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Kaum Feuerwerk, kaum Partys: Die Silvesterfeierlichkeiten rund um den Globus sind wegen der Coronavirus-Pandemie diesmal ganz anders. In New York und Wuhan wird mit Traditionen dennoch nicht gebrochen – die Stadt Köln hat sich statt Feuerwerken etwas anderes überlegt.

Milliarden Menschen auf der ganzen Welt heißen in der Nacht zum Freitag das neue Jahr 2021 willkommen – unter Corona-Bedingungen. Wie das dann genau aussieht, unterscheidet sich jedoch stark.

Silvester in Deutschland – größtenteils ohne Böller

In Deutschland herrscht zum zweiten Mal seit dem Beginn der Pandemie eine Art Lockdown. Damit sich die Menschen auch in der Silvesternacht nicht in Gruppen treffen und eventuell beim Böllern verletzen, gibt es in diesem Jahr das, was viele Umweltaktivisten schon länger fordern: kaum Feuerwerke. Denn in diesem Jahr gab es ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk in den letzten Tagen des Jahres. Es gehe vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten, hieß es zur Begründung der Maßnahme. Der Deutsche Städtetag rief dazu auf, angesichts des Corona-Geschehens auf jegliches Feuerwerk zu verzichten – selbst wenn man Altbestände oder Einkäufe aus dem Ausland habe und auf Privatgrundstücken zünden wolle.

Köln ruft zu Lichtaktion zu Hause auf

Die Stadt Köln hat sich für dieses besondere Silvesterfest größtenteils ohne Böller und Raketen etwas überlegt: eine alternative Leucht-Aktion mit dem Titel „Licht an. Jahr aus.“. Die Einwohner der Stadt sind dabei dazu aufgerufen, um 0 Uhr das Licht in ihren Wohnungen an und aus zu machen – also quasi flackern zu lassen.

Auch Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin fällt aus – inklusive fernsehtauglichem Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor. Das ZDF überträgt von dort aber eine Show ohne Publikum. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßen Musikgäste wie Jürgen Drews und Vicky Leandros. Auch im Ersten gibt es eine Silvestershow – ab 20:15 Uhr begleiten Jörg Pilawa und Francine Jordi die Zusschauer ins neue Jahr.

Und mit Traditionen wird auch im Corona-Jahr 2020 nicht gebrochen: Um 15:50 Uhr zeigt das Erste „Dinner for one“. Anschließend steht „Dinner for One“ in der Mediathek.

26 Stunden dauert es, bis 2021 weltweit begonnen hat

Bis es auf der ganzen Welt offiziell 2021 ist, dauert es 26 Stunden – nämlich zwischen 11 Uhr MEZ am 31. Dezember und 13 Uhr MEZ am 1. Januar. Es beginnt im Inselstaat Samoa (da hat das neue Jahr schon begonnen), geht über Australien, Asien bis Europa, Südamerika, die US-Ostküste, Kalifornien, Hawaii zu den unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel wieder im Pazifik.

Aber nicht nur in Deutschland sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden: Auch in anderen Ländern der Welt wird in diesem Jahr moderat gefeiert – zum Beispiel in Rio, São Paulo, Amsterdam und London. In Sydney findet zwar ein Riesenfeuerwerk statt, allerdings dürfen sich keine Zuschauer dazu am Hafen einfinden. In Paris herrscht – wie auch in Baden-Württemberg – an Silvester nachts die Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen vorab aufgezeichneten Spenden-Livestream mit Star-DJ David Guetta vor der Louvre-Pyramide.

New York, Moskau und China feiern dennoch

In New York soll der berühmte „Ball Drop“ am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden.

In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) ein großes Feuerwerk am Kreml geben. Und auch in Belarus sorgte ein Maskenball für Aufsehen.

Das fast coronafreie Taiwan plant traditionell Pyrotechnik am Wolkenkratzer „Taipei 101“ in Taipeh. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant.

Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant. Unter anderem soll es in Wuhan ein Feuerwerk geben – im Ausbruchsort des Coronavirus.

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