STAND
AUTOR/IN
Hans Liedtke
Hans Liedtke (Foto: SWR3)
Alina Wolski, ARD Rechtsredaktion

Hatten zwei Menschen Sex im Polizeirevier? Ein Video sorgt für Spekulationen. Die Polizei ermittelt.

Das Video wird auf WhatsApp zigfach weitergeleitet. Die Stuttgarter Polizei hat jetzt klargestellt: Niemand hatte Sex im Revier!

Was ist auf dem Video zu sehen?

Das Video zeigt zwei junge Menschen im zweiten Stock, die sich gerade vergnügen. Gefilmt wurde es offenbar vom gegenüber liegenden Cloud-7-Hochhaus, durch das Schlafzimmerfenster. Unten an der Straße gehen wohl zwei Polizisten zum Dienst im Revier an der Wolframstraße. Auf dem ersten Blick, sieht es so aus, als ob das Bett im Polizeirevier steht.

Die Polizei stellt alles klar

Die Polizei schreibt in einer Pressemitteilung: „Bei dem Video wurde von außen in eine Privatwohnung gefilmt, die sich in einem an das Polizeirevier angrenzenden Gebäudeteil befindet. Die Privatwohnung hat keinen Zugang zum Polizeirevier.

Jetzt ermittelt die Polizei, ob die Verbreitung des Videos strafbar ist. Denn damit würden persönliche Lebensbereiche verletzt.

Ohne Erlaubnis gefilmt und im Netz gelandet: Was kann ich tun?

Alina Wolski aus der ARD Rechtsredaktion hat den rechtlichen Rahmen zusammengefasst: Das Filmen ohne Erlaubnis einer Person in geschützten Räumen, also beispielsweise in ihrer Wohnung, steht unter Strafe. Dies verletzt nämlich die Privatsphäre und wie in diesem Fall sogar die Intimsphäre der gefilmten Personen.

§ 201a Abs. 1 Nr. 1 StGB regelt: Wer jemanden in seiner Wohnung oder einem besonders geschützten Raum filmt, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Dabei ist es unerheblich, ob man problemlos in die Wohnung hineinsehen konnte, weil vielleicht die Gardinen nicht zugezogen waren.

Das bedeutet: Ist man betroffen, kann man zur Polizei gehen und eine Anzeige aufgeben. Ratsam ist es, zuvor Beweise zu sammeln, also beispielsweise das Video abzufilmen oder abzuspeichern. Auch ist es möglich, auf Unterlassung zu klagen, Schadensersatz und Schmerzensgeld zu verlangen, wenn das Video veröffentlicht wurde.

Dabei steigen die Beträge schnell auf fünfstellige Summen. Ist das Video auf Portalen wie YouTube, Vimeo oder YouPorn aufgetaucht, kann man diese Seiten zur Löschung des Videos auffordern.

STAND
AUTOR/IN
Hans Liedtke
Hans Liedtke (Foto: SWR3)
Alina Wolski, ARD Rechtsredaktion

Meistgelesen

  1. Updates zur WM in Katar WM-Flitzer: Drei politische Botschaften in einer Aktion

    Was passiert im Land während der Fußball-WM und welche Erlebnisse haben Menschen vor Ort? In diesem Ticker sammeln wir die abseitigen Geschichten, die einem nicht sofort ins Auge fallen.  mehr...

  2. Moral oder Recht? Dürfen Männer auf dem Frauenparkplatz parken?

    Frauenparkplätze sind – Überraschung – Parkplätze für Frauen. Was droht Männern, wenn sie dort parken? Wir haben die Antworten für dich.  mehr...

  3. Liveblog: Der Krieg in der Ukraine Stromausfälle in Ukraine gefährden Gefängnissicherheit

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.  mehr...

  4. Neue Erbschaftssteuer ab Januar Warum das Haus von der Oma jetzt zur Kostenfalle werden könnte

    Wer ein Haus erbt, muss ab nächstem Jahr in einigen Fällen wohl deutlich mehr Steuern zahlen. Wer schnell handelt, kann aber noch sparen. Wir sagen dir, was zu tun ist.  mehr...

  5. „Partei hat Wut des Volkes unterschätzt“ Menschen in China riskieren alles: Protest gegen Covid-Maßnahmen

    Millionen Menschen sitzen in China derzeit im Lockdown, und offenbar ist jetzt eine Grenze bei den Menschen erreicht: In vielen Städten kommt es zu Protesten gegen die Null-Covid-Politik.  mehr...

  6. Es weihnachtet im TV 🔔 Eure Weihnachts-Lieblingsfilme: Wann kommen sie im Fernsehen?

    🔔 Die schönsten Weihnachtsfilme 2022 im TV: Wir haben die Übersicht aller Sendetermine zu Weihnachten 2022 im Fernsehen!  mehr...