde an.

Was passiert, wenn die Ansteckungsrate über 1 ist?

Eine Ansteckungsrate über 1 führt zu einer immer schnelleren Ausbreitung des Virus und einer immer schneller ansteigenden Zahl von schweren Covid-19-Erkrankungen, die mit der Zeit unser Gesundheitssystem überfordern würde.

Durch Kontaktverbote soll die Reproduktionszahl deshalb gesenkt werden, sodass sich das Virus weniger schnell verbreiten kann. Ziel ist es, die Zahl unter 1 abzusenken. Eine Ansteckungsrate von 0,8 beispielsweise bedeutet, dass 100 Infizierte das Virus nur noch an 80 Personen weitergeben. Oder andersrum betrachtet: 20 der Erkrankten geben das Virus nicht weiter – bei ihnen ist SARS-CoV-2 in einer Sackgasse gelandet und kommt nicht weiter.

Mit der Zeit führt eine Ansteckungsrate unter 1 deshalb zu einer Abschwächung und schließlich zu einem Ende der Pandemie, weil sich alle Viren nach und nach in einer Sackgasse wiederfinden.

Niedrige Reproduktionsrate bedeutet nicht weniger Infizierte

Eine niedrige Reproduktionsrate bedeutet nicht, dass es wenige Infizierte gibt. Es können bei einem R kleiner als 1 durchaus Hundertausende infiziert sein. Um diese hohe Zahl an Infizierten nach und nach zu senken, braucht es einen entsprechend langen Zeitraum, in dem die Ansteckungsrate so niedrig gehalten werden muss.

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RKI berechnet täglich die Reproduktionsrate

Wie hoch die Reproduktionsrate ist, wird vom Robert-Koch-Institut täglich neu berechnet. Wichtigste Grundlage dabei sind die Zahlen der Erkrankten in den vergangenen zwei Wochen und statistische Modelle, mit deren Hilfe Datenlücken in der Statistik der Fallzahlen gefüllt werden.

Das Ganze ist also ein recht komplexes Verfahren und deshalb ist die Reproduktionsrate R auch immer mit ein wenig Unsicherheit behaftet. Sie kann auch nicht in die Zukunft prognostiziert werden, sondern bildet immer nur den Verlauf der Pandemie in der jüngsten Vergangenheit ab.

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