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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Am Donnerstagabend schockierte die russische Armee mit der Eroberung der Ruine des Atomkraftwerks in Tschernobyl. Was steckt dahinter?

Am Donnerstagabend haben russische Truppen in der Ukraine das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl eingenommen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak sagte, der Unglücksreaktor könne daher nicht mehr als sicher angesehen werden, es handele sich um „eine der ernstesten Bedrohungen für Europa“.

Was will Russland mit dem zerstörten Atomreaktor anfangen?

Die russischen Soldaten haben dabei auch Mitarbeiter des Werkes in ihre Gewalt gebracht. Eine Beraterin des Kommandeurs der ukrainischen Bodentruppen, Aljona Schewtsowa, sprach auf Facebook von einer „Geiselnahme“.

Росіяни захопили Чорнобильську станцію. Персонал станції перебуває у заручниках. Це загрожує безпеці не тільки України, а й Європи.Posted by Альона Шевцова on Thursday, February 24, 2022

Will Russland das Kernkraftwerk als Waffe einsetzen? Eher nicht, sagte der Journalist Thomas Wiegold im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Tschernobyl selbst habe keine strategische Bedeutung. Es liege einfach nur auf dem kürzesten Weg von Belarus nach Kiew. „Sicherung des Anmarschweges des Zugriffs nach Kiew, aber eben nicht als Hauptziel Tschernobyl selbst.

Das Atomkraftwerk in Tschernobyl (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Bryan Smith)

Nachrichten "Tschernobyl selbst hat keine strategische Bedeutung"

Dauer

Koblenzer Firma baute Schutzhülle für Reaktor

Der Ingenieur Christoph Schmidt von der Koblenzer Firma Kalzip hatte eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend Kontakt mit ehemaligen Monteuren, die noch immer in Ivankiv in der Ukraine, gut 50 Kilometer von Tschernobyl entfernt leben. Er geht nicht von einer Gefahr aus. Das ganze Interview lest ihr hier.

Koblenz

Koblenzer Firma baute Schutzhülle für Reaktor Nach Eroberung des AKW Tschernobyl: Ingenieur sieht geringe Gefahr

Nach den Kämpfen in der Nähe des ehemaligen Atomkraftwerkes in Tschernobyl in der Ukraine geht ein Koblenzer Ingenieur davon aus, dass keine Radioaktivität aus dem Reaktor austritt.  mehr...

Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Strahlung am Atomkraftwerk Tschernobyl erhöht?

Die ukrainische Atombehörde teilte am Freitagvormittag mit, dass die Strahlung am am Reaktor in Tschernobyl erhöht sei. Dies
liege an den Bewegungen schwerer Militärfahrzeuge in dem Gebiet,
durch die radioaktiver Staub aufgewirbelt worden sei. Weitere Infos gab es aber vorerst nicht.

Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte hingegen, die Werte seien normal. Die tschechischen Atombehörde SJUB hat vorsichtshalber einen Krisenstab eingerichtet hat. Von dort hieß es, die Strahlungssituation in Tschechien sei normal.

Radiační situace na území České republiky vykazuje normální hodnoty. Kdykoli si to můžete ověřit v aplikaci MonRaS: https://t.co/ynWxgCRTE9

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte schon am Donnerstagabend mit, sie sei von der Ukraine über die Übernahme von Tschernobyl durch Russland informiert worden. Es habe von dort keine Berichte über Tote oder Schäden gegeben.

Trotzdem machen sich die USA Sorgen – Präsidentensprecherin Jen Psaki sagte am Donnerstagabend: „Diese unrechtmäßige und gefährliche Geiselnahme, die routinemäßige Arbeiten zum Erhalt und zur Sicherheit der Atommüll-Einrichtungen aussetzen könnte, ist unglaublich alarmierend und sehr besorgniserregend.

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