STAND
AUTOR/IN

Die Sommerferien sind vorbei — auch in Baden-Württemberg hat die Schule wieder angefangen. Für Schüler und Lehrer gelten dabei besondere Corona-Regeln.

Der gesamte Schulbetrieb soll so organisiert werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Klassen und Jahrgangsstufen möglichst wenig durchmischen.

Schulbeginn, Pausen, Toilettenbenutzung — überall soll Kontakt vermieden werden. Die Regeln im Überblick:

Gesundheitserklärungen müssen mitgebracht werden

Verwirrung herrschte zunächst um die sogenannten Gesundheitserklärungen. Diese sollen Schülerinnen und Schüler als Bestätigung mit in die Schule bringen, dass sie weder mit dem Coronavirus infiziert sind noch Kontakt zu Infizierten hatten. Zunächst erklärte das Kultusministerium, dass die Gesundheitserklärungen bereits am ersten Schultag, also am Montag, vorliegen müssten. Ohne das Dokument könne man nicht am Unterricht teilnehmen, hieß es.

Inzwischen erklärte das Ministerium: „Keine Schülerin und kein Schüler soll in der ersten Schulwoche vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, wenn die Gesundheitserklärung noch nicht am ersten Tag vorliegt.“ Die Opposition und die Grünen in Baden-Württemberg kritisieren das Vorgehen des CDU-geführten Kultusministeriums.

Maske oder nicht?

Im Unterricht gibt es in Baden-Württemberg keine Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wer möchte, kann sich und andere jedoch mit einer Maske vor einer möglichen Ansteckung im Klassenzimmer schützen.

Außerhalb des Klassenzimmers herrscht für Schüler ab der fünften Klasse auf dem gesamten Schulgelände Maskenpflicht. Das gleiche gilt für Personal an weiterführenden und beruflichen Schulen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld — in der Regel von 35 Euro, im Extremfall bis zu 250 Euro.

Abstandsregeln gelten nicht immer

Die Schüler müssen in der Regel untereinander nicht mehr den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten. Das gilt jedoch nicht für Lehrkräfte, Eltern, Beschäftigte und andere Erwachsene in Schulen: Sie müssen untereinander 1,50 Meter Abstand halten.

Schüler müssen sich dann an die Abstandsregeln halten, wenn sie in Jahrgangsgruppen und schulübergreifenden Gruppen unterrichtet werden. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: Wenn Klassen konstant auf diese Weise zusammengesetzt sind, gibt es keine Abstandsregeln.

Sonderfall Musikunterricht

Ein Sonderfall ist der Musikunterricht: Hier gibt es in bestimmten Fällen Abstandsregeln. Beim Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten müssen mindestens zwei Meter Abstand in alle Richtungen zu anderen Personen eingehalten werden. Schulchöre und Orchester sind noch nicht erlaubt.

Zudem darf keine Person im direkten Luftstrom einer anderen Person stehen. Das Kultusministerium empfiehlt außerdem, zwischen Lehrkräften und Schülern durchsichtige Schutzwände aufzustellen. Instrumente müssen nach dem Unterricht desinfiziert werden.

Regelmäßiges Lüften erforderlich

Alle Aufenthaltsräume müssen mehrmals täglich gelüftet werden — Unterrichtsräume sogar mindestens alle 45 Minuten, im Musikunterricht alle 20 Minuten. Dazu sollen alle Fenster geöffnet, oder eine geeignete raumlufttechnische Anlage verwendet werden.

Sogenannte Handkontaktflächen wie Türklinken, Lichtschalter oder Tische müssen regelmäßig mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel gereinigt werden. In stark frequentierten Bereichen soll das mindestens täglich passieren.

Außerdem sollen die üblichen Hygienevorgaben, wie regelmäßiges Händewaschen und die Einhaltung der Husten- und Niesetikette, beachtet werden.

Bei Vorerkrankung: Fernunterricht ohne Attest möglich

Eltern von Kindern „mit relevanten Vorerkrankungen“ können der Schule formlos melden, dass sie eine Teilnahme am Präsenzunterricht nicht wollen, heißt es auf der Homepage des baden-württembergischen Kultusministeriums. Ein Attest werde dafür nicht benötigt. Die Kinder müssen dann jedoch von zu Hause mitlernen.

STAND
AUTOR/IN
SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 3. August, 02:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

Dauer

Meistgelesen

  1. Tokio

    Skurrile & schöne Olympia-Geschichten Einmal Gold für beide, bitte!

    Die einen teilen sich die Goldmedaille, der andere rastet vor Freude völlig aus – abgesehen von unglaublichen Leistungen passieren in Tikio noch so viele andere coole Geschichten. Die gibt es hier.  mehr...

  2. Berlin

    Debatte um Impfung für Kinder Gesundheitsminister beschließen Impfangebote für 12- bis 17-Jährige

    Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sollen künftig noch schneller gegen das Coronavirus geimpft werden können. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen.  mehr...

  3. ADAC warnt Reisende Staureichstes Wochenende seit zwei Jahren erwartet

    In den Sommerferien gehören volle Autobahnen fast schon zum Alltag – das kommende Wochenende könnte aber nochmal alles toppen, was wir in den letzten zwei Jahren erlebt haben, vermutet Julian Häußler vom ADAC.  mehr...

  4. Deutschland

    Spenden & helfen SWR3Land hilft – digitale Pinnwand für Hochwasser-Nothilfe

    Die Überschwemmungen haben viele hart getroffen – manche haben sogar alles verloren, was sie hatten. Aber SWR3Land hält zusammen! Viele wollen helfen – das könnt ihr tun.  mehr...

  5. News-Ticker zum Coronavirus Stiko-Chef fordert 18- bis 59-Jährige zum Impfen auf

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter leicht an. Im Moment gibt es aber noch überall weitreichende Lockerungen. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es im Corona-Ticker.  mehr...

  6. Leverkusen

    Vorsichtige Entwarnung nach Explosion Stadt Leverkusen: „Die Messungen waren alle unauffällig“

    Die Explosion im Chempark Leverkusen hat mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Inzwischen ist bekannt, welche Chemikalien im explodierten Tanklager waren. Die Untersuchungen des niedergeregneten Staubs dauern an. Es gibt aber eine erste Entwarnung für Anwohner.  mehr...