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AUTOR/IN
Katharina Kunz
Redakteurin Katharina Kunz (Foto: SWR)

Ein Mann verbarrikadiert sich in seinem Haus in Boxberg und schießt auf Polizisten. Was da im Main-Tauber-Kreis passiert ist, hat wohl einen politischen Hintergrund.

Die Polizei ist am Mittwoch bei einem Mann angerückt, der seine Waffe nicht abgeben will, obwohl er keine Genehmigung mehr dafür hat. Der 55-Jährige weigerte sich aber. Stattdessen wurden die Beamten von dem Gelände aus beschossen.

Ein Polizist ist bei dem SEK-Einsatz verletzt worden und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Doch damit nicht genug: Das Haus des 55-Jährigen stand plötzlich in Flammen. Weil die Polizisten noch mehr Waffen und Munition auf dem Gelände vermuteten, durfte nicht gelöscht werden. Laute Explosionen waren zu hören.

Sieben Festnahmen - Generalbundesanwalt ermittelt

Schließlich schaffen es die Beamten mit Hilfe der Feuerwehr alle sieben Menschen, die in dem Haus leben, herauszuholen und festzunehmen.

Die Polizei vermuten, dass politische Gründe hinter der Tat stehen. Deshalb hat der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Das tut er nur, wenn die Sicherheit des Staates oder der Staatsangestellten - also der Polizei - in Gefahr ist. Der Vorwurf lautet: Versuchter Mord an 15 Polizisten.

Boxberg: Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen wg. der Schüsse auf Polizisten (Verdacht versuchter Mord) wg. "besonderer Bedeutung" übernommen, so eine Sprecherin ggü der ARD-Rechtsredaktion. Grund: Polizisten seien mutm. als Repräsentanten des Rechtsstaats angegriffen worden. https://t.co/AqlDkbjFmV

Polizei findet Waffen und rechte Symbole

Der mutmaßliche Täter soll ein sogenannter Reichsbürger sein. An seinem Haus sind verschiedene Runen angebracht. Das sind germanische Schriftzeichen, die von rechtsextremen genutzt werden. Die Polizei hat bei ihm auch jede Menge Waffen, eine Reichskriegsflagge und CDs von rechten Bands gefunden.

Runen Boxberg (Foto: SWR, Simon Bendel)
Germanische Runen am Haus in Boxberg. Simon Bendel

Der Mann hat mittlerweile zugegeben, dass er geschossen hat. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die anderen sechs Personen sind wieder frei.

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