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Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt (Foto: SWR3)

Mit wie vielen Keimen ist man bei bestimmten Gegenständen täglich konfrontiert? Und ab wann gilt ein Fläche als kontaminiert? Wir haben einen nicht repräsentativen Selbsttest gemacht.

Wir treiben uns in Einkaufszentren herum, berühren Oberflächen in Bussen und Innenstädten, drücken die Fußgängerampel, halten das Handy in der Hand, benutzen Rolltreppen, schieben den Einkaufswagen oder drücken die Tasten am Bankautomaten – und überall lauern Keime und Bakterien. SWR3 wollte wissen, wie viele Keime sich dort wirklich tummeln und hat den Selbsttest gemacht.

SWR3-Selbsttest: Labor untersucht Keime

Mit den sogenannten Abklatschproben haben SWR3-Reporterin Sara Talmon und SWR3-Moderator Constantin Zöller verschiedene Gegenstände abgestrichen und die Proben dann in ein Labor nach Karlsruhe geschickt.

Die Tests haben die beiden nach Anleitung ausgeführt: Fünf Sekunden musste der jeweilige Teststreifen, auch Nährboden genannt, auf die Gegenstände gedrückt werden. Der gelbe Nährboden ist für die Bakterien, die unspezifisch sind, also sämtliche Arten von Bakterien, die einfach wachsen. Der lila Nährboden ist ein Selektivnährboden, da wachsen nur bestimmte Bakterien wie zum Beispiel E.-Coli-Bakterien.

Mit der Fünf-Sekunden-Regel habe das aber nichts zu tun, so Laborleiterin Birgit Risch.

Das ist die Zeit, die man Bakterien geben soll, von der Oberfläche auf den Nährbodenträger überzuwechseln.

Diese Proben wurde im Selbsttest untersucht

An diesen Orten und von diesen Gegenständen wurden die Abklatschtest gemacht: im Bus, an einem Rolltreppenhandlauf, an der Zapfpistole einer Tankstelle, an einem Einkaufswagen, an einer Fußgängerampel, an einem Geldautomat, von einem Geldschein und bei einem Handy.

Das sind die Ergebnisse des Selbsttest

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ sondern nur Stichproben! An gleichen Oberflächen an anderen Orten könnten die Ergebnisse anders ausfallen.

Alles in allem kann man sagen, die Proben sind erstaunlich sauber. Am schmutzigsten war die Fußgängerampel, dann kommt der 10-Euro-Schein und dann die Zapfpistole an der Tankstelle.

Doch schmutzig heißt nicht, dass es was zu beanstanden gab. Alle Proben waren in Ordnung. Wenn diese Proben aus einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb gekommen wäre, wäre das Fazit laut Laborleiterin Risch: „Die Flächen sind dafür geeignet mit Lebensmittel in Kontakt zu kommen. Das heißt, die Reinigung und Desinfektion funktioniert. Die Ergebnisse hätten aber auch ganz anders sein können.

E.-Coli-Bakterien wurden keine nachgewiesen. Dies sei erstaunlich, da diese in der Natur vorkommen, so Risch weiter.

Ab welcher Keimzahl ist eine Fläche kontaminiert?

Als kontaminierte Fläche gilt in lebensmittelverarbeitenden Betrieben laut Risch, wenn der Wert bei Aerobe mesophile Gesamtkeimzahl (Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze) größer 11 koloniebildender Einheiten (KbE) pro cm² ist und bei Enterobacteriaceae, wenn der Wert größer 2 KbE/cm² ist.

Laborergebnisse vom SWR3-Selbsttest
Aerobe mesophile GKZEnterobacteriaceae
Fußgängerampel4,7 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Geldschein3,3 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Zapfpistole1,8 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Einkaufswagen0,8 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Rolltreppenhandlauf0,2 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Bankautomat0,2 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Handy0,2 KbE/cm²0,0 KbE/cm²
Bus0,0 KbE/cm²0,0 KbE/cm²

Vorsicht vor Keimen auf diesen Gegenständen

Laborleiterin Risch erklärt: „Am schlimmsten im Haushalt sind die Gegenstände, die feucht sind, die eine warmes oder feuchtwarmes Milieu bilden und mit Schmutz in Kontakt kommen. Dazu zählt der Küchenschwamm oder was niemand auf dem Schirm hat: die Zahnbürsten. Wenn man die nicht regelmäßig wechselt, dann kann das schon sein, dass sich da auch Bakterien bilden und auch vermehren können. Aber wir haben ja eine Grundimmunisierung.

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