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Louis Leßmann
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Hans Liedtke
Hans Liedtke (Foto: SWR3)

Ein harmloses Mohnfeld im Süden der Slowakei wird plötzlich zum Schauplatz einer Drogenparty für Schwäne. Und bringt einen Biobauern zum Verzweifeln. Hier liest du es!

Als sich im Februar die ersten Schwäne auf dem Mohnfeld von Balint Pem niederließen, hatte sich der slowakische Biobauer vermutlich nichts dabei gedacht. Mittlerweile sind es bis zu 200 Tiere auf dem Feld in Patince an der Grenze zu Ungarn und kein Ende ist in Sicht. Der Grund: Die Schwäne machen sich über den Mohn her und kommen nicht mehr weg vom Opium. Ganze fünf Hektar sollen sie inzwischen vernichtet haben. Pem konnte es nicht glauben. Schließlich sei die Mohnpflanze bis auf den Samen giftig.

So etwas haben wir noch nicht erlebt. Dass Schwäne auch nur ein Stück vom Mohn abgrasen.

Auch das zuständige Veterinäramt wurde skeptisch. Die Schwäne bewegten sich eigenartig, torkelten, als wären sie berauscht. Da Pem auf seinem Feld keine Chemie benutzt, konnte es nicht an einer Vergiftung liegen. Auch Krankheiten konnten ausgeschlossen werden.

Slowakei: Entzugsklinik für Schwäne

Die Drogen-Schwäne vegetieren im Rausch auf dem Feld vor sich hin – häufig zu berauscht, um überhaupt fliegen zu können. Wirkt ein Tier krank, wird es von Umweltschützern in eine Art Entzugsklinik gebracht. Die Plätze dort sind allerdings begrenzt. Da Schwäne als geschützte Wesen gelten, ist es Bauer Pem verboten, die Drogenparty zu beenden und die Tiere zu verscheuchen. Dafür bräuchte er eine besondere Genehmigung, die er nicht auf die Schnelle bekommt. Seine einzige Möglichkeit: die Schwäne mit Händeklatschen von seinem Feld vertreiben.

ARD-Korrespondentin Marianne Allweiss berichtet:

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Nachrichten Ein Stopp im Mohnfeld: Schwäne feiern Drogenparty in der Slowakei

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Beitrag von Marianne Allweiss

Opiumsüchtige Schwäne: Versicherung zahlt nicht

Auch Anspruch auf Schadenersatz hätte Pem erst im kommenden Jahr. Momentan zahlt seine Versicherung nichts. Und der Staat? Auch der kann nicht helfen, da Schäden durch Schwäne in der Slowakei laut Umweltministerium äußerst selten sind und der Staat deshalb nicht für den Schaden aufkommt. Pem kann die Fälle auf seinem Feld nur dokumentieren und hoffen, dass Schwäne in der nächsten Saison auf der staatlichen Gefährderliste landen.

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