STAND
AUTOR/IN
Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

Online mit Kreditkarte zu shoppen, wird ab Januar etwas komplizierter – aber auch sicherer. Beim Bezahlen reichen dann nicht mehr nur die Kartendaten. Alles zu den neuen Regeln für Kreditkarten:

Wer künftig beim Online-Shopping mit Kreditkarte zahlen will, muss sich auf eine neue Vorgangsweise einstellen. Ab 2021 gilt eine neue EU-Regel zur „starken Kundenauthentifizierung“. Das bedeutet, es reichen nicht mehr nur die Kartendaten, um einen Einkauf abzuschließen, sondern es muss ein zweiter Nachweis erbracht werden.

Was bedeutet Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Dieser zweite Nachweis kann zum Beispiel ein Passwort oder eine TAN-Nummer per SMS oder Banking-App sein. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Käufer auch wirklich der rechtmäßige Inhaber der Kreditkarte ist. Durch die Maßnahme soll die Sicherheit beim Online-Shopping verbessert werden. Denn: Die bisher ausreichende Kreditkarten-Nummer und Prüfziffern der Karte können relativ leicht ausgespäht werden – zum Beispiel beim Einsatz im Restaurant.

Wie funktionieren die neuen Regeln in der Praxis?

Banken- und Kreditkartenunternehmen haben ein sogenanntes 3-D-Secure-Verfahren entwickelt. Je nach kartenausgebender Bank ist die Umsetzung etwas anders: Manche Kunden bekommen die einmalig einsetzbare TAN-Nummer zur Freigabe der Online-Bezahlung per SMS auf eine vorab bei der Bank hinterlegte Telefonnummer geschickt. Andere Banken lassen den Kauf über eine spezielle App per Eingabe einer Geheimnummer oder Abfotografieren eines Strichcodes bestätigen. Technisch möglich sind auch biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zur Freigabe einer Zahlung mit zwei Faktoren.

Praktisch funktioniert das neue Verfahren dann so: Der Online-Shop leitet den Kunden auf eine weitere Seite mit 3D-Secure-Verfahren weiter. Es öffnet sich ein Eingabefenster, das informiert, auf welchem Weg die Zahlung freigegeben werden muss. Läuft die Identifikation korrekt ab, bestätigt die Bank den rechtmäßigen Besitz der Kreditkarte und der Kauf ist damit abgeschlossen.

Ist die zusätzliche Freigabe im Internet bei jedem Einkauf nötig?

Das hängt nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken von der Entscheidung der Bank ab, von der ein Kunde seine Bezahlkarte hat. Kauft ein Kunde zum Beispiel häufiger beim selben Online-Shop ein, könnte ein Finanzinstitut darauf verzichten, die Zahlung dort jedes Mal mit zwei Faktoren freizugeben. Auch bei Zahlungen unter 30 Euro könnte auf das zweistufige Verfahren der starken Kundenauthentifizierung verzichtet werden.

Was muss man als Kreditkartenbesitzer jetzt tun?

Wer eine Kreditkarte hat und sie künftig fürs Online-Shoppen nutzen möchte, muss sich vorab für die entsprechenden Sicherheitsverfahren registrieren. Das kann man zum Beispiel im Online-Banking tun. Wer eine neuere Karte hat muss möglicherweise nichts mehr machen, denn dann könnte die Bank die Registrierung schon bei der Kartenbestellung vorgenommen haben.

Ab wann gilt die Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Eigentlich gilt die neue EU-Regel („Payment Service Directive“/PSD2) bereits seit dem 14. September 2019 für jede Zahlung im Online-Banking und beim Einkaufen im Internet. Doch weil mancher Anbieter Probleme bei der Umsetzung der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung hatte, gab es einen Aufschub bis Ende 2020.

Die neuen Regeln gelten nun ab 1. Januar 2021. Doch es gibt erstmal noch ein Stufenmodell: Ab 15. Januar müssen Zahlungen ab 250 Euro mit zwei voneinander unabhängigen Faktoren freigegeben werden, ab 15. Februar greift die Zwei-Faktor-Authentifizierung dann ab 150 Euro. Für alle Einkäufe, egal in welcher Höhe, sollen die Regeln dann ab 15. März gelten.

STAND
AUTOR/IN
Isabel Gebhardt (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. Vendée Globe: Drama kurz vor dem Ziel Segler Boris Herrmann wird starker Vierter trotz Kollision mit Fischerboot

    Er war so knapp davor, eine Sensation bei der Vendée Globe zu schaffen – jetzt ist Segler Boris Herrmann im Ziel, als Vierter. Ein Zusammenstoß mit einem Fischerboot kostete ihn den Sieg.  mehr...

  2. Baden-Württemberg

    BW-Ministerpräsident: Wir sind keine Schurken Kretschmann platzt wegen Corona-Kritik im TV der Kragen

    Über die Corona-Regeln wird viel diskutiert. In einer ZDF-Sendung hat BW-Ministerpräsident Kretschmann sich jetzt über Kritik an der angeblichen Uneinigkeit der Regierungschefs in der Corona-Krise aufgeregt.  mehr...

  3. Stuttgart, Freiburg

    Corona-Lage in Baden-Württemberg Öffnung von Kitas und Grundschulen wegen Virusmutation in Kita verschoben: Wie geht es jetzt weiter?

    Eigentlich sollte gestern die Entscheidung zur Öffnung von Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg verkündet werden. Doch dann kam alles anders. Der Grund: In einem Freiburger Kindergarten wurden mutierte Coronaviren festgestellt.  mehr...

  4. News-Ticker zum Coronavirus Stiko-Empfehlung: Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

    Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen gibt es zurzeit strengere Regeln und Beschränkungen in Deutschland. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Ticker.  mehr...

  5. Berlin

    Helfen Spülungen auch bei Corona? Mundspülung oder Mundwasser? Stiftung Warentest hat eine klare Empfehlung

    Was hilft wirklich, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen? Stiftung Warentest hat den Test gemacht und gibt auch einen Rat zum Thema Corona.  mehr...

  6. Internet-Hype um Seefahrerlied Das sind die besten Versionen vom Shanty „The Wellerman“

    Mit einem alten Seemannslied hat ein Postbote aus Schottland überraschend einen weltweiten Internet-Trend gestartet. Jetzt sind die Shantys nach 200 Jahren zurück in der Musikwelt und sogar in sämtlichen Charts. Auch große Popstars schwimmen auf der Seefahrer-Welle.  mehr...