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Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern vor einem möglichen erhöhten Legionellen-Risiko. Wir klären, was das bedeutet und was es zu beachten gilt.

Legionellen – das sind Bakterien, die im Wasser vorkommen und Sporen bilden. Sie sind dort, wo warmes Wasser optimale Bedingungen für ihre Vermehrung bietet. Heißt: in Wirlpools, Duschen, Luftbefeuchtern oder auch Wasserhähnen. Und: Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser als Aerosole, also kleinste Tröpfchen, in der Luft übertragen.

Legionellen mögen es heiß, aber nicht zu heiß

Ideale Wachstumsbedingungen finden Legionellen außerdem bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius, die es über das vorhergesagte warme Wochenende geben dürfte. Bei mehr als 60 Grad komme es dagegen zum Absterben der Keime.

Am morgigen Donnerstag erneut nur mäßig warme Höchstwerte (18-23°C), ab Freitag dann deutlich wärmer. Dazu hohe Taupunkte - auch in der Nacht. /V https://t.co/bugKJ1qGin

Nach einer längeren Corona-Pause ist die Infektionsgefahr nun wohl höher als sonst, warnte das Robert-Koch-Institut (RKI): Bei unsachgemäßer oder fehlender Wartung könne es nach der Corona-Pause zu einem erhöhten Wachstum dieser Bakterien in Trinkwasseranlagen gekommen sein, schreibt das RKI im Epidemiologischen Bulletin, wo offizielle Mitteilungen und wissenschaftliche Beiträge zu meldepflichtigen Infektionskrankheiten veröffentlicht werden.

Warum können Legionellen gefährlich sein?

Legionellen können bei Menschen Krankheiten auslösen: von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen.

Betreiber sollten vor einer Wiedereröffnung nach einer längeren Corona-Pause ihrer Trinkwasseranlagen deshalb einen einwandfreien Betrieb sicherstellen, rät das RKI. Auch Ärzte sollten darauf achten, dass bei Atemwegsproblemen zurzeit eine Legionelleninfektion vorliegen könne. Dafür gibt es Test-Möglichkeiten.

Wie kann ich mich vor Legionellen schützen?

Es gibt aber auch Möglichkeiten, um sich selbst zu schützen. Der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) warnte schon vor einigen Tagen vor einer erhöhten Infektionsgefahr mit Legionellen. Er sagte in Stuttgart:

Die wichtigste Maßnahme nach einem längeren verminderten Trinkwasseraustausch in den Leitungen lautet spülen, spülen, spülen.

Peter Hauk (CDU), Verbraucherschutzminister BW

In der Regel genüge es, alle Hähne vollständig zu öffnen und sowohl Kalt- als auch Warmwasser abfließen zu lassen, bis die Temperatur konstant bleibe, hieß es beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die Leitungen sollten etwa eine Woche vor Wiedereröffnung gründlich und dann nochmals täglich gespült werden, damit das Wasser der jeweiligen Hausinstallation vollständig getauscht werde.

Umweltbundesamt: Leitungen regelmäßig durchspülen

Auch das Umweltbundesamt rät in seinem Trinkwasserratgeber, Wasserleitungen regelmäßig durchzuspülen – auch zu Hause. Wenn ein Wasserhahn länger als vier Stunden nicht geöffnet wurde, sollen Nutzer deshalb zuerst so lange den Finger unter den auf kalt gestellten Strahl halten, bis das Wasser eine gleichmäßige Temperatur annimmt. Dann kann das Leitungswasser normalerweise bedenkenlos getrunken werden.

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